Die letzten Tage vor dem Geburtstermin können nicht nur bei der Hündin, sondern auch beim Besitzer für Aufregung sorgen. Doch mit ein wenig Vorbereitung wird auch der Laie zum erfolgreichen Geburtshelfer. Trotzdem sollten Sie auch bei einer unbeschwert verlaufenden Trächtigkeit vorab immer Ihren Tierarzt benachrichtigen, damit er im Fall jeglicher Komplikationen zeitnah zur Hilfe kommen kann. Danach heißt es, auf die ersten Anzeichen der nahenden Entbindung zu achten.

Wann steht die Geburt unmittelbar bevor?

Die Phase unmittelbar vor dem Einsetzen der Wehen ist von einer zunehmenden Unruhe der Hündin gekennzeichnet. Sie irrt oft hektisch umher, schaut Sie Hilfe suchend an oder versucht sich ein Geburtsnest zu buddeln. Manchmal (aber nicht immer) verliert die Hündin Appetit und drängt auf einen Gassigang, kehrt dann aber ebenso schnell um. Diese Unruhephase kann ganz individuell von wenigen Stunden bis zu einem Tag andauern. Auch die Körpertemperatur sinkt in der Regel in den letzten vierundzwanzig Stunden vor der Geburt mindestens um ein Grad.

Den Welpen ins Leben helfen

Wenn sich dann die ersten wellenartigen, immer häufiger auftretenden Wehen bemerkbar machen, heißt es, dass nur noch eine bis drei Stunden bis zur Geburt des ersten Welpen bleiben. Die Eröffnungswehen, die die Welpen aus der Gebärmutter schiebend, gehen in noch stärkere Presswehen über, die den Welpen durch den Geburtstrakt in die Welt stoßen. Oft ist dieser noch von den Resten seiner Fruchtblase bedeckt. Falls die Hündin ihn nicht freileckt, müssen Sie helfend eingreifen und Gesicht und Nasenlöcher des Welpen vorsichtig von der Hülle befreien.

Die Nachgeburt, die Plazenta, die die Welpen in der Gebärmutter versorgte, kann zeitgleich mit dem Welpen oder auch einige Minuten danach austreten. Manchmal schubst auch der nächste Welpe die Plazenta aus. Nach der Geburt des ersten Welpen ruht sich die Hündin einige Minuten aus, bis sie erneut mit dem Pressen beginnt. Erst nach einigen Stunden kann sie sich entspannen und sich um das Füttern ihrer Babys sorgen. Viele Geburten ergeben keine Komplikationen, doch bei diesen Anzeichen sollten Sie unbedingt den Tierarzt rufen

  • Falls nach dem Beginn der häufigen Presswehen mehr als drei Stunden vergangen sind.
  • Wenn während der Geburt aus dem Gebärmuttertrakt übermäßig große Mengen an dichtem Blut heraustreten.
  • Wenn die Nachgeburt auch nach zwei bis drei Stunden nicht austritt.
  • Falls die Zeitspanne zwischen dem Erscheinen zweier Welpen sich in die Länge zieht (30 Minuten bis zu zwei Stunden sind normal).
  • Wenn die Fruchtblase geplatzt ist, stark grüne Flüssigkeit zum Vorschein kommt, der Welpe aber weiterhin im Geburtstrakt steckt.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.