Angenommen, Sie suchen online nach einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner: Würden Sie Kandidaten bevorzugen, die sich mit Hund auf ihren Fotos zeigen? Dann Achtung vor der „Dogfishing“-Masche! So mancher Hund ist nur geliehen, um bei Ihnen Pluspunkte zu sammeln.

Dogfishing: Erfolgreicher mit Hunde-Selfies?

Einige Studien deuten darauf hin, dass Hundebesitzer und Hundebesitzerinnen als attraktiver wahrgenommen werden. Im Vergleich zu Menschen ohne Haustier, aber zum Beispiel auch im Vergleich zu Katzenbesitzern werden sie als  freundlicher und loyaler eingeschätzt. Diesen Effekt wollen auch diejenigen nutzen, die selbst gar keinen Hund haben. In der nicht-digitalen Welt leiht man sich Labrador, Golden Retriever oder Dackel, um beim Gassigehen leichter mit potentiellen Flirt-Partnern ins Gespräch zu kommen. Schließlich bestätigen auch „echte“ Hundebesitzer, dass ihre Lieblinge durchaus als Amor auf vier Pfoten die erste Kontaktaufnahme erleichtern können. Für das perfekte Profilbild auf Dating-Portalen braucht es dagegen keinen langen Spaziergang. Ein Knopfdruck und schon ist das Foto mit Hund für alle sichtbar.

Beim Fotoshooting mit dem geliehenen Vierbeiner wird möglichst der Eindruck erweckt, dass der Hund der eigene ist. Oder zumindest, dass man ein wahrer Hunde-Freund ist. Wer sich nicht nur tierlieb, sondern auch sportlich zeigen will, lässt sich beim Joggen oder Fahrradfahren mit Hund fotografieren. Für dieses Posing mit fremden Hunden, von dem sich insbesondere Männer auf Dating-Portalen mehr Erfolg versprechen, wurde der Begriff „Dogfishing“ geschaffen. Aber funktioniert diese Masche? Die Betreiber der Dating-App Badoo fanden heraus, dass Frauen eher nach rechts swipen, also positiv reagieren, wenn ein Profilbild einen Mann mit Hund zeigt. Auch von Tinder heißt es, dass etwa zehn Prozent aller Nutzer Bilder von Hunden hochladen und diese auf positive Resonanz stoßen. Für den ersten Eindruck kann Dogfishing funktionieren und um den geht es ja bei vielen kostenlosen Dating-Apps.

Dogfishing: Flunkern, aber kein Betrug

Der Begriff Dogfishing entstand in Anlehnung an „Catfishing“. Hierbei geht es jedoch nicht um das Posieren mit geliehenen Katzen, sondern um eine wirklich betrügerische Masche. „Catfisher“ erstellen Fake-Profile und nehmen erfundene oder gestohlene Identitäten an, um andere Nutzer von Dating-Apps oder anderen Plattformen gezielt zu täuschen. Dabei geht es ihnen oft um Geld oder persönliche Daten, die sie ihren Chat-Partnern entlocken wollen. In stark abgeschwächter Form betreibt aber schon Catfishing, wer online das Profilbild oder die Beschreibung der Persönlichkeit manipuliert. Und hier kommt das Dogfishing ins Spiel. Ein Bild mit Hund, der gar nicht der eigene ist, ist schließlich auch auf bestimmte Art manipuliert. Aber mal ehrlich: Wählen wir nicht alle vorteilhafte Bilder aus und nutzen hin und wieder einen schmeichelnden Filter, um uns von der besten Seite zu zeigen? Da wird ein ausgeliehener Hund wohl auch als kleine Notlüge durchgehen. Hinter Dogfishing stehen vermutlich eher selten kriminelle Internet-Betrüger. Es handelt sich einfach um einen kleinen Dating-Trick. Sofern der Flirtpartner die Dogfishing-Masche bald zugibt und sich womöglich als tatsächlicher Hunde-Fan outet, steht einem ersten Kennenlernen – mit oder ohne Vierbeiner – sicher nichts im Wege.

Foto: © veronika7833/Adobe Stock

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