Die KiTa kommt auf den Hund: Hundetagesstätten, kurz HuTas, sind der große Trend in Deutschland und erleichtern berufstätigen Hundebesitzern oft die Organisation des Alltags. Wie in Kindertagesstätten ihre Kinder können sie in HuTas ihren Vierbeiner zur Betreuung geben und beruhigt zur Arbeit gehen. Doch was sagt eigentlich der Hund dazu? Wir haben bei der Hundetrainerin und zertifizierten Tierpsychologin Nathalie Örlecke nachgefragt. Im Rahmen der Hundetrainer-Sprechstunde beantwortet sie Fragen von Hundebesitzern rund um die „schwierigen Felle“.

Frühzeitiges Informieren

Hundetrainerin Nathalie Örlecke: "Hutas sind eine gute Idee für Hundehalter, die den ganzen Tag arbeiten und den Hund nicht ins Büro nehmen können. Sie sollten jedoch genau prüfen, ob sich Ihr Hund dort wohlfühlen könnte. Der Aufenthalt in einer HuTa kann für unsere Vierbeiner auch stressig sein: Ist der Hund ohnehin schon überdreht, wäre ein ruhigeres Umfeld sinnvoller als zusätzliche Action. Ängstliche Hunde, die auch noch unter Trennungsangst leiden, sind in einer HuTa sicherlich auch nicht gut aufgehoben. Hunde sind außerdem perfekte Nachahmer. Das bedeutet, dass sie sich auch alle schlechten Angewohnheiten von anderen Hunden abschauen, z. B. Mobbing oder Jagdsequenzen.

Welpen und Jungtiere

Insbesondere bei Welpen und jungen Tieren rate ich von der Unterbringung in einer fremden Umgebung ab: Gerade in den Fremdelphasen sind Hunde wenig aufgeschlossen anderen Hunden und Menschen gegenüber und reagieren auch auf gewohnte Dinge mit Unsicherheit und Angst. Wenn sie in diesen Phasen negative Erfahrungen machen, zum Beispiel von Hunden gemobbt werden, kann dies zu Verhaltensstörungen führen, die sich aber erst einige Zeit später, meistens in der nächsten Entwicklungsphase, zeigen. Besser finde ich die Lösung von sogenannten „Gassigehern“. Sie holen den Hund z. B. zu Hause oder im Büro ab und gehen dann für ein paar Stunden spazieren. Meistens sind auch hier andere Hunde dabei, aber der Gassigeher hat mehr Einfluss auf die Vierbeiner.

Ist die Entscheidung für eine professionelle Betreuung gefallen, sollten Herrchen und Frauchen die Qualität der Betreuung genau unter die Lupe nehmen. Hundebesitzer sollten klären, welche Ausbildung die Betreuer haben und sich anschauen, wie sie mit den Tieren umgehen. Merken Sie nach einiger Zeit negative Verhaltensänderungen, rate ich, sofort die Betreuung zu wechseln. Denn generell gilt: Nicht alle Hunde passen zu allen Menschen. Und der Hund muss sich auch nicht überall wohl fühlen."

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