Ein Gastartikel von Zen-Dogs-Training

Zen im Hundealltag, eine Kombination, die im ersten Moment etwas ungewöhnlich erscheint. Zunächst einmal – was versteht man unter Zen überhaupt?!

Was ist Zen und was hat es mit Hunden zu tun?

Zen an sich ist schwer in Worten auszudrücken. Aber grob gesagt ist er eine buddhistische Geisteshaltung, bei der es im Wesentlichen darum geht, den eigenen Weg zu finden und diesen zu leben. Den gegenwärtigen Moment bewusst zu erfahren, intuitiv sein authentisches Selbst und die Verbundenheit mit dem Universum zu fühlen, das ist die Essenz des Zen. Und damit sind wir thematisch bei unseren Hunden angekommen. Denn wer einen guten Zen-Lehrer sucht, der darf gerne einmal einen Blick ans andere Ende der Leine riskieren – da steht er und schenkt uns seinen treuherzigen, liebevollen Blick: unser persönlicher Zen-Lehrer auf vier Pfoten!

Im Alltag ist es oft so, dass wir mit unserem Hund zwar Gassi gehen, aber gar nicht wirklich bei der Sache sind. Unsere Gedanken drehen sich um alles Mögliche. Hunde hingegen verstehen es sehr gut, im Augenblick anzukommen. Sie genießen die Zeit mit uns, können sich tierisch über den Stock, den wir werfen, freuen. Übrigens haben Hunde im tibetischen Buddhismus eine klare Sonderstellung und gelten der Legende nach auch als beschützende Begleiter und Freunde des Buddhas.

Zen als mögliche Problemlösung in der Hundeerziehung

Loslassen, gedanklich leer werden, um Raum für neue Kreativität zu schaffen, das tut auch in der Hundeerziehung gut. Zum Beispiel dann, wenn unser geliebter Vierbeiner die eine oder andere unerwünschte Verhaltensweise an den Tag legt. Schnell sind wir Zweibeiner frustriert und bestärken mit einer negativen Erwartungshaltung das Problem!

Anstatt mit dem sogenannten »Anfängergeist« des Zen - also unvoreingenommen und frei - diesen kritischen Situationen zu begegnen, ist oft schon das negative Szenario (z.B. mein Hund hört nicht mehr auf mich, wenn andere Hunde da sind) im Kopf und wir versteifen uns so auf das Problem und nicht auf eine Lösung. Dabei hilft es, die eigene Einstellung zu verändern und sich darauf zu besinnen, was man als Mensch-Hund-Team schon alles geschafft hat.

Wenn wir, wie unser Hund, jeden Augenblick als frisch, lebendig und als neue Chance begreifen, dann haben wir schon viel gewonnen. Ist der Mensch entspannt und zuversichtlich, überträgt sich diese Stimmung auch auf den Hund. Eine praktische Übung zu Stimmungsübertragung finden Sie hier.

Später gilt es,  dies auch in Stresssituationen umzusetzen: Versuchen Sie vollkommen präsent zu sein und – wie in der Übung gelernt – ruhig zu atmen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Dadurch entsteht eine aufmerksame Entspanntheit, welche die Sinne schärft und uns intuitiv richtig handeln lässt. Jeder Fort- aber auch Rückschritt ist dabei wertvoll. Denn letztendlich ist ohnehin der Weg das Ziel.

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