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Oxytocin: Darum machen Hunde glücklich

Das auch als „Liebes- oder Kuschelhormon“ bekannte Hormon Oxytocin spielt eine Schlüsselrolle in der Beziehung zwischen Mensch und Hund. Doch es sorgt nicht nur dafür, dass wir unserem Gegenüber mehr vertrauen und unsere soziale Kompetenz verbessert wird, sondern aktiviert auch das Belohnungshormon Dopamin. Hinzu kommen bemerkenswerte Effekte auf unsere Gesundheit, sodass Oxytocin auch als „Anti-Stress-Hormon“ bekannt ist: Es beruhigt uns, senkt unseren Blutdruck, wirkt entzündungshemmend und mindert Depressionen. Kein Wunder also, dass es uns besser geht, wenn dieses Hormon ausgeschüttet wird. Doch inwiefern hat das jetzt etwas damit zu tun, warum Hunde glücklich machen? Die Antwort liefern mehrere Studien.

Physische Interaktion macht Menschen und Hunde glücklich

Eine Studie, auf die immer wieder verwiesen wird, wurde 2010 von Linda Handlin von der Swedish University of Agricultural Sciences im Rahmen ihrer Doktorarbeit veröffentlicht. Hier wurden die physiologischen und hormonellen Effekte der Interaktion zwischen Mensch und Hund untersucht, mit besonderem Augenmerk auf oben beschriebenem Oxytocin. Handlin und ihr Team fanden dabei heraus, dass die Interaktion zwischen Hund und Halter den Ausstoß von Oxytocin anstößt – und zwar bei Mensch und Hund. Dabei schienen Tier und Halter eine besondere Verbindung zu haben, denn je höher der Oxytocinspiegel war, der bei den Menschen gemessen wurde, umso höher war er auch bei den Vierbeinern. Und je höher das Oxytocinlevel war, umso besser war auch die Beziehung beider. Die WissenschaftlerInnen vermuteten, diese Verbindung könnte möglicherweise daran liegen, dass Mensch und Hund seit langer Zeit eng zusammenleben und darum immer besser gelernt haben, unbewusst bei sich gegenseitig den Oxytocinausstoß zu aktivieren.

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Hunde und Menschen verstehen sich

Daran anschließend wurde 2017 erneut eine Studie, ebenfalls durchgeführt von einem Team um Handlin, veröffentlicht. Diesmal ging es um den Zusammenhang zwischen dem Oxytocinspiegel bei Hund und Mensch und deren Verhalten während ihrer Interaktion. Dabei zeigte sich, dass Besitzer mit einem niedrigeren Oxytocinspiegel häufiger den Kontakt zu ihren Hunden suchten und umgekehrt, also dass Hunde mit niedrigerem Oxytocinspiegel mehr Kuscheleinheiten einforderten. Das ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass Menschen und Hunde mit einem niedrigeren Oxytocinlevel ein erhöhtes Bedürfnis nach physischer Interaktion haben (Mensch und Hund „trösten“ sich also). Gleichzeitig scheinen Hunde und Halter ihre gegenseitige Stimmung und Verhaltensmerkmale zu lesen: Je höher das Oxytocinlevel beim Menschen war, umso ruhiger und freundlicher verhielt er sich gegenüber seinem Vierbeiner, was einen beruhigenden Effekt auf das Tier hatte. Das ruhigere und zufriedenere Verhalten des Hundes wiederum verstärkte den beruhigenden Effekt auf den Menschen. Sind also die Hunde glücklich, sind auch wir Menschen glücklich – und umgekehrt.

Auch durch Blickkontakt machen Hunde glücklich

Während Handlin und ihr Team das Oxytocinlevel in Zeiträumen um das Kuscheln herum untersucht haben, beschäftigten japanische Wissenschaftler sich mit der Kommunikation zwischen Mensch und Hund  ohne direkten Hautkontakt. Ein Team um Miho Nagasawa hat in einer Studie den uns allen bekannten Hundeblick untersucht und mit dem Blickkontakt zwischen Mensch und Wolf verglichen. Bemerkenswert war, dass lediglich der Blickkontakt zwischen Haltern und ihren Hunden ausreicht, um das Oxytocinlevel beider zu erhöhen. Bei Wölfen und den Menschen, die sie aufgezogen haben, konnte dies nicht festgestellt werden. Wissenschaftlich wurde dieses Ergebnis darauf zurückgeführt, dass Hunde sich Merkmale der menschlichen Kommunikation im Laufe ihrer Domestizierung angeeignet haben – Mensch und Hund haben also wirklich eine über Jahrhunderte gefestigte, ganz besondere Beziehung.

Verwendetes Bildmaterial

Foto: © Kzenon/Adobe Stock

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