Ein Gastartikel von Alexandra Goeke

In Teil 1 und Teil 2 dieser Serie haben Sie bereits spannende Fakten zum Verhalten von Samtpfoten im Mehrkatzenhaushalt erfahren. Zum Abschluss bekommen Sie heute von Katzentherapeutin Alexandra Goeke wichtige Tipps, um Stress und Eifersucht unter Katzen zu verhindern.

So bauen Sie in der Katzengruppe Stress ab

Ressourcen

Zu kätzischen Ressourcen gehört in erster Linie die Nahrung, denn diese sichert das eigene Überleben des Tieres. Andere Ressourcen sind beispielsweise Katzentoiletten, Fressplätze, Kratz- und Aussichtsmöglichkeiten, Schlaf-, Ruhe- und Rückzugsorte. Sie müssen für alle Katzen leicht zugänglich und vor allem ungestört platziert sein. In einem Mehrkatzenhaushalt entstehen durch den Kampf um Ressourcen Spannungen. Katzenbesitzer können demzufolge Abhilfe schaffen, indem sie ausreichend Ressourcen für jede Katze anbieten. Bei drei Katzen sollten es mindestens vier Katzentoiletten und vier Fressplätze sein -  dieser Ressourcenmehrwert beugt Konkurrenzstreitigkeiten vor. Diese Faustregel sollte auf alle Ressourcen angewendet werden.

Auch Kratzmöglichkeiten sollten in jedem Katzenhaushalt ausreichend vorhanden sein. Das Kratzen trägt neben der Reviermarkierung ebenfalls zum Spannungs- und Stressabbau bei.

Beschäftigung

Unsere Samtpfoten sollten besonders bei reiner Wohnungshaltung immer ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten haben. Eine dreidimensionale Formgebung der Wohnung ist ein wichtiger Faktor, um Konflikten zwischen Katzen vorzubeugen. Um bei Stubentigern Stress abzubauen, das Jagdverhalten in geregelte Bahnen zu lenken und die Beziehung zwischen Zwei- und Vierbeinern zu festigen, ist eine körperliche sowie geistige Beschäftigung das A und O im Zusammenleben.

Benutzen Sie verschiedene Spielzeuge, schaffen Sie genügend Rückzugsorte, ausreichend Schlafplätze, unterschiedliche Kratz- und Versteckmöglichkeiten und bieten Sie insbesondere erhöhte Beobachtungsplätze an.

Ressource Mensch

Die Beziehung unter Katzen verläuft anders als die zu einem Menschen. Gerade Wohnungskatzen bauen zu ihren Menschen eine sehr innige Beziehung auf. Wussten Sie, dass Eifersucht  auch im Leben unserer Katzen eine Rolle spielt? Eine Katze reagiert mit Eifersucht, wenn ihre Ressourcen wie Nahrung, Schlaf- und Ruheplätze oder auch der geliebte Mensch von einer anderen Katze streitig gemacht werden. Artgenossen werden in den Augen einer Katze dann als Konkurrenten wahrgenommen, auf die sie aggressiv reagieren kann.

Je enger die Bindung an den Menschen, umso größer die Reaktion, wenn eine Katze sich z.B. vernachlässigt fühlt. Ist eine Katze eifersüchtig, so kann sich dies unter Umständen durch Futterverweigerung, Unsauberkeit, aggressives Verhalten oder Teilnahmslosigkeit äußern.

Auch hier gilt: Feste Spiel- und Kuschelzeiten mit jeder einzelnen Katze einplanen! Denn um ein harmonisches Miteinander zu erreichen ist eine ausreichende Beschäftigung unserer Samtpfoten unerlässlich. Je mehr Punkte Sie umsetzen können, desto größer ist die Chance, dass das Zusammenleben auch auf Dauer harmonisch bleibt.

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