Haustiere sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und nehmen für uns Menschen einen besonderen Stellenwert ein. Bei vielen Haltenden löst daher die Vorstellung, sich nicht mehr selbst um ihr Tier kümmern zu können, große Sorgen aus.

Grundsätzlich gibt es viel, was wir als Tierhaltende vorbereitend tun können, unabhängig davon, ob wir geplant oder ungeplant als Bezugsperson unserer Hunde und Katzen ausfallen.

Inhaltsverzeichnis:

Im Krankheitsfall

In bestimmten Fällen, zum Beispiel bei einem geplanten Krankenhausaufenthalt, einer zu erwartenden Bettruhe oder einer sich verschlechternden chronischen Erkrankung, haben die Betroffenen die Möglichkeit, Vorbereitungen für eine Betreuung zu treffen. Dies kann eine vorübergehende Unterbringung in einer Tierpension sein, die Einbindung von mit dem Vierbeiner vertrauten Personen oder die Beschäftigung eines Tiersitters. Manche der damit verbundenen Kosten können sogar steuerlich abgesetzt oder von einer entsprechenden Versicherung übernommen werden.

Bei der Wahl der Betreuung kommt es natürlich auf die Ausgangssituation an: Katzen, vor allem wenn sie mindestens zu zweit gehalten werden, haben unter Umständen kein Problem damit, ein paar Tage lang „nur“ versorgt zu werden, das heißt, dass jemand regelmäßig nach dem Rechten schaut, Futter und Wasser bereitstellt und für ein hygienisches Katzenklo sorgt. Bei Katzen in Einzelhaltung sollte hingegen nicht außer Acht gelassen werden, dass diese selbst bei wenigen Tagen auch soziale Zuwendung brauchen, um sich wohl zu fühlen. Grundsätzlich gilt: Katzen stresst es meist weniger, wenn sie in ihrem vertrauten Umfeld bleiben können.

Hunde hingegen haben andere Bedürfnisse: Auch wenn ein Hund unter Umständen ein paar Stunden am Stück alleine zuhause verbringen kann, so muss er zwingend regelmäßig Gassi geführt und auch sonst körperlich ausgelastet werden. Wenn aus dem privaten Umfeld niemand zur Verfügung steht, der den Vierbeiner adäquat betreuen kann, ist dieser wohlmöglich in einer Tierpension oder bei einem Hundesitter besser aufgehoben.

Ein Sonderfall liegt vor, wenn Tierhaltende an Covid-19 erkranken und in Quarantäne isoliert sind, denn dann muss jemand anderes Gassi-Runden und Einkäufe übernehmen, die Betreuung innerhalb der eigenen vier Wände durch den Tierbesitzenden ist aber weiter möglich.

Entlastung im Alter

Auch im Alter sind helfende Hände bei der Tierversorgung eine großartige Entlastung und eine tolle Möglichkeit, damit Seniorinnen und Senioren möglichst lange mit ihren Lieblingen zusammenleben können. Vielleicht kann jemand im Alltag helfen, zum Beispiel beim Spazierengehen, bei Besuchen in der Tierarztpraxis oder beim Einkauf von Tierfutter und -bedarf. Eine erfreuliche Entwicklung ist, dass immer mehr Alten- und Pflegeheime ihren Bewohnerinnen und Bewohnern ermöglichen, Haustiere mitzubringen.

Abgesehen von den bestehenden Möglichkeiten sollte aber die Realität nicht außer Acht gelassen werden. Wer zum Beispiel im fortgeschrittenen Alter mit dem Gedanken spielt, ein Haustier aufzunehmen, sollte sich vorab mit ein paar Fragen auseinandersetzen:

  • Wie ist die Lebenserwartung des Hundes oder der Katze und macht es vielleicht Sinn, einen etwas älteren Vierbeiner aus dem Tierschutz zu adoptieren?
  • Wer kann im Ernstfall die Versorgung des Tieres übernehmen?
  • Was kann ich als Seniorin oder Senior im Alltag noch leisten und brauche ich eventuell Unterstützung bei bestimmten Aktivitäten?

Unplanbare Ereignisse

Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Situationen stehen die unplanbaren Ereignisse des Lebens, wie etwa eine plötzliche Erkrankung, Unfälle oder im drastischsten Szenario ein Todesfall. Auch wenn wir alle hoffen, dass wir immer ausreichend Zeit haben, unsere Angelegenheiten (selbst) zu regeln, lautet hier die absolute Empfehlung: Vorsorge treffen!

Diese beginnt ganz einfach damit, dass ich für meinen Hund oder meine Katze ein Merkblatt für mögliche Betreuende anlege, auf welchem Ansprechpartner (Tierarztpraxis, Betreuung, Haustierversicherung), Futtervorlieben, Besonderheiten oder Krankheiten vermerkt sind. Für einen Not- oder Todesfall macht es Sinn, an prominenter Stelle einen Hinweis zu hinterlegen, dass ein Tier zu versorgen ist und was im Fall der Fälle geschehen soll. So können Rettende im Zweifel entsprechende Maßnahmen einleiten oder das Veterinäramt benachrichtigen.

Eine Stufe weiter vorne steht die langfristige Vorsorge. In Notfallunterlagen oder im Testament kann (natürlich nur nach vorheriger Absprache mit den Genannten) vermerkt werden, wer sich zukünftig um den felligen Freund kümmern oder seine Vermittlung vornehmen soll. In diesem Kontext ist es zum Beispiel auch möglich, dass eine Art finanzielle Vorsorge, etwa ein Sparguthaben, für die Versorgung des Vierbeiners benannt wird. Auch eine bestehende Haustierversicherung muss informiert und notwendige Anpassungen vorgenommen werden, damit der Schutz für das Tier erhalten bleibt. Für eine spontane Notlage macht es Sinn, jemandem eine Betreuungsvollmacht für das Tier auszustellen, bis alles offiziell geregelt ist.

Wenn niemand explizit als Betreuer des Tieres genannt wurde, wird das Tier Teil der Erbmasse und geht somit in den Besitz der Erben über. Lehnen die Erben die Übernahme oder Betreuung des Tieres ab, übernimmt das Veterinäramt die Vermittlung in ein Tierheim.

Ein paar grundsätzliche Tipps zur Vorsorge

  • Führen Sie auch unterwegs an gut sichtbarer Stelle (zum Beispiel beim Ausweis im Portemonnaie) einen Hinweis mit sich, aus dem hervorgeht, dass zuhause ein Tier auf Sie wartet.
  • Informieren Sie sich für planbare Abwesenheiten (z.B. eine Kur oder Reha) frühzeitig über Betreuungsmöglichkeiten. So geben Sie wahlweise Privatpersonen die Möglichkeit, sich auf die Übernahme der Betreuung einzustellen, oder können Ihrem Liebling rechtzeitig einen Platz in einer Einrichtung Ihres Vertrauens sichern.
  • Im Internet gibt es viele Angebote für die Betreuung von Haustieren oder andere Hilfeleistungen, die in diesen Bereich fallen. Prüfen Sie diese Angebote gründlich auf ihre Seriosität und achten Sie darauf, dass auch rechtlich und finanziell alles geklärt ist, bevor Sie eine Dienstleistung in Anspruch nehmen.

Foto: © Titelbild: Nadinelle - Fotolia

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