Ein Hund im Büro kann den Arbeitsalltag für Hundehaltende ebenso wie für Kolleginnen und Kollegen positiv bereichern. Damit das Zusammenarbeiten für alle Beteiligten harmonisch verläuft, sind klare Regeln, gegenseitige Rücksichtnahme und das Wohl des Hundes entscheidend.


Inhaltsverzeichnis:


Immer mehr Unternehmen erlauben mittlerweile Hunde im Büro. Flexible Arbeitsmodelle, Homeoffice-Erfahrungen und ein wachsendes Bewusstsein für mentale Gesundheit haben dazu beigetragen, dass Bürohunde vielerorts nicht mehr als Störfaktor, sondern als Bereicherung wahrgenommen werden. Gleichzeitig darf nicht vergessen werden: Ein Büro ist in erster Linie ein Arbeitsplatz. Hundehaltende tragen daher die Verantwortung, sowohl die Bedürfnisse ihres Vierbeiners als auch die ihrer Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen zu berücksichtigen.

Welche Voraussetzungen muss mein Hund im Büro einhalten?

Für Hunde stellt ein Büro eine ungewohnte Umgebung dar. Anders als in den eigenen vier Wänden oder draußen in der Natur ist der Alltag dort von wechselnden Menschen und ungewohnten Geräuschen geprägt. Ein Bürohund sollte mit diesen Reizen umgehen können, ohne dauerhaft angespannt zu sein.

Hund blickt auf einen Tisch, an dem eine Frau an ihrem Laptop arbeitet.

Entscheidend sind vor allem folgende Punkte:

  • Grundgehorsam wie Sitz, Platz und Bleib
  • Sozialverträglichkeit im Umgang mit Menschen und anderen Hunden
  • Stressresistenz bei Geräuschen, Telefonaten und fremden Menschen
  • Stubenreinheit
  • Gesundheitliche Absicherung durch Impfungen und Parasitenschutz

Nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, wie angespannt ein Hund tatsächlich ist, selbst wenn er nach außen hin ruhig wirkt. Auch ein Vierbeiner, der still unter dem Schreibtisch liegt, kann innerlich unter Druck stehen. Anzeichen dafür sind etwa starkes Hecheln, häufiges Gähnen und Lippenlecken oder ständiges Umlagern. Wenn solche Anzeichen gehäuft und ohne erkennbare andere Ursache auftreten, ist das Büro vermutlich (noch) nicht der richtige Ort für Ihren Vierbeiner. Eine schrittweise Vorbereitung kann jedoch dabei helfen, Stress zu minimieren.


Gibt es vorgeschriebene Regeln für Hunde im Büro?

Aus arbeitsrechtlicher Sicht gilt: Ein Hund im Büro ist keine Selbstverständlichkeit. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber entscheiden, ob Hunde erlaubt sind. Auch eine langjährige Duldung begründet keinen Anspruch. Die Erlaubnis kann jederzeit widerrufen werden, etwa bei Beschwerden oder organisatorischen Problemen.

Ein zentraler Punkt ist die Rücksichtnahme. Kolleginnen und Kollegen mit Allergien, Ängsten oder gesundheitlichen Einschränkungen dürfen nicht benachteiligt werden.

Darüber hinaus müssen auch Aspekte des Arbeitsschutzes berücksichtigt werden: Der Hund darf keine Gefährdung darstellen, etwa durch Stolperrisiken, blockierte Fluchtwege oder Beeinträchtigungen von Sicherheitsvorschriften.

Zwei Personen sitzen im Büro und streicheln gemeinsam einen Hund, der zwischen ihnen sitzt.

Der Bundesverband Bürohund e. V. empfiehlt deshalb klare betriebliche Vereinbarungen, die Regeln, Verantwortlichkeiten und Grenzen festlegen. Häufige Regeln für Hunde im Büro sind:

  • Der Hund hat einen festen Liegeplatz.
  • Der Hund bleibt nicht unbeaufsichtigt am Arbeitsplatz.
  • Meetings werden mit Hund nur nach Absprache besucht.
  • Gassi- und Beschäftigungspausen sind arbeitsorganisatorisch abgestimmt.
  • Zusätzliche Reinigung am Arbeitsplatz übernehmen die Hundehaltenden.

