Sie hat viele Namen: Chinesische Wüsten-, Berg-, Gobi- oder Graukatze. Trotzdem zählt die unabhängige Samtpfote zu den unbekanntesten und am wenigsten erforschten Arten der Welt. Erfahren Sie mehr über die mysteriöse „Felis bieti“.

Kräftiger Körperbau

Mit einem Gewicht von bis zu neun Kilogramm und einer Körperlänge, die 80 Zentimeter erreichen kann, ist die Wildkatze in der Regel größer und stämmiger als unsere Stubentiger. Hinzu kommt ein bis zu 35 Zentimeter langer Schwanz, den buschiges Haar mit dunklen Ringen auszeichnet. Ihr Fell, wie der Name bereits andeutet, ist gräulich-braun und die mit langen Haarbüscheln besetzten Ohren ähneln denen eines Luchses. Das Gesicht der Fellnase ist breiter als das unserer Sofalöwen und erinnert damit etwas an die außergewöhnliche Mimik des Manuls.

An die Heimat angepasst

Die Heimat der Gobikatze liegt ausschließlich im westlichen bis zentralen China, wo sie in felsigen Regionen mit spärlichem Pflanzenbewuchs wie lichten Bergwäldern oder Hochlandsavannen zu finden ist. Dort, in freier Natur, wird sie vermutlich bis zu 16 Jahre alt. Die wechselnden Temperaturen der Gegenden machen der Fellnase nichts aus, so bietet zum Beispiel eine dichte Behaarung an den Pfotenunterseiten Schutz vor kaltem Boden. Den Tag verbringt die Einzelgängerin meist in Erdbauten, um später in der Dämmerung und Nacht Jagd auf verschiedene Nagetiere wie Wühlmäuse oder Pfeifhasen zu machen. Diese können auch unterirdisch dank eines ausgezeichneten Gehörs geortet und ausgebuddelt werden.

Scheu und zurückgezogen

Die größte Bedrohung für den Artenbestand stellt der Mensch dar: Zum einen machen Wilderer aufgrund ihres dichten Fells Jagd auf die Graukatze, zum anderen werden immer wieder Exemplare durch das Vergiften von Nagetieren indirekt getötet. Die Fellnase lebt zurückgezogen und ist nur in wenigen chinesischen Zoos zu sehen – in Deutschland in keinem einzigen.

Foto: © ylq/shutterstock.com

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