Nicht immer sind Erkrankungen auf den ersten Blick zu erkennen. Je früher eine Krankheit jedoch bemerkt wird, desto besser kann man sie meistens behandeln. Gerade unsere stolzen Stubentiger tendieren dazu, Leiden zu verbergen, sodass Krankheiten über einen langen Zeitraum unbemerkt bleiben können. Damit das nicht passiert, sollten Sie einige Merkmale immer im Blick haben und zu Hause regelmäßig einen Gesundheitscheck bei der Katze durchführen.


Inhaltsverzeichnis:


Gesundheitscheck bei der Katze: Normalwerte kontrollieren

Puls, Atmung, Körpertemperatur – wie beim Menschen auch, gibt es bei der Katze bestimmte Werte, die man überprüfen kann, um ihren Gesundheitszustand grob einzuschätzen. Hat die Katze beispielsweise eine erhöhte Temperatur oder sogar Fieber, kann dies auf einen Infekt hindeuten.

Normalwerte kontrollieren: Temperatur  

Die Normaltemperatur bei einer Katze liegt zwischen 38 bis 39 Grad Celsius (bis 39,5 Grad Celsius bei Kitten). In der folgenden Grafik wird Ihnen erklärt, wie Sie bei Ihrer Katze richtig Temperatur messen (zum Vergrößern, bitte auf die Grafik klicken). Achten Sie darauf, dass Sie während des Vorgangs möglichst ruhig bleiben, damit Ihre Samtpfote nicht gestresst ist. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Normalwerte kontrollieren: Puls

Ein weiterer Vitalwert, der etwas über den Gesundheitszustand Ihrer Katze aussagt, ist der Puls. Dieser sollte bei einer gesunden Katze im Ruhezustand 110 bis 130 Schläge pro Minute betragen. Ein erhöhter Puls kann zum Beispiel ein Hinweis auf eine Überfunktion der Schilddrüse oder eine Herzschwäche sein. Wenn Sie den Gesundheitscheck bei der Katze zu Hause durchführen, messen Sie den Puls unbedingt im Ruhezustand – also am besten nicht direkt nach dem Spielen, sondern eher nach dem Aufwachen oder Ausruhen. Suchen Sie sich dafür mit Ihrer Katze ein ruhiges Plätzchen aus und verbinden Sie den Vorgang mit einer Streicheleinheit. Der Puls wird bei Katzen an der Innenseite des Oberschenkels gemessen. Dort sollten Sie mit den Zeigefingern die Oberschenkelarterie ertasten und den Puls spüren. Drücken Sie leicht auf das Blutgefäß – nicht zu stark, sonst klemmen Sie die Arterie ab und können nichts fühlen. Zählen Sie den Puls 15 Sekunden lang und multiplizieren Sie den Wert dann mit dem Faktor vier (Pulsfrequenz = Pulsschlag pro Minute).

Normalwerte kontrollieren: Atmung

Im Anschluss können Sie noch die Atemfrequenz und den Atemtyp der Katze bestimmen. Samtpfoten atmen kostoabdominal, das bedeutet Brustkorb und Bauchdecke sollten sich beim Ein- und Ausatmen gleichmäßig heben und senken. Der Normalwert liegt hier bei 20 bis 40 Atemzügen pro Minute. Sollte es bei Ihrem Liebling zu einer starken Abweichung, zum Beispiel nur Bauch- oder nur Brustatmung, kommen, kann das beispielsweise auf eine Erkrankung der Atemwege, wie zum Beispiel Asthma, hinweisen. Um die Atemfrequenz zu kontrollieren, sollten Sie sich schräg hinter Ihre Katze stellen oder setzen. Beobachten Sie, wie sich die Körperseite auf und ab bewegt und zählen Sie auch hier wieder 15 Sekunden lang die Atemzüge. Danach können Sie das Ganze wieder mit vier multiplizieren und erhalten so den Wert pro Minute. Achten Sie außerdem darauf, ob Ihre Katze irgendwelche Geräusche macht. Röchelt oder hustet sie vielleicht? Dass sind Informationen, die für den Tierarzt hilfreich sein können.