Zu beachten ist außerdem, dass betriebliche Versicherungen den Hund in der Regel nicht automatisch einschließen, weshalb eine private Hundehaftpflichtversicherung besonders wichtig sein kann.


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Checkliste: Ist Ihr Hund fürs Büro vorbereitet?

Vor dem ersten Bürotag

  • Zustimmung der Arbeitgeberseite liegt vor
  • Kolleginnen und Kollegen wurden informiert
  • Hundehaftpflichtversicherung besteht
  • Impfstatus und Parasitenprophylaxe sind aktuell

Voraussetzungen beim Hund

  • Grundkommandos wie Sitz und Platz funktionieren zuverlässig
  • Der Hund kann längere Zeit ruhig an einem Ort liegen
  • Ungewohnte Geräusche verursachen keine starke Unruhe
  • Der Hund reagiert gelassen auf fremde Menschen

Ausstattung für den Büroalltag

Organisation im Arbeitsalltag

  • Regelmäßige Pausen für Bewegung und Gassigänge sind eingeplant
  • Der Hund bleibt nicht unbeaufsichtigt
  • Bei Stressanzeichen gibt es eine klare Rückzugslösung
  • Regeln für Meetings und Gemeinschaftsbereiche sind geklärt

Hat es Vorteile, wenn ich meinen Hund ins Büro mitbringe?

Studien belegen, dass Hunde im Büro positive Effekte auf das Arbeitsumfeld haben können. Allein die Anwesenheit eines Vierbeiners kann den Stresspegel senken und die allgemeine Stimmung verbessern. Das liegt unter anderem daran, dass der Kontakt mit Hunden die Ausschüttung von Oxytocin fördert – einem Hormon, das Entspannung begünstigt und das Gefühl von Vertrauen und Nähe stärkt.

Zwei Personen sitzen im Büro und interagieren mit einem Hund neben einem Schreibtisch.

Viele Hundehaltende berichten zudem, dass sie sich weniger Sorgen um ihren Hund machen, sich besser auf die Arbeit konzentrieren können und durch die Gassi-Pausen automatisch Bewegung in ihren Tag bringen.

Auch für den Hund kann das Büro Vorteile bieten. Er ist weniger allein, erlebt soziale Nähe und nimmt an einem geregelten Tagesablauf teil. Voraussetzung ist jedoch, dass der Hund diese Umgebung nicht als Dauerbelastung empfindet.

Welche Hunde sind für das Büro geeignet?

Ob Hunde im Büro geeignet sind, lässt sich nicht pauschal nach Rasse entscheiden. Vielmehr kommt es auf den individuellen Charakter an.

Geeignet sind vor allem Hunde, die gelassen auf neue Situationen reagieren, wenig bellfreudig sind und sich nicht leicht von Umweltreizen ablenken lassen. Sie können entspannen, auch wenn um sie herum Bewegung herrscht, und benötigen keine dauerhafte Beschäftigung.

Weniger geeignet sind Hunde mit starkem Wach- oder Schutztrieb, hoher Unsicherheit gegenüber Fremden oder einem sehr ausgeprägten Bewegungsdrang. Diese Hunde leiden im Büro häufig unter Unterforderung oder Stress.

Hund liegt entspannt auf einem Sofa und gähnt mit weit geöffnetem Mund.

Wie gewöhne ich meinen Hund an das Büro?

Damit ein Hund im Büro langfristig entspannt bleibt, ist eine schrittweise Eingewöhnung entscheidend. Ziel ist es, den Vierbeiner behutsam an die neue Umgebung heranzuführen und Überforderung von Anfang an zu vermeiden.

  • Eingewöhnung langsam beginnen: Starten Sie mit kurzen Aufenthalten im Büro, damit sich Ihr Hund an neue Gerüche, Geräusche und Menschen gewöhnen kann, ohne unter Druck zu geraten.
  • Ruhige Zeiten nutzen: Planen Sie die ersten Besuche möglichst in Phasen mit wenig Betrieb, etwa am frühen Morgen oder an Tagen mit geringer Auslastung, um Reize zu reduzieren.
  • Festen Liegeplatz einrichten: Ein klar definierter Ruheplatz gibt dem Hund Orientierung und signalisiert, dass das Büro ein Ort der Entspannung ist.
  • Ruhiges Verhalten gezielt bestärken: Belohnen Sie entspanntes Liegen oder ruhiges Verhalten bewusst, während Unruhe möglichst nicht zusätzlich verstärkt wird.
  • Pausen im Freien einplanen: Regelmäßige Spaziergänge helfen dem Hund, Stress abzubauen und Reize zu verarbeiten, was sich positiv auf sein Verhalten im Büro auswirkt.
  • Aufenthaltsdauer schrittweise steigern: Erst wenn Ihr Hund im Büro zuverlässig zur Ruhe findet, sollte die Zeit vor Ort langsam verlängert werden.

