Gefährtin statt Futter

Muschi versetzte einige Zoobesucher in Sorge, als sie im Frühjahr 2000 plötzlich auf dem Felsen des Geheges auftauchte, schließlich hätte ein einziger Schlag der Pranken der kräftigen Tiere ausgereicht, um dem Leben der zierlichen Katze ein Ende zu versetzen. Doch stattdessen boten die großen Pfoten ihr Schutz, nachts sogar einen Schlafplatz. Dank ihres Mutterinstinkts sorgte Mäuschen sich um ihre neue Kumpanin, beschützte sie vor den anderen Bären und gab ihr sogar etwas von ihrem Fischbrötchen ab. Im Gegenzug bot Muschi ihr Gesellschaft und teilte ihre mühsam erjagte Beute.

Berliner Berühmtheiten

Nichts konnte die treue Samtpfote von ihrer Freundin trennen: Selbst als Mäuschen wegen Umbauarbeiten in einen Innenkäfig verlegt wurde, suchte Muschi laut maunzend jedes Gehege im Zoo ab, bis die beiden wieder vereint wurden. Gemeinsam eroberten die Katzen- und die Bärendame die Herzen der Zoo-Besucher und schafften es damit sogar ins Fernsehen. Erst Mäuschens Tod zehn Jahre später löste die „schönste offene Wohngemeinschaft“, wie Zoo-Vorstand Heiner Klös sie nannte, auf.

Verwendetes Bildmaterial

Foto: © danm12/shutterstock.com

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