Es kommt immer noch vor, dass Postzusteller von Hunden gejagt und gebissen werden. Jedes Jahr gibt es laut Spiegel Online im Schnitt 1.800 Meldungen von Hundeangriffen auf Postboten bei den jeweiligen Arbeitgebern.

Der Teufelskreis

Aus Hundesicht ist das Anbellen erst einmal verständlich. Der Postbote wird als Eindringling gesehen, angebellt und erfolgreich verscheucht. Was die Fellnase jedoch nicht weiß: Der Postbote flieht in den meisten Fällen nicht aus Angst, sondern muss einfach zum nächsten Briefkasten weitergehen. Der Hund fühlt sich jedoch in seinem Verhalten bestätigt. Wenn der Postbote dann am nächsten Morgen einfach wieder vor der Tür steht, muss man als Hund anscheinend noch deutlicher werden. Im Extremfall kann sich dieser Teufelskreis so hochschaukeln, dass ein sonst friedlicher Hund gefährlich für einen Postzusteller wird. Bedenkt man außerdem, dass es Hunde gibt, die schlecht sozialisiert und erzogen oder aus anderen Gründen aggressiv sind, scheint es immer wichtiger, dass Postzusteller im richtigen Umgang mit (bellenden) Hunden geübt sind.

Die Lösung des Problems

Das Üben von Begegnungen mit Hunden gehört in vielen Post-Niederlassungen mittlerweile zur Ausbildung der Zusteller. Seit es diese Hunde-Begegnungs-Kurse gibt, ist die Zahl der Beißunfälle mit Postboten stark gesunken. Die Hundekurse gibt es nicht nur für Postmitarbeiter in der Ausbildung, sondern auch für Postboten, die schon länger im Dienst sind.

Richtiges Agieren und Reagieren

Die Kurse bestehen sowohl aus einem Theorie-Teil als auch aus einem Praxis-Teil. Hundetrainer helfen mit Tipps und Tricks im Umgang mit fremden Hunden. Die Postzusteller sollen zunächst lernen, die Situation einzuschätzen: Ist der Hund angeleint oder läuft frei herum? Wirkt er eher neugierig oder von vornherein aggressiv? Auch der respektvolle Umgang mit den Tieren, beispielsweise die Vermeidung von Augenkontakt, wird in den Kursen vermittelt. Der theoretisch erklärte Teil wird im Anschluss mit speziell trainierten Hunden geübt. So gibt es zum Beispiel für ganz Mutige auch die Möglichkeit, mit einem speziellen Schutzanzug und extra dafür trainierten Hunden den Extremfall eines Angriffs zu üben. Hierbei wird aufgezeigt, wie man sich in einer solchen Situation wieder befreien kann.

 

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