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Warum ist die Hundeernährung bei Epilepsie interessant?

Idiopathische (also genetisch bedingte) Epilepsie wird üblicherweise mit Antiepileptika behandelt, die helfen, Anfälle zu verringern, zu verkürzen oder langfristig sogar zu unterbinden. Neben neuen Möglichkeiten der Medikation untersuchen Forscher, wie sich die Hundeernährung bei Epilepsie auf das Ausmaß der Erkrankung auswirkt. Denn für die meisten alternativen Therapien mangelt es bisher an zuverlässigen wissenschaftlichen Belegen, sodass sie keinesfalls als zuverlässiger Ersatz für übliche medizinische Behandlungen angesehen werden sollten. Bei Resistenzen auf übliche Antiepileptika kann eine unterstützende Ernährung die Hundegesundheit jedoch fördern, weshalb Ernährungsansätze für die Wissenschaft immer interessanter werden.

Hundeernährung bei Epilepsie: Fettsäuren als Heilmittel?

Dem Hundefutter bestimmte Fettsäuren hinzuzufügen, kann einen positiven Effekt auf das Ausmaß der Epilepsie beim Hund haben. Dazu liegt eine Studie vor, die im April 2020 veröffentlicht wurde. Durch Fütterungsversuche mit 28 Hunden, die sich über sechs Monate erstreckten und placebokontrolliert wurden (sodass die Wirkung der Fütterung mit einem Placebo verglichen und damit überprüft wurde), konnte die Wirksamkeit von sogenannten mittelkettigen Fettsäuren (MCT) geprüft werden. Diese sind beispielsweise in Kokosfett oder speziellen MCT-Ölen enthalten und werden im Körper in sogenannte Ketonkörper umgewandelt, welche einen antiepileptischen Effekt auf das Gehirn haben können. In der Studie konnte damit die Anzahl der Anfälle im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die nur ein Placebo erhielt, deutlich reduziert werden. Allerdings gab es auch Hunde, bei denen der Nahrungszusatz überhaupt keine Wirkung zeigte. Für zuverlässigere und genauere Aussagen sind weitere Forschungen nötig, obwohl die die MCT-Zusätze in der Nahrung kaum Nebenwirkungen zeigten, sodass der Einsatz recht risikofrei ist.

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Ketogene und hypoallergene Hundeernährung bei Epilepsie

Zwei weniger bewiesene Ansätze, die in Diätvorschlägen jedoch trotzdem immer wieder auftauchen, sind eine ketogene und eine hypoallergene Ernährung für Hunde. Eine ketogene Diät beschreibt eine extrem kohlenhydratreduzierte und fettreiche Diät, die bei Menschen mit Epilepsie häufig Anwendung findet. Ziel dabei ist die sogenannte ketotische Stoffwechsellage, bei welcher der Körper anstelle von Glukose aus Eiweißen bereits oben genannte Ketonkörper aus Fettsäuren herstellt. Die ketotische Stoffwechsellage kann jedoch bei Hunden nicht im gleichen Ausmaß wie bei Menschen erreicht werden. Die Wirksamkeit einer ketogenen Hundernährung bei Epilepsie konnte  in einer bereits durchgeführten Pilotstudie nicht nachgewiesen werden, außerdem besteht ein erhöhtes Risiko einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis). Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass eine hypoallergene Hundeernährung bei Epilepsie positive Effekte haben könnte. Bei dieser Ernährung werden allergene Stoffe möglichst gering gehalten. An zuverlässigen Studien mangelt es jedoch. Auch hier wäre weitere Forschung nötig, um valide Ergebnisse vorzeigen zu können.

Die Hundeernährung bei Epilepsie ersetzt keine Medikamente

Die beschriebenen beobachteten Wirkungen der Hundeernährung bei Epilepsie ersetzen keinesfalls eine tierärztliche Betreuung und Medikation. Sollten Sie eine Diät für Ihren Hund für interessant halten, ist eine Abstimmung mit Ihrem Tierarzt unumgänglich, um Ihren Vierbeiner nicht zu gefährden. Bei den Tierarztkosten kann Sie AGILAs Tierkrankenschutz unterstützen.

Dieser Artikel wurde geprüft von Tierärztin Melanie Müller.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhaltende sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall eine Tierärztin oder einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

Verwendetes Bildmaterial

Foto: © annaav/Adobe Stock

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