Robin Koch und seine Schäferhündin Hedda haben vieles erlebt und gut überstanden. In unserer Artikelreihe „Vom Militärdiensthund zum Weltenbummler“ berichten wir unter anderem von ihrer Zeit als Hundeführerteam bei der Militärpolizei und ihren spannenden Reisen. In diesem Interview berichtet Robin Koch von seinen Erfahrungen und gibt Tipps fürs Wandern mit Hund.


Inhaltsverzeichnis:


Wandern mit Hund richtig vorbereiten

Was sind die wichtigsten Aspekte in der Vorbereitung für fast alle bisherigen Wanderungen gewesen?

Eine ganzheitliche Vorbereitung durch das Sammeln von Informationen zur Route, eine gute und sinnvoll zusammengestellte Ausrüstung, ein guter Trainings- und Gesundheitszustand ist für alle Reisen unerlässlich. Zudem ist es hilfreich die Anreise und evtl. den ersten Tag fest zu planen, das erleichtert den Start. Der Rest ergibt sich dann. Wichtig ist auch, auf den bisherigen Erfahrungen der letzten Reisen, Urlaube und Ausflüge aufzubauen und so eventuelle Fehler zu vermeiden und bewährte Dinge sowie Gewohnheiten/Abläufe beizubehalten.

Herausforderungen beim Wandern mit Hund

Über welche Herausforderungen sind Sie besonders häufig gestolpert und wie haben Sie diese gelöst?

Prinzipiell erweist sich die An- und Abreise meist problematisch. Vor allem die Rückreise, da diese evtl. von wo anders stattfindet wie anfangs gedacht. Ich hatte öfters das Problem das Hunde in Zügen nicht erlaubt waren, hier half nur das reinschmuggeln in Zug und bis zur Abfahrt dessen abzuwarten oder den Hund – meist mit Hilfe von netten Fahrgästen – unter den Knien zu verstecken.

Im Weiteren sind die täglichen Schlafplätze bzw. die Suche danach immer schwierig. Bei Unterkünften für Fahrradfahrer, Reiter oder Bauernhöfen hatte ich meist am meisten Erfolg. Ansonsten hilft nettes Fragen und Überzeugen sowie Kompromisse suchen. Z.B. die Infrastruktur einer Herberge zu nutzen, aber nicht im Schlafraum zu schlafen. Ist zwar unkomfortabler, aber besser als nix. Letztlich haben sich die Zeiten aber geändert und Urlaub mit Hund ist nicht mehr so außergewöhnlich wie früher. Unsere Wanderung den Jakobsweg entlang 2009 war noch mit mehr Hindernissen verbunden, als sie es vielleicht heute wäre – und trotzdem war sie ein voller Erfolg! Wer sich allerdings nicht auf sein Glück verlassen oder einen gewissen Komfort sicher haben möchte, sollte Wandern mit Hund im Vorfeld gut planen und sich über Reisewege und -ziele genau informieren.

Wandern mit Hund gesund gestalten

Worauf muss man fürs Gesundheitliche besonders achten?

Es darf sich vor allem keiner verletzten oder überlasten. Deshalb ist mit den vorhandenen Ressourcen so gut wie möglich zu haushalten. Wenn man verletzt sein sollte, muss man schauen ob eine Pause helfen könnte oder ob man komplett die Reise abbrechen muss. Beides hatten wir schon. Auch hier hilft stetiges Training im Vorfeld, damit man zumindest nicht beim Wandern mit sich und der Ausrüstung beschäftigt ist. Vieles kann man im Vorfeld schon an Belastung trainieren.

Heddas Ballen an den Pfoten hatte ich jeden Tag mehrmals mit Vaseline eingerieben, damit diese schön weich und geschmeidig bleiben. Einmal hatten wir aber auch das Problem, dass ein Ballen durch die lange Strecke etwas rissig wurde und fast wund war. Hier half ein paar Tage eine kürzere Strecke und Entlastung.

Außerdem sollte man immer mindestens jede Stunde dem Hund Wasser anbieten und nicht zu lange in der prallen Sonne laufen. Regelmäßige Pausen sind wichtig und der Hund gibt immer das Tempo vor!

Die beste Ausrüstung fürs Wandern mit Hund

Welche Gadgets halten Sie für besonders nützlich?

Ein Wanderführer ist sehr hilfreich, um unterwegs punktuelle Infos zu Sehenswürdigkeiten, Einkehrmöglichkeiten und Unterkünfte zu erhalten. Ein Monokular und ein Kompass hatte mir oft geholfen den Weg vorab zu erkunden und uns den einen oder anderen Umweg zu ersparen. Ein kleiner Löffel und ein Taschenmesser helfen dabei, fast alle Mahlzeiten unterwegs zu essen, sofern man abends in Unterkünfte kommt oder nur kalt essen mag. Eine Mini Dynamo Taschenlampe reicht für alle Fälle aus. Eine Brusttasche und ein Geldgürtel helfen wichtige Unterlagen, wie zum Beispiel im Ausland den Reisepass und den Heimtierausweis, nah am Körper zu tragen.

Auf eine Uhr würde ich verzichten sowie auf jeglichen Ballast. Man braucht nicht viel! Der größte Teil der Ausrüstung sollte für den Hund sein: Das Futter und das Trinken kann man schlecht leichter machen, aber bei anderen Dingen wie beispielsweise Decke und Napf kann man schauen, dass man leichte bzw. platzsparende Varianten findet. Außerdem gibt es spezielle Rucksäcke für Hunde, wovon Hedda auch einen eigenen hatte (der aber auf keinen Fall zu schwer beladen werden durfte).

Wandern mit Hund: Ein schönes Abenteuer

Haben Sie noch einen allgemeinen Rat an wanderlustige Hundehalter?

Es einfach probieren. Mit einer guten Vorbereitung und Vertrauen ist alles möglich. Irgendwie kommt man immer ans Ziel, findet immer eine Unterkunft oder eine Schlafmöglichkeit sowie nette Leute und am Ende der Reise bleibt ein schönes Abenteuer, von dem man mehr zehrt als von einer Pauschalreise. Mehr erleben und erzählen kann man davon allemal.

Anfangs ist es hilfreich, eine Wandertour zu wählen, bei der eine gewisse Infrastruktur wie Unterkünfte, Einkehrmöglichkeiten oder Einkaufsmärkte am Tage, gute Beschilderung und Wasserversorgung vorhanden sind. Später kann man sich auch fernab der Masse auf Wegen bewegen, wo es nicht so bequem ist, aber dafür umso aufregender.

Foto: © Robin Koch

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