Thema heute sind Angsthunde – insbesondere geht es hierbei um jene Vierbeiner, die Angst vor fremden Menschen haben. Verkriecht sich Ihr Hund, wenn Besuch klingelt oder reagiert sogar mit aggressivem Gebell? Wir haben Hundeexpertin und Trainerin für Menschen mit Hund Frau Inge Büttner-Vogt zu diesem Thema befragt und hilfreiche Tipps von ihr erhalten.

Wie sollten sich Frauchen oder Herrchen verhalten, wenn es klingelt und ihr Hund sofort zur Tür rennt, um den „Eindringling“ fernzuhalten?

Büttner-Vogt: Nehmen Sie ihn an die Leine, hinter Ihren Körper, da bleibt er, bis der Besuch sitzt. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Hund zeigen, dass er nichts zu erledigen hat, es Ihre Wohnung, Ihr Revier und Ihr Gast ist. Lassen Sie ihn auch nach der Begrüßung ruhig noch weiter an der Leine und warten, bis sich der Besuch gesetzt hat. Wenn der Hund dann schnüffeln geht, ist alles wesentlich entspannter. Wenn nicht – zurück an die Leine.

Wie sollte man am besten mit einem ängstlichen Hund umgehen: Ihm die kalte Schulter zeigen oder Mitleid gewähren?

Büttner-Vogt: Auf keinen Fall sollte man Furcht ignorieren. Mitleid ist jedoch auch keine Lösung, denn damit kann der Hund nicht umgehen. Wenn wir ihn trösten anstatt ihn zu beschützen, ihn streicheln anstatt ihn aktiv aus der Situation zu führen, wird er uns bald nicht mehr für voll nehmen. Er lehnt uns dann als Beschützer ab, glaubt, dass wir das Rudel nicht führen können und wird im schlimmsten Fall auffällig. Sehr viele Hunde, die an der Leine aggressiv sind, haben das Problem mit dem anderen Ende der Leine.

Was halten Sie von einer Konfrontationstherapie bei Hunden, die Angst vor fremden Leuten haben, indem man beispielsweise wieder und wieder den Besuch simuliert?

Büttner-Vogt: Davon halte ich sehr viel, sofern es mit Fachwissen und Respekt durchgeführt wird. Mögliche Konfrontationstherapie: Der (bestellte) Klingler kommt nicht rein. Wenn er zwei Mal geklingelt und der Hund zweimal gebellt hat, rufen Sie ihn auf eine Decke im Flur und geben ihm ein Leckerli – was richtig Gutes! Das muss man wirklich oft üben. Verbinden Sie die Klingel mit der Decke. Allerdings werden Sie zwei bis drei Beller dulden müssen. Üben Sie es mindestens 20 Mal mit dem Klingler an verschiedenen Tagen. Absolut wichtig: Man darf den Hund dabei nicht allein lassen, sondern führen, anleiten und ihm zeigen, wie er durch die Situation kommt. Mit einem schwachen oder untätigen Besitzer wird der Hund anschließend noch schlimmer reagieren – und er hat Recht damit!

Fazit: Ängstliche Hunde brauchen ein Herrchen oder Frauchen, bei dem sie sich sicher fühlen und dem sie vertrauen können. Ist man als Hundehalter gelassen, spürt der vierbeinige Liebling das und kann entspannen In der AGILA Hundetrainer-Sprechstunde sind Angsthunde ein häufiges Thema – hier können Sie weitere Tipps, Ratschläge und Beispielfälle nachlesen.

Foto: © carloscastilla/fotolia.com

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