Als ich sechs Jahre alt war trat ein kleiner Welpe in mein Leben, der meine Familie und mich elf Jahre lang begleitete. Der Schäferhund-Labrador Mix bekam den Namen „Boomer“. Er war ein Dickkopf durch und durch und schaffte es trotzdem immer wieder, dass man ihm einfach nicht böse sein konnte. Unter den zahlreichen Macken meines Hundes, gab es eine, die mich besonders verblüffte: seine Fressgewohnheiten.

Ungewöhnliche Fressgewohnheiten

Mittagsreste aus dem Kompost, Pferdeäpfel vom Waldweg, Fleisch oder Wurzeln – ob frisch oder nicht, ihm schien es immer zu schmecken. Was für uns Menschen schon kaum mit anzusehen ist, scheint für Hunde eine wahre Gaumenfreude zu sein. Verwunderlich ist dabei auch, dass diese Fressgewohnheiten nur selten zu ernsthaften Magenverstimmungen führen. Die Magensäure der Hunde verdaut zwar Fleisch im Nu und wirkt zudem antibakteriell, Pflanzliches jedoch können Hunde nur verwerten, wenn es besonders aufbereitet oder bereits verdaut ist. Dies ist beispielsweise bei Pferdeäpfeln der Fall, welche Boomer am liebsten halbgefroren im Winter genoss.

Ungewöhnlichen Fressgewohnheiten entgegenwirken

Ein kleines Hilfsmittel gegen die ungewöhnlichen Fressgewohnheiten: grüner Pansen. Bei diesem „Leckerbissen“ handelt sich um einen rohen, mit vorverdautem Grünzeug gefüllten Magen. Hunde brauchen Pflanzliches, um den ab und an übersäuerten Magen zu neutralisieren. Deshalb fressen die Fellnasen auch oft Gras. Pansen ist sehr gesund für Hunde und kann der Magenübersäuerung entgegenwirken. Geben Sie Ihrem Liebling wöchentlich einmal Pansen, welchen Sie über zahlreiche Onlineshops im Internet oder auch in jedem Tiergeschäft bekommen. Die kuriosen Fressgewohnheiten sollten dann rasch abnehmen. Vorsicht ist angebracht Sie sollten Ihren Hund nicht alles unbedenklich fressen lassen, auf das er gerade Appetit hat. Es gibt zahlreiche giftige Stoffe und Krankheiterreger, die von der Magensäure des Hundes nicht zerstört werden können.

Besonders bei Welpen und Junghunden ist hier Vorsicht geboten. Die noch jungen Tiere probieren alles, was ihnen zwischen die Zähne kommt und können so bereits von klein auf die verrücktesten Fressgewohnheiten entwickeln. Ihr Immunsystem ist meist noch schwächer, als bei älteren Artgenossen und macht sie dadurch besonders anfällig.

Der kurioseste Fall bei meiner Fellnase: Zur Herbstzeit versuchte er Esskastanien, die als Dekoration gedacht waren, zu fressen – und das samt stacheliger Schale! Nicht nur die Inhaltsstoffe können also Gefahren für Hunde bergen, sondern auch durch die „Verpackung“ kann die Gesundheit einer Fellnase gefährdet werden.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund etwas Unverträgliches gefressen hat, zögern Sie nicht einen Tierarzt aufzusuchen. Zur Absicherung vor ausufernden Tierarztkosten empfiehlt sich eine Hundekrankenversicherung.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

Foto: © Igor Normann/fotolia.com

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