Wie beim Menschen ist auch bei Katzen eine erhöhte Temperatur oft ein Anzeichen für eine Erkrankung. Die Symptome sind ähnlich und können sich durch Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und schnelles Atmen äußern. Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zum Fieber bei Katzen zusammengefasst und erklärt, wie Sie die Körpertemperatur Ihrer Samtpfote messen können.


Inhaltsverzeichnis:


Was ist Fieber bei Katzen?

Das Gehirn stößt eine Erhöhung der Körpertemperatur an, indem es Botenstoffe aussendet, die bestimmte Verhaltensreflexe auslösen. Diese führen wiederum dazu, dass sich die Katze aufheizt. Zum Beispiel wird weniger Körperwärme nach außen abgegeben, weil sich die Blutgefäße in der Haut zusammen ziehen. Auch kann es sein, dass die Katze zittert, um ihre Körpertemperatur dadurch zu erhöhen.

Fieber bei Katzen: Ursachen

Fieber ist als Schutzmechanismus anzusehen, der das Immunsystem unterstützt und Infektionserreger bekämpft. Auslöser sind bestimmte Stoffe, die im Gehirn eine Temperaturerhöhung einleiten. Die Herkunft dieser Stoffe kann dabei ganz unterschiedlich sein: Infektionserreger wie Pilze, Bakterien oder Viren können Fieber auslösende Stoffe abgeben. Darüber hinaus können auch entzündets oder abgestorbenes Gewebe, wie beispielsweise bei einer Zahnentzündung oder nach einem Zeckenbiss, aber auch bestimmte Giftstoffe oder gar Medikamente Fieber hervorrufen. Nicht zuletzt können auch Tumor- oder körpereigene Immunzellen solche fieberauslösenden Stoffe freisetzen.

Die häufigsten Ursachen von Fieber bei Katzen sind damit:

  • Verletzungen
  • Infektionen
  • Immunbedingte Erkrankungen
  • Abbau von Blutungen und Ergüssen
  • Knochenmarkserkrankungen
  • Tumoren

Besonders bei Infektionskrankheiten hat eine erhöhte Körpertemperatur positive Auswirkungen auf den Heilungsprozess: Denn viele Erreger haben bestimmte Temperaturspannen, bei denen sie sich am liebsten vermehren. Der Anstieg der Temperatur kann also das Wachstum verlangsamen oder ausschalten. Auch Bakterien benötigen ein bestimmtes Milieu, um zu überleben. Oft verändert es sich bei höheren Temperaturen so, dass bestimmte Stoffe nicht mehr zur Verfügung stehen und sie absterben. Abwehrzellen können durch einige fieberauslösende Stoffe sogar aktiviert oder vermehrt werden.

Nicht verwechseln sollte man Fieber mit einer so genannten Hyperthermie, also dem Hitzschlag. Dabei ist die Körpertemperatur der Katze ebenfalls erhöht. Die Ursache ist hier jedoch eine andere: Es wird durch die Katze mehr Wärme produziert als der Körper abgeben kann. Häufig kommt dies bei jungen, übergewichtigen bzw. untrainierten Tieren vor, wenn die Muskelaktivität ungewohnt hoch ist oder sie sich stark aufregen. Auch eine zu hohe Wärmezufuhr von außen kann eine Hyperthermie auslösen. Katzen sollten sich daher bei sehr warmen Außentemperaturen nicht in unbelüfteten, geschlossenen Räumen aufhalten. Besonders große oder kurznasige Katzenrassen sind dem Risiko eines Hitzschlags ausgesetzt.

Fieber bei Katzen erkennen

Die normale Temperatur bei Katzen beträgt zwischen 38 und 39 Grad Celsius – ist diese Temperatur erhöht, ist das natürlich das wichtigste Anzeichen. Dennoch gibt es individuelle Unterschiede, sodass es ratsam ist, ab und an die Körpertemperatur Ihrer gesunden Katze zu messen. So lernen Sie den persönlichen Normalwert Ihres Stubentigers kennen. Bitte beachten Sie: Bei gestressten Vierbeinern oder unmittelbar nach körperlicher Anstrengung kann die Körpertemperatur um bis zu 1,5 Grad erhöht sein, und zwar ohne, dass die Katze Fieber hat.