Normalwerte kontrollieren: Schleimhäute

Schauen Sie sich im Anschluss wenn möglich die Maulschleimhäute, also beispielsweise das Zahnfleisch, Ihrer Katze an. Diese sollten bei einer gesunden Katze blass rosa und feucht glänzend sein. Sind sie zu blass oder zu gerötet, dann sollte ein Experte draufschauen. Denn veränderte Schleimhäute können Hinweise auf versteckte Krankheiten, wie beispielsweise Zahn- oder Zahnfleischprobleme, eine Blutarmut oder Kreislaufprobleme sein.

Normalwerte bei der Katze

Temperatur: 38° bis 39° Celsius
Puls: 110 bis 130 Schläge pro Minute
Atmung: 20 bis 40 Atemzüge pro Minute, kostoabdominal
Schleimhäute: blass rosa – feucht glänzend  


Gesundheitscheck bei der Katze: Gesundes Fell

Katzen sind für ihre Reinlichkeit bekannt. In Verbindung Fellpflege sollte das Haar also der Rasse entsprechend dicht und glänzend sein. Bei einem Leiden kann es jedoch sein, dass Ihr Liebling die eigene Pflege vernachlässigt oder schmerzende bzw. juckende Stellen übermäßig putzt, sodass kahle Stellen entstehen. Die Kontrolle des Fells gehört zum regelmäßigen Gesundheitscheck bei der Katze, den Sie als Katzenbesitzer zu Hause durchführen können. Wirkt das Fell stumpf und ausgedünnt oder hat Ihre Katze viele Schuppen sollten Sie dem nachgehen. Achten Sie außerdem auf Parasiten, die umgehend behandelt werden müssen.

Gesundheitscheck bei der Katze: Gesicht

Der Nasenspiegel sollte weich sein und keine Verkrustungen, Ablagerungen oder sogar Blutungen aufweisen. Ein rissiger Nasenspiegel kann zum Beispiel auf einen Wassermangel oder Hautprobleme hindeuten. Werfen Sie außerdem beim regelmäßigen Gesundheitscheck bei der Katze einen genauen Blick auf die Ohren und die Augen: Übermäßige wachsartige oder schwarze Ablagerungen oder Rötungen in den Ohren, häufig einhergehend mit einem unangenehmen Geruch, sollten von einem Tierarzt untersucht werden. Auch vermehrter oder verfärbter Augenausfluss, sowie zugekniffene oder tränende Augen sind in der Regel nicht normal. Dies sollte ebenfalls von einem Tierarzt angeschaut werden.

Gesundheitscheck bei der Katze: Gesunde Zähne

Zähne können einen Aufschluss auf das Alter des Tieres geben. Dabei werden Durchbruch und Abnutzung der Milchzähne, Zahnwechsel, die Abnutzung der Zahnspitzen oder das Fehlen von Zähnen in Betracht gezogen. Erwachsene Katzen haben normalweise 30 Zähne.

Beschädigte, verfaulte oder abgebrochene Zähne können bei Ihrer Katze Schmerzen auslösen. Zahnstein, der sich als dunkler Film oder dicker Belag auf den Zähnen abzeichnet, kann zu Zahnfleischentzündungen oder Karies führen. Wenn Ihre Katze Schmerzen hat, kann es sein, dass sie nicht mehr richtig fressen will. Schauen Sie daher, wenn möglich, beim regelmäßigen Gesundheitscheck in das Maul Ihrer Katze. Übermäßiger Mundgeruch deutet häufig auf Probleme mit der Verdauung, den Nieren oder Zähnen hin. Sollte Sie Zahnstein, Entzündungen oder eine verringerte Futteraufnahme feststellen, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Tierarzt.

Gesundheitscheck bei der Katze: Gewicht

Gewichtsabnahmen oder -zunahmen können auch Hinweise darauf sein, dass der Gesundheitszustand Ihrer Katze nicht optimal ist. Eine weibliche Europäisch Kurzhaar Katze wiegt zwischen vier und sechs, ein Kater zwischen fünf und sieben Kilogramm. Um den Ernährungszustand zu beurteilen, wird bei Katzen darüber hinaus der Rumpf betrachtet. Rippen, Taille, Lendenwirbel und Beckenknochen sollten gut fühlbar, aber nicht sichtbar sein.

