Ernest Hemingway war ein Freund der eleganten Samtpfoten: „Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben zu gehen, ohne Lärm zu machen“ wird er noch heute zitiert. In Florida hat der amerikanische Schriftsteller einzigartige Spuren hinterlassen.

Ein außergewöhnliches Geschenk

Der Anfang einer ungewöhnlichen Population war das Geschenk eines Schiffkapitäns an Hemingway, denn in den 1930er Jahren brachte er ihm eine weiße Katze. Ihre Besonderheit: Sie hatte sechs Zehen an den Vordertatzen und nicht fünf, wie es normal ist. Damals galten polydaktyle, also vielzehige Samtpfoten unter Seeleuten als Glückbringer, vermutlich wegen ihrer besseren Balance an Deck und damit erfolgreicheren Rattenjagd. Hemingway nahm die Fellnase bei sich auf und nannte sie Snow White.

Andenken an Hemingway

Inzwischen leben rund 50 Nachkommen des ersten Stubentigers auf Hemingways ehemaligem Grundstück, das nun ein Museum über das Leben des Schriftstellers ist. Sie alle tragen die Namen berühmter Persönlichkeiten – eine Tradition, die Hemingway mit den Kindern Snow Whites begonnen hatte. Etwa die Hälfte der vierbeinigen Anwohner haben mehr als die normalen 18 Zehen und noch mehr tragen das Gen dafür in sich, weshalb Fellnasen mit Polydaktylie häufig als „Hemingway-Katzen“ bezeichnet werden. Snow Whites Nachfahren werden von Angestellten des Museums gepflegt, genießen die Aufmerksamkeit der Besucher und sind dabei lebende Gedenkstücke an den großen Schriftsteller.

Foto: © Andrey Kuzmin/fotolia.com

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