Schon einmal berichteten wir über die Aktion "Gelber Hund", die ihren Ursprung in Schweden hat und dort als „Gulahund“ bekannt ist. Fellnasen werden mit einer gelben Schleife oder einem gelben Halstuch gekennzeichnet. Dies soll ein klares Signal an andere Hundebesitzer senden: Bitte Abstand halten! Wir haben uns mit Ramona Noack, Botschafterin der Aktion und Vertreterin des Gelber Hund und Freunde e.V., über diese Idee unterhalten.

Gründe für das gelbe Signal 

Die häufigste Ursache für das gelbe „Abstand-Signal“ ist doch sicherlich Aggresivität, wird wohl so manch einer denken. Doch Ramona Noack betont, dass die Gründe für die Beteiligung an der Aktion „Gelber Hund“ vielfältig sind. Das Zeichen dürfe auf keinen Fall ein Ruhekissen sein – nach dem Motto: Mein Hund trägt die gelbe Schleife, also wissen alle Bescheid und er kann machen was er will. „Die gelbe Markierung ist als aktives Hilfszeichen in einer bestimmten Situation zu sehen, ob der Hund krank ist, alt oder läufig.“, so Botschafterin Noack. Auch im Training mit Hunden, beispielsweise als Bestandteil spezieller Ausbildungen, wird stets Ruhe und Stressfreiheit benötigt. Dies sind nur einige der zahlreichen Gründe und genau diese Vielfältigkeit zeichnet die Aktion aus.

Aktion Gelber Hund: Theorie & Praxis

Die gelbe Markierung an Halsband, Geschirr oder Leine soll idealerweise bewirken, dass andere Menschen bzw. Hundehalter mehr Abstand gewähren und diesen auch respektieren. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Auch wenn Ramona Noack unterschiedliche Rückmeldungen erhält, „die sich etwa die Waage halten, ob es gelingt oder nicht“, macht sie besonders problematische Punkte deutlich. Einer davon ist noch immer die fehlende Verbreitung der Kampagne und auch die Meinung „mein Hund muss sich ausleben dürfen“ nicht beteiligter Hundehalter scheint momentan sehr gegenwärtig. Nicht zu missachten ist auch die andere Seite: „Ein wichtiger Punkt für das Gelingen ist die Einstellung der Leute, die die gelbe Schleife nutzen. Einmal umbinden und erwarten, dass sich die Menge teilt, wird leider nicht funktionieren“.

Kennt keiner, bringt eh nichts?

Die Aktion „Gelber Hund“ ist keine Modeerscheinung. In Schweden gegründet, existiert sie bereits seit 2012, ist nun in mehr als 10 Ländern vertreten und hat ein Ziel: das Leben von Hund und Halter zu erleichtern. Es gilt die Botschaft nach außen zu tragen, andere Hundehalter zu informieren, welchen Zweck die gelbe Schleife verfolgt und warum es sie zu akzeptieren gilt.

Im März 2015 wurde der Tierschutzverein „Gelber Hund und Freunde e.V.“ gegründet, er unterstützt das Ziel des gemeinnützigen Ursprungsvereins „Gulahund“ und soll ein größeres Netzwerk von Vertretern schaffen. Ramona Noack ruft zum Mitmachen auf: „Da sich die Kampagne selbst tragen muss, freuen wir uns natürlich über neue Mitglieder und Spenden. Weitere Infos gibt’s auf unserer Homepage: www.gelber-hund-und-freunde.de“.

Schleifen, Tücher und Aufkleber der Kampagne „Gelber Hund“ können unter www.gulahund.de bestellt werden.

Foto: © Ramona Noack/Gelber Hund und Freunde e.V.

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