Katzen und Wasser sind von Natur aus keine Freunde. Doch warum ist das so? Und gibt es auch Ausnahmen? Die türkische Van Katze stellt tatsächlich genau eine solche Ausnahme dar, denn sie gilt als Wasserratte. In unserem folgenden Artikel berichten wir darüber, was diese spezielle Katzenrasse ausmacht und wie es überhaupt kommt, dass so viele andere Katzenarten das kühle Nass verabscheuen.

Die Türkische Van - Wasserliebhaber

Die Türkische Van Katze zählt zu den mittelgroßen bis großen Samtpfoten und wird, je nachdem, ob es sich um eine Kätzin oder einen Kater handelt, fünf bis neun Kilogramm schwer. Die Halblanghaar-Katze zählt neben der Perser und der Türkisch Angora zu den urtürkischen Rassen. Sie ist eine der ältesten und seltensten Katzenarten der Welt.

Den Namen hat die türkische Katze ihrem Heimatort, dem Vansee in Anatolien, zu verdanken. Dort fischte sie sich ihre Beute direkt aus dem Wasser. Um zu überleben musste sie also ihre Scheu vor dem Gewässer ablegen und wurde so im Laufe der Jahre zu einem richtigen kleinen „Seebären“, der das Schwimmen liebt. Heute findet man am Vansee jedoch fast gar keine freilebenden Van Katzen mehr. 1955 verließ das erste Zuchtpaar seine Heimat und wurde nach England gebracht. Durch das raue Klima am Vansee gelten die Van Katzen als sehr robuste Tiere. Sehr heiße Sommer und kalte Winter zwangen die Fellnasen schon von Anfang an dazu, sich an die Umweltbedingungen anzupassen. Ein Besuch beim Tierarzt sollte also selten vorkommen.

Die Türkische Van hat neben ihrer Vorliebe für das Wasser auch weitere Wesenszüge, die sie von so manch anderer Katzenrasse unterscheidet. Sie gilt als sehr menschenbezogen und verkraftet Trennungen kaum. Des Weiteren bezeichnet man sie als überdurchschnittlich intelligent. Schon die Kitten sind sehr lernfähig und können mit dem richtigen Training bereits im jungen Alter lernen, Dinge zu apportieren.

Warum die meisten Katzen kein Wasser mögen

Katzen erkennen ihre Artgenossen anhand ihres Geruchs. Sie mögen nicht gerne von anderen geputzt werden, da sie dann nicht mehr ihren eigenen individuellen Duft haben. An Maul und Schwanz einer Katze sitzen Pheromondrüsen, durch die sich die Vierbeiner beim Putzen mit ihrem Duft „einfetten“. Kommt nun Wasser ins Spiel (zum Beispiel Regen), geht dieser Geruch verloren und die Katze verliert einen Teil ihrer Persönlichkeit. Da die meisten Katzen aus sehr trockenen Gegenden in Afrika stammen, liegt es in ihrer Natur, dass sie wasserscheu sind. Sie sind das kühle Nass schlichtweg nicht gewohnt. Die Van Katze gilt hier fast als einzige Ausnahme.

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