Zum Gesundheitscheck bei der Katze, den Sie zu Hause durchführen können, sollten Sie das Gewicht im Auge behalten. Haben Sie keine geeignete Waage im Haus, können Sie sich erst ohne und dann mit Ihrer Katze auf dem Arm auf die Waage stellen und Ihr Gewicht abziehen. Sowohl Untergewicht als auch Übergewicht bei der Katze können zu gesundheitlichen Problemen wie Organschäden oder Gelenkproblemen führen und sollten daher vermieden werden. Vor allem Wohnungskatzen neigen zu Übergewicht. Sie bewegen sich oft weniger als Freigänger und nehmen mehr Kalorien zu sich als sie verbrauchen. Daher sollten Sie die Futtermenge anpassen oder ein kalorienreduziertes Futter füttern und Ihre Katze spielend zu Bewegungen auffordern.

Gesundheitscheck bei der Katze: Futter- und Wasseraufnahme

Katzen sind ursprüngliche Wüstenbewohner und daher nicht darauf eingestellt viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Beobachten Sie deshalb regelmäßig, ob Ihre Katze zu viel oder zu wenig trinkt. Auch das gehört zum Gesundheitscheck bei der Katze. Gerade bei der Fütterung von Trockenfutter ist es wichtig, trinkt. Eine übermäßige Flüssigkeitsaufnahme kann eventuell auf Krankheiten wie Diabetes mellitus oder eine Niereninsuffizienz hinweisen. Eine ausgewachsene Katze benötigt ungefähr 50 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Das kann allerdings je nach Größe des Tieres variieren. 

Informieren Sie sich außerdem über die Inhaltsstoffe des Futters und bieten Sie eine qualitativ hochwertige Ernährung. Verschmäht Ihr Liebling jegliche Mahlzeit oder fordert mit Maunzen neues Futter, obwohl der Napf noch gefüllt ist, besteht Grund zur Sorge. Das ist ebenfalls der Fall, wenn Sie trotz Nahrungsaufnahme einen Gewichtsverlust feststellen, da Ihre Katze dann die Nährstoffe nicht richtig verarbeitet. Gelegentliches Hervorwürgen von Futter und Haarbällen ist übrigens in geringem Ausmaß unbedenklich. Regelmäßiges Erbrechen bei Katzen sollte allerdings unbedingt von einem Tierarzt untersucht werden. Behalten Sie außerdem bei der Reinigung der Katzentoilette einen Blick auf die Ausscheidungen Ihres Tieres. Normaler Katzenkot sollte aus kleinen festen Würsten bestehen. Breiiger oder dünnflüssiger Kot kann auf eine Infektion hinweisen. Auch eine Veränderung des Urins kann auf eine Veränderung im Körper hinweisen. Dieser sollte klar sein und eine (blass-)gelbe Farbe aufweisen. Bei Erkrankungen wie einer Magendarminfektion verlieren Katzen sehr viel Wasser, was unbehandelt schnell zu einer ernstzunehmenden Gefahr wird.

Gesundheitscheck bei der Katze: Aktivität

Ihre sonst gesellige Katze beginnt, Sie zu meiden? Sie ist ruhiger, zurückhaltender oder auffallend träge? Oder reagiert sie aus nicht nachvollziehbaren Gründen aggressiv? Veränderungen im Verhalten sollten Sie aufmerksam beobachten. Sie können auf versteckte Schmerzen hindeuten, was Sie von Ihrem Tierarzt untersuchen lassen sollten.

Gesundheitscheck bei der Katze: Wann war der letzte Tierarztbesuch?

Wenn Sie kein Leiden bei Ihrem Lieblings erkennen können: Prima! Trotzdem sollten Sie regelmäßig Gesundheitschecks bei der Katze in den eigenen vier Wänden durchführen und mindestens einmal im Jahr eine  Vorsorgeuntersuchung vom Tierarzt durchführen lassen. Falls dann etwas ist, sind Sie mit einem Tierkrankenschutz finanziell abgesichert.

 

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

 

Foto: © Alena Ozerova/Adobe Stock

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