Nicht immer sind Rinderwiesen klar abgezäunt und häufig führen Wanderwege in den Bergen über Felder, auf denen die großen Tiere grasen. Wenn Sie und Ihr Hund einer Herde begegnen, gibt es einige wichtige Tipps, die Sie beachten sollten.

Reaktion der Kühe

Unser geliebtes Haustier gleicht in seinem Verhalten einem Raubtier, das bemerken Kühe natürlich. Hinzu kommt, dass Rinder auf weite Entfernungen nicht besonders gut sehen können und eher Bewegungen wahrnehmen. Im Zweifelsfall schlagen sie zunächst die Richtung der potentiellen Bedrohung ein.

Insbesondere im Frühjahr, wenn die Jungtiere mit auf dem Feld sind, ist der Schutzinstinkt der Mütter verstärkt ausgeprägt, es ist also besondere Vorsicht geboten. Zwar mögen die Kleinen neugierig sein, die Mütter finden den Kontakt mit Fremden jedoch gar nicht witzig. Bei der Anwesenheit eines Stieres ist nochmal zusätzliche Vorsicht geboten.

Aufmerksamkeit und Kontrolle

Grundsätzlich erhöht die Begleitung durch einen Hund die Gefahr beim Wandern nicht. Die Herausforderung besteht darin, dass Sie Ihre Aufmerksamkeit entsprechend steigern: Lassen Sie Ihren Vierbeiner nicht „einfach mal machen“, sodass er im Zweifelsfall die Herde sogar vor Ihnen bemerkt.

Wenn Ihr Hund Sie über eine Kuhwiese begleitet, dann müssen Sie sich auf dessen Gehorsam verlassen können. Denn ob er sich der Herde aus purer Neugier nähert oder bellend auf sie zu läuft, für die Kühe kann er in jedem Fall eine Bedrohung darstellen. Haben Sie ihn also nicht unter Kontrolle, kann er sich selbst und Sie in ernsthafte Schwierigkeiten bringen.

  • Gewöhnen Sie Ihren Hund an die Gegenwart von Rindern, indem Sie an abgezäunten Kuhwiesen vorbeigehen. Loben und belohnen Sie ihn, wenn er dabei ruhig bleibt.
  • Halten Sie eine Leine griffbereit und nutzen Sie sie, sobald Kühe auftauchen. Damit nehmen Sie Ihrem Hund von vornherein die Option, auf die Tiere zuzulaufen.
  • Behalten Sie die Rinder im Auge und beobachten Sie, wie sie reagieren. Werden die Tiere schon in weiter Entfernung sichtlich nervös, sollten Sie sich im Zweifelsfall eine alternative Route suchen.
  • Nehmen Sie immer einen kleinen Umweg in Kauf, wenn es dadurch möglich ist, die Herde zu umgehen.

Wenn es doch mal brenzlig wird

Ein schlechtes Zeichen ist es, wenn sich die Tiere mit gesenktem Kopf näheren. Meist gehen sie schnaubend mit langsamen Schritten auf die potentielle Gefahrenquelle zu, bevor sie rennen. In solchen Fällen versteht meist auch der Hund, dass es an der Zeit ist, Land zu gewinnen. In einer derartigen Situation ist es sinnvoll, Ihren Liebling laufen zu lassen (möglichst ohne eine Leine, mit der er hängen bleiben könnte). In der Wahrnehmung der Kühe geht in der Regel die Gefahr vom Hund und nicht von Ihnen aus, weshalb Sie so die Aufmerksamkeit von sich ablenken und Ihr Vierbeiner schneller die Flucht ergreifen kann, als mit Ihnen gemeinsam. Sie selbst sollten sich ohne schnelle Bewegungen vorsichtig aus dem Gefahrenbereich entfernen.

Foto: © beerfan/Adobe Stock

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