Frau Büttner-Vogt ist eine unserer zertifizierten Hundetrainerinnen in der AGILA Hundetrainer-Sprechstunde. Ihre langjährige Erfahrung half schon vielen Hundehaltenden, ihren Hund besser zu verstehen und dadurch leichter führen zu können. Frau Büttner-Vogt, die sich Trainerin für Menschen mit Hund nennt, betreibt ihre Schule für Menschen mit Hund im schönen Wiesbaden. In diesem Austausch stellt sie ihren Kurs „Verkehrssicherheit für Hunde“ vor.


Inhaltsverzeichnis:


Der Ablauf eines Trainings

Wie sieht der Ablauf Ihres Kurses für Verkehrssicherheit aus Frau Büttner-Vogt, und was erwartet Teilnehmende?

„Das Thema „Verkehrssicherheit“ umfasst alle Orte, an denen ich mich mit meinem Hund aufhalte: In Feld und Wald, in der Gaststätte, in Parks, im Auto, im Beruf oder zu Hause an der Tür, wenn Besuch kommt. Mein gesamter Kurs zeigt, wie wichtig es ist, den Hund zu beschützen, anzuleiten und vorausschauend und sicher zu führen. Der Hund wird gelassener, festigt sein Urvertrauen und lernt, dass er sich jederzeit auf mich verlassen kann. Nach der Anmeldung verteile ich Lernunterlagen, damit der Teilnehmende sehen kann, auf was ich in meinem Kurs und im Umgang mit Hunden Wert lege. Wenn der Teilnehmende entschieden hat, dass er bereit ist, folgt die Praxis auf einem Spaziergang, bei dem das Mensch-Hund-Team sein Wissen zeigen muss. Ich verteile unter anderem Punkte für vorausschauendes Führen und Rücksichtnahme, liefere jedoch auch Erklärungen dazu, warum man sich wie in welchen Situationen verhalten sollte. In meinem Kurs werden außerdem verschiedene Gesetze zu den unterschiedlichsten Themen abgefragt: der Hund im Umgang mit Kindern, Transport im Auto, Verhalten in Feld und Wald und Anleinen (wo auf jeden Fall und wo nicht). Wir besuchen im Rahmen des Trainings eine Gaststätte und legen fest, wo man am besten in Begleitung eines Hundes sitzt. Wenn das Team bestanden hat, gibt es ein Zertifikat, das zum Beispiel in Wiesbaden bei der Hundesteuer-Stelle anerkannt wird. Die Hundesteuer, die in Wiesbaden sehr teuer ist, wird für zwei Jahre um die Hälfte reduziert. Ein solcher Vorteil ist neben dem neu zu erlernenden Wissen ein weiterer schöner Anreiz, sich mit dem Thema „Verkehrssicherheit mit Hund“ näher zu beschäftigen.“

Der Sinn des Verkehrssicherheitstrainings

Warum macht solch ein intensiver Kurs Sinn und wie kamen Sie darauf, einen Kurs für Verkehrssicherheitstraining ins Leben zu rufen?

„Ich habe in den letzten Jahren über 2800 Kundenfragen bei der AGILA Tierversicherung beantwortet. Die Themen dieser Fragen lassen sich grob so zusammenfassen: Wenn wir unsere Hunde nicht beschützen, weisen sie uns durch ihr Verhalten darauf hin, was ihnen fehlt und was sie an unserer Seite unglücklich macht. Zum Beispiel stresst es Hunde, wenn sie ohne konkrete Anleitung selbst entscheiden müssen, ob sie andere Menschen und Hunde verbellen oder wegbeißen sollen. Wenn wir diesen Konflikt unserer Vierbeiner nicht verstehen, kann es unter anderem zu Verhaltensweisen wie der Verunreinigung der Wohnung kommen, bis wir gelernt haben, wie wir den Hund in solchen Situationen anleiten können. Durch das Verkehrssicherheitstraining lernen Mensch und Hund, wie sie sich aufeinander verlassen können. Der Hund lernt, dass sein Mensch immer weiß, was zu tun ist. Er muss keine eigene Entscheidung treffen und darf einfach nur Hund sein. Das Ziel ist, dass mein Hund wissen soll, dass ich seine Körpersprache lesen und ihn aus jeder Situation, die ihm unangenehm ist, herausführen kann. So gewinne und erhalte ich sein Vertrauen.“

Der Mensch als Ressource für den Hund

Welches Ergebnis wünschen Sie sich und wie erreichen Sie dieses in Ihrem Kurs?

„Mir ist es wichtig, dass die Besitzerinnen und Besitzer sicheres, vorausschauendes Führen lernen: Der Hund wird nie in direktem Sichtkontakt an einem Ereignis vorbeigeführt, sondern immer und ohne Ausnahme an meiner anderen Seite, HINTER meinen Füßen. Das zeigt ihm, dass ich alles im Griff habe und er nichts erledigen muss. Dieses Wissen macht ihn bei allen Begegnungen gelassener und führt dazu, dass ungewünschtes Verhalten wie beispielsweise Verbellen oder Vorspringen aufhört. Hunde lieben (wie Kinder) Regeln und Rituale. Signale an meinen Begleiter müssen daher immer gleich sein: Wenn ich rufe, Handzeichen gebe oder wenn wir zusammen Tricks lernen. Viele Hunde fangen – völlig zu Recht – an zu bellen, wenn der Besitzer fuchtelt, also unklare Signale aussendet. Je klarer ich also agiere, umso mehr werde ich zu einer Ressource für meinen Hund und zu seiner Lebensversicherung. Das hat zum Beispiel zur Folge, dass er mich nicht (mehr) gegen einen beliebigen Hund eintauscht und auch nicht mehr von mir wegläuft. Durch eine strukturierte Führung bekommen wir als Hundehaltende somit die Möglichkeit, Fehlverhalten unserer Hunde zu vermeiden und zu unterbinden.

Mein Leitgedanke ist, dass ich Menschen trainiere und nicht Hunde – deshalb nenne ich mich auch Trainerin für Menschen mit Hund. Wenn die Menschen sicher auftreten, wissen, was sie im Umgang mit ihrem Tier wollen, wie sie es wollen und wie sie es dem Hund zeigen können, werden es wunderbare Mensch-Hund-Teams!“

 

 

 


Foto: © manushot/Adobe Stock

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