Wie Sie bei Katzen Fieber messen, sehen Sie in unserer Infografik (zum Vergrößern, bitte auf die Grafik klicken):

 


Die folgenden Symptome können auf Fieber bei Ihrer Katze hindeuten: Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, ein pappiges Zahnfleisch, ein schneller Herzschlag (über 130 Schläge pro Minute) oder eine schnelle Atmung (über 40 Atemzüge pro Minute). Bei diesen Anzeichen sollten Sie auf jeden Fall das Fieberthermometer zücken.

Auch wenn das Fieber bei Katzen ein hilfreicher Hinweis sein kann, so hat es nicht nur positive Effekte, denn die Stoffwechselvorgänge laufen bei der Katze schneller ab. Ihr Liebling kann beispielsweise an Gewicht verlieren, wenn das Fieber länger anhält. Auch können Hitzeschäden am Körpergewebe entstehen, wenn die Temperatur über 41,6 Grad liegt. Das Zentralnervensystem der Katze ist sehr empfindlich. Und so kann Fieber zu Anfällen, Koma und in seltenen Fällen sogar zum Tod führen. Zudem können auch der Magen-Darm-Trakt, die Nieren, die Muskulatur und das Herz durch die zu hohe Körpertemperatur geschädigt werden und sie kann Leberfunktions- sowie Blutgerinnungsstörungen auslösen.

Fieber bei Katzen behandeln

Ob und wie Sie die Körpertemperatur Ihrer Katze bei Fieber senken sollten, hängt vom Fall ab. Handelt es sich zum Beispiel um einen akuten Infekt, kann es kontraproduktiv sein, mäßiges Fieber zu senken. In diesem Fall sollten Sie regelmäßig die Temperatur kontrollieren und Ihrem Liebling ausreichend Wasser anbieten. Eine Besserung sollte nach zwei Tagen eintreten. Hält das Fieber länger an oder ist die Ursache nicht ersichtlich, sollten Sie unbedingt Ihren Tierarzt kontaktieren.

Bei 41 Grad und mehr sollten Sie so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen, da Temperaturen in dieser Höhe sehr bedrohlich sein können. Ihr Tierarzt wird bei Ihnen einen ausführlichen Vorbericht erfragen, u.a. auch ob die Katze in letzter Zeit eine Zecke hatte, und eine gründliche klinische Untersuchung durchführen, um weitergehende Hinweise auf den Auslöser des Fiebers zu finden. Im Anschluss sind möglicherweise noch weitere Untersuchungen nötig, wie z. B. Blutuntersuchungen, Röntgen- und Ultraschallaufnahmen, Gewebeproben oder die Untersuchung von Körperflüssigkeiten. Wenn es erforderlich ist, kann der Tierarzt Ihrer Katze sofort mittels Infusionen oder fiebersenkenden Medikamenten helfen. Wenn die Fieberursache ermittelt wurde, wird der Tierarzt versuchen, diese durch Medikamente oder einen operativen Eingriff zu beseitigen und so das Fieber zu stoppen.

Fieber senken bei Katzen

  • Viel trinken: Bieten Sie Ihrer Katze genügend Wasser an.
  • Kühlende Wickel: Bedecken Sie die Katze mit feuchten Tüchern oder erzeugen Sie mit einem Ventilator einen sanften Luftstrom. Achtung: zu kalt, z. B. durch eiskaltes Wasser oder gar Eis, sollte es nicht werden – das könnte die Temperatur im schlimmsten Fall noch weiter erhöhen.
  • Pfotenwickel: Wickeln Sie um die Pfötchen Tücher, die mit hochkonzentriertem Alkohol benetzt sind. Wenn der Alkohol verdampft, entzieht er dem Körper die überschüssige Wärme. Geben Sie darauf Acht, dass Ihr Liebling den Alkohol nicht ableckt.
  • Massagen: Mit einer leichten Massagen kann die Durchblutung der Haut angeregt und damit die Wärmeabgabe gefördert werden. Da die Massage aber auch unangenehm für Ihre Katze sein kann, behalten Sie die Reaktion im Auge.
  • Bei allen Maßnahmen gilt: Seien Sie ruhig und liebevoll Ihrem Patienten gegenüber. Wenn er sich zu sehr aufregt, könnte dies die Temperatur unnötig nach oben treiben.

 

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

Foto: © Bild oben: AGILA Haustierversicherung / Infografik: AGILA Haustierversicherung/www.i-de.de

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