Wie beschäftige ich meinen Hund im Büro?

Im Büro geht es nicht darum, den Hund dauerhaft zu unterhalten. Ziel ist vielmehr, dem Vierbeiner ruhige, sinnvolle Beschäftigung anzubieten, die ihm hilft, über längere Zeit entspannt zu bleiben. Eine gute Büro-Beschäftigung ist leise und fördert Konzentration statt Aufregung.

Bewährt haben sich unter anderem folgende Möglichkeiten, um den Hund drinnen zu beschäftigen:

  • Kauartikel, die lange halten und möglichst geruchsarm sind
  • Ruhige Schnüffelspiele, bei denen Futter gesucht wird
  • Einfache Denk- und Intelligenzspiele, die Konzentration fördern
  • Kurze Suchaufgaben direkt am Liegeplatz

Wichtig ist, dass das Spielzeug nicht klappert oder quietscht und den Hund nicht in einen Spielmodus versetzt, der ihn wachhält. Nach der Beschäftigung sollte Ihr Liebling bewusst wieder zur Ruhe finden dürfen.


Frau sitzt auf dem Boden und spielt mit einem kleinen Hund, der auf den Hinterbeinen steht.

Viele Indoor-Alternativen lassen sich mit wenig Aufwand selbst herstellen und eignen sich gut für den Büroalltag. Selbstgemachte Schnüffelspiele eignen sich dafür besonders gut, da sie leise sind und den Hund geistig auslasten. Kleine Leckerbissen können etwa in ein Handtuch eingerollt, zwischen Stofflagen versteckt oder in einem flachen Karton mit Papier ausgelegt werden. Auch weiche Stoffbeutel oder alte Socken, locker verknotet und mit Futter gefüllt, bieten eine geräuscharme Beschäftigung.

FAQ zum Hund im Büro

Ja, in der Regel schon. Viele Unternehmen verlangen eine formale Anmeldung, insbesondere aus versicherungsrechtlichen Gründen. Teilweise müssen auch Impfstatus oder eine bestehende Hundehaftpflichtversicherung nachgewiesen werden. Fragen Sie am besten frühzeitig nach den internen Regelungen.

Nein. Aus arbeitsrechtlicher Sicht gibt es keinen Anspruch darauf, einen Hund im Büro mitzubringen. Die Entscheidung liegt bei Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern. Auch eine Duldung kann jederzeit widerrufen werden.

Ja. Unternehmen dürfen individuell entscheiden, solange sie sachlich begründen können, warum ein Hund zugelassen oder abgelehnt wird – etwa aufgrund des Verhaltens oder räumlichen Gegebenheiten.

Ängste sollten stets respektiert und ernst genommen werden. In solchen Situationen sind individuelle Lösungen erforderlich, etwa hundefreie Bereiche oder feste Bürohund-Tage. Die Anwesenheit eines Hundes im Büro darf in keinem Fall zu Nachteilen für andere Mitarbeitende führen.

Das hängt von den internen Regeln ab. Häufig gilt Leinenpflicht in Fluren, Gemeinschaftsräumen oder Aufzügen, während der Hund am eigenen Arbeitsplatz frei liegen darf.

Es gibt keine gesetzliche Vorgabe. Viele Hundehaltende entscheiden sich bewusst für halbe Tage oder einzelne Bürotage, um das Stresslevel des Hundes gering zu halten. Nicht jeder Hund kommt mit einem vollen Acht-Stunden-Tag gut zurecht.

Typische Anzeichen für Stress sind häufiges Hecheln, Unruhe, Winseln, vermehrtes Gähnen, Vermeidung oder Rückzug. Zeigt Ihr Hund solche Signale regelmäßig, ist das Büro vermutlich keine geeignete Umgebung.

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