Bionik – Pfoten als Inspiration für die Forschung
Forscher haben schon früh begonnen, die Natur zu Rate zu ziehen, um neue Techniken oder Medikamente zu entwickeln. Auch von Hund und Katze haben sich die Wissenschaftler schon einiges abgeschaut.
Forscher haben schon früh begonnen, die Natur zu Rate zu ziehen, um neue Techniken oder Medikamente zu entwickeln. Auch von Hund und Katze haben sich die Wissenschaftler schon einiges abgeschaut.
Im Jahre 1948 hatten Hundehalter bereits die gleichen Probleme wie heute: Vierbeiner übersät mit Kletten. Der Schweizer Ingenieur George de Mestral bemerkte nach einem Spaziergang mit seinem Hund, dass sich diese Kletten mit Hilfe von winzigen Häkchen an Fell oder Stoff festhalten. Er erfand daraufhin den Klettverschluss, eine der ersten bionischen Erfindungen.
Von 0 auf 90 km/h in drei Sekunden und Geschwindigkeiten von über 100 km/h machen den Geparden zum schnellsten Landtier. Diese Eigenschaften verdankt die vom Aussterben bedrohte Großkatze ihrem Körperbau und den anpassungsfähigen Pfoten. Und so wurden für den ersten bionischen Reifen, dem ContiPremiumContact, die Tatzen der Geparde zum Vorbild genommen. Die Pfoten der Raubkatze sind perfekt für den schnellen Antritt, hocheffizient beim Geradeauslauf und ebenso stabil beim Richtungswechsel. Möglich macht das die Anpassungsfähigkeit der Pfoten, welche auf gerader Strecke schmal sind und beim Bremsen und in Kurvenlage gespreizt werden. Dadurch steigen die Kontaktfläche und die Kraftübertragung von den Pfoten auf den Boden. Genau dieses Prinzip haben sich auch die Reifenhersteller zu Nutze gemacht. Der Bremsweg soll um rund 10% kürzer sein und der geringe Widerstand auf gerader Strecke sorgt für einen niedrigen Spritverbrauch und mehr Sicherheit bei Aquaplaning.
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Auch Hundepfoten haben erstaunliche Eigenschaften. Sie funktionieren wie eine Wärmeaustausch- Anlage und ermöglichen es unseren Vierbeinern, den Boden auch bei Eis und Schnee zu berühren. Durch nah beisammen liegende Venen und Arterien kann einströmendes, warmes Blut das rückfließende Blut aus den Pfoten aufwärmen. Dadurch bleibt der Hund warm, die Pfote konstant kühl. Für eine unglaubliche Stoßdämpferwirkung sorgen die Hundeballen mit darunterliegendem Fettgewebe, welche etwa 50-mal dicker als die restliche Haut sind. Wenn unsere Fellnasen Gas geben, steigt die Belastung jeder Pfote bis auf das doppelte des Körpergewichts an. Sportschuhhersteller forschen immer noch an einem Kunststoff, der diesem Wunder der Natur die Stirn bieten kann.
Foto: © tverkhovinets/fotolia.com
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