Haben Sie Ihrem Hund mit viel Mühe das Zerkauen von Dingen abgewöhnt, doch von Ihren Händen lässt er nicht ab? Wir können ein Stück weit Entwarnung geben: Ihr Hund knabbert an Ihnen und anderen Hunden wahrscheinlich aus anderen Gründen als dem natürlich Kautrieb. Erfahren Sie hier, warum Sie sich über ein leichtes Knabbern Ihres Vierbeiners freuen können und wann Sie eingreifen sollten.

Knabbern oder Kauen?

Unsere Vierbeiner haben einen natürlichen Kautrieb, manche mehr, manche weniger. In einigen Fällen kaut der Hund alles an – vom Schuh bis zur Tapete – manchmal knabbert er fröhlich und vorsichtig an den Händen oder anderen Stellen seines Menschen. Während im ersten Fall unterschiedliche Formen von Stress das störende Verhalten auslösen können, ist ein leichtes Knabbern an Ihnen in der Regel nicht so negativ belastet und hat weniger mit dem Kautrieb zu tun. Trotzdem sollten Sie natürlich bei ungewohntem Verhalten immer in Erwägung ziehen, ob Ihr Liebling gelangweilt oder gestresst sein könnte und entsprechende Anpassungen vornehmen.

Der Hund knabbert aus Zuneigung

Vielleicht werden Sie es auch schon bei Hunden untereinander beobachtet haben: Liebevoll knabbert der Hund am Ohr oder an den Pfoten seines Artgenossen. Unter unseren Vierbeinern hat das Knabbern gleich mehrere Funktionen. Zum einen soll es die Rangordnung festigen, wobei rangniedere Hunde immer an den übergeordneten Vierbeinern knabbern. Zum anderen wirkt das Knabbern beruhigend, dient der Fellpflege und drückt Zusammengehörigkeit aus. Es ist also ein großes Kompliment, wenn Ihr Hund auch an Ihnen vorsichtig knabbert. Er pflegt Sie und möchte Ihnen seine Zuneigung ausdrücken. Natürlich sollten Sie dabei auf entsprechende Hygienemaßnahmen achten und keine Wunden an den beknabberten Stellen haben, damit die Hundeküsse nicht zu einer Bakterienfalle werden.

Der Hund knabbert zu doll

Das Knabbern sollte selbstverständlich nie so übermütig gestaltet sein, dass es weh tut oder gar Verletzungen verursacht. Gerade Junghunde müssen häufig noch lernen, dass die Hände von Herrchen und Frauchen kein Spielzeug sind. Und auch schnelles Schnappen nach den Händen hat nichts mehr mit liebevoller Pflege zu tun. Derartiges Verhalten birgt Verletzungspotential in sich und hat meist eine oder mehrere Ursachen, die es zu finden und zu behandeln gilt. Falls Sie selbst nicht weiterwissen, empfehlen wir Ihnen die professionelle Unterstützung eines Hundetrainers oder einer Hundetrainerin. Auch gesundheitliche Beschwerden sollten durch Ihren Tierarzt oder Ihre Tierärztin ausgeschlossen werden.

Foto: © Carola Schubbel/Adobe Stock

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