Im Gegensatz zur Blutspende beim Menschen läuft das Verfahren bei Tieren anders ab. Hier wird dem Tier zunächst nur eine kleine Menge Blut entnommen, um die Blutgruppe zu bestimmen. Damit ist der Vierbeiner dann in die Spenderdatenbank aufgenommen. Die richtige Blutspende erfolgt erst, wenn ein anderes Tier das Blut auch benötigt. Außerdem ist die Blutspende bei Hunden und Katzen aus gesundheitlichen Gründen an konkrete Bedingungen geknüpft. Hunde dürfen zum Beispiel nur Blut spenden, wenn sie zwischen zwei und neun Jahren alt sind, mindestens 20-25 Kilo wiegen, gesund sind, regelmäßig geimpft und entwurmt werden und keine Medikamente einnehmen.

Ausführliche Informationen zu Voraussetzungen, Ablauf und Vorteilen erfahren Sie hier:

Mehr Infos zur Blutspende beim Hund

Anna: Blutspende rettet Haustierleben

Eine Operation, eine Vergiftung oder ein Unfall ― Es gibt viele Situationen in denen eine Blutspende Leben retten kann. Auch bei unseren Haustieren. Deshalb finde ich es sehr gut und richtig, dass es die Blutspende auch für Tiere gibt. Denn leider kann jeder Tierhalter in die missliche Lage geraten, dass sein geliebter Vierbeiner auf eine Blutspende angewiesen ist. Da wäre es doch schlimm, wenn dem geliebten Haustier nicht geholfen werden könnte. Doch zum Glück gibt es viele gutherzige Menschen, die ihre Vierbeiner in die Datenbanken aufnehmen und deren Blutgruppe bestimmen lassen.

Bei Katzen gibt es drei verschiedene Blutgruppen, bei Hunden sogar mindestens zwölf. Das macht die Suche nach einem passenden Spender nicht gerade leichter. Es lohnt sich also darüber nachzudenken, ob auch das eigene Haustier anderen mit einer Blutspende diesen lebensrettenden Dienst erweisen kann. Dadurch, dass das Blut nur dann entnommen wird, wenn es auch benötigt wird, entsteht auch kein logistischer Aufwand für die Lagerung der Blutkonserven.

Auch für das Spendertier hat das Ganze einen positiven Nebeneffekt, denn durch den zusätzlichen Gesundheits-Check vor der Blutabnahme kommen manchmal auch bisher unentdeckte Erkrankungen ans Licht. Und nach der Blutspende werden die Lebensretter zum Dank selbstverständlich mit einem schmackhaften Leckerli belohnt. Meiner Meinung nach gibt es absolut nichts, was gegen eine Blutspende für Tiere spricht. Warum sollte einem die Gesundheit des eigenen Haustieres nicht genauso sehr am Herzen liegen wie die eigene?

Franziska: Irgendwo muss es Grenzen geben

Ich finde die Blutspende bei Tieren sehr bedenklich. Natürlich freut man sich, wenn seinem eigenen Haustier durch eine Blutspende geholfen werden kann. Doch das Spender-Tier kann nicht etwa, wie wir Menschen, selbst entscheiden und sagen, ob es spenden möchte oder nicht. Es kann nicht für sich selbst sprechen und mitteilen, ob es die Schmerzen und die vielleicht bestehende Angst ertragen möchte! Das Tier kann sich nicht wehren, auch wenn es Angst hat. Wir Menschen entscheiden natürlich immer für unsere Tiere, weil sie nun einmal nicht sprechen können, aber ich finde irgendwo muss auch eine Grenze gezogen werden. Man sollte sein Haustier nicht unnötigem Stress, Angst und Schmerz aussetzen, wenn es sich vermeiden lässt. Natürlich kann man argumentieren, dass andere Tiere auf die Blutspende angewiesen sind und man sich auch selbst über eine Spende freuen würde, wenn man in einer solchen Situation wäre. Aber wo kommen wir denn hin, wenn wir jetzt auch medizinisch anfangen, Tiere wie Menschen zu behandeln und ihnen Blut zu spenden, obwohl sie selbst nichts dazu sagen können? Bei der Behandlung ist außerdem nicht klar, dass es dem Empfänger-Tier hinterher wirklich besser oder sogar dauerhaft wieder gut geht. Ist es das also wirklich Wert, seinen Vierbeiner durch ein solches Prozedere zu schicken, wenn der Erfolg nicht einmal garantiert ist? Was halten Sie von der Blutspende für Hunde und Katzen?

Ist auch Ihr Vierbeiner ein Lebensretter oder stehen Sie dem Ganzen eher kritisch gegenüber? Sagen Sie uns Ihre Meinung auf Facebook.

 

Verwendetes Bildmaterial

Foto: © Tyler Olson/fotolia.com

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