Anna: Die neue Doku-Soap geht auf Kosten der Hunde

Ich finde dieses neue Sendeformat gemein. Angeblich soll die Doku-Soap den Teilnehmern und auch Zuschauern ihre Gewohnheiten und Erziehungsmethoden vor Augen führen und so helfen diese eventuell zu verbessern, aber das ist nur ein Vorwand. Denn die Unterhaltungssendung zielt – wie schon der Vorgänger "Frauentausch" – darauf ab, Familien mit möglichst unterschiedlichen Ansichten und Gewohnheiten miteinander zu konfrontieren. Und so prallen tatsächlich Welten aufeinander. Das ist für den Zuschauer zwar spannend, die Lacher gehen dabei allerdings auf Kosten der Tiere. Für den Zuschauer ist es natürlich sehr unterhaltsam, wenn beispielsweise eine Chihuahua-Besitzerin mit dem Berner Sennenhund der Tauschfamilie gnadenlos überfordert ist und der Berner Sennen-Halter mit dem kleinen Chihuahua nichts anzufangen weiß. Für die Hunde bedeutet es aber puren Stress, wenn ihre wichtigste Bezugsperson plötzlich einfach ausgetauscht wird und Dinge, die vorher erlaubt waren, plötzlich verboten sind. Ich würde meinen Hund niemals in die Obhut eines Wildfremden geben und schon gar nicht, wenn das auch noch von einem Fernseh-Team für eine Doku-Soap gefilmt würde.

Franziska: Hunde und Besitzer können vom Herrchentausch profitieren

Ich finde die Idee hinter der neuen Doku-Soap super. Es ist nicht nur unterhaltsam, die unterschiedlichen Familien und Gewohnheiten im Umgang mit dem Hund anzusehen, sondern es führt sowohl den Besitzern der Hunde in der Doku-Soap als auch den Zuschauern vor dem Fernseher vor Augen, was in der Hundeerziehung falsch laufen kann und wie man das vielleicht ändern könnte. Davon profitieren auch die Hunde. Schließlich kann so, wie in dem Trailer der Doku-Soap gezeigt wird, auch eine Erkrankung der Tauschhunde verhindert werden, weil die Besitzer zum Beispiel auf Übergewicht oder zu wenig Bewegung hingewiesen werden. Das Stress-Argument, dass die Gegner der Doku-Soap anführen, ist meiner Meinung nach völliger Quatsch. Der Hund wird nicht allein dadurch gestresst, dass mal für eine Woche einer seiner Besitzer nicht da ist. Jeder fährt mal in den Urlaub oder muss für eine paar Tage aufgrund des Berufs oder einer Krankheit verreisen oder abwesend sein. Das stresst den Hund nicht so übermäßig, dass es ein Problem wäre. Man gibt seinen Liebling ja auch zu Nachbarn, Freunden oder Familie, wenn man für ein paar Wochen in den Urlaub fährt. Der Hund passt sich sehr schnell an. In diesen Fällen springt übrigens, genau wie beim geplanten "Herrchentausch", auch bei Schäden, die während der Fremdhütung entstehen, die Tierhalterhaftpflicht ein. Also auch darum braucht man sich keine Sorgen zu machen. Und das Argument, dass dem Hund ganz plötzlich neue Regeln auferlegt werden sollen und das nicht gut wäre, finde ich schwach. Nur weil eine neue Person im Haushalt ist, die sich für ein paar Tage um den Hund kümmert, bedeutet das nicht, dass der Hund dadurch völlig verwirrt und geschädigt wird.

Verwendetes Bildmaterial

Foto: © WavebreakmediaMicro/fotolia.com

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