Fibrosarkome sind die häufigsten Hauttumore bei Katzen. Sie machen circa 40 Prozent aller Hauttumore aus, wachsen schnell und sind bösartig. Bei kleinen Knoten, die früh diagnostiziert und schnell entfernt werden, stehen die Chancen auf eine Heilung jedoch gut. Im folgenden Artikel können Sie sich über Fibrosarkome bei der Katze informieren.


Inhaltsverzeichnis:


Was ist ein Fibrosarkom bei der Katze?

Fibrosarkome bei der Katze sind bösartige Tumore des Bindegewebes der Haut. Verschiedenen Studien zufolge kommen entwickeln etwa ein bis zehn von 10.000 Katzen in ihrem Leben diese Tumorart. Besondere Anfälligkeiten aufgrund von Rasse oder Geschlecht sind nicht bekannt. Bei Katzen zwischen 8 und 12 Jahren ist das Risiko, einen solchen Tumor zu bekommen, allerdings höher. Der Großteil der Fibrosarkome entwickelt sich nach der Injektion eines Impfstoffs oder eines reizenden Medikamentes. Sie befinden sich unter der Haut und treten häufig an „typischen“ Impfstellen auf, beispielsweise an der seitlichen Brustwand oder zwischen den Schulterblättern. Häufig fühlen die Besitzer beim Streicheln Ihrer Katze einen Knoten und stellen sie damit beim Tierarzt vor. Fibrosarkome bei der Katze wachsen schnell, streuen jedoch relativ selten: etwa bei fünf bis 25 Prozent der betroffenen Tiere. Wenn Fibrosarkome streuen, dann vor allem in die nahegelegenen Lymphknoten und die Lunge.

Fibrosarkome bei der Katze werden anhand ihrer Ursache in vier verschieden Gruppen eingeteilt:

Bezeichnung

Ursache

Injektions-assoziierte Fibrosarkome

Entstehen durch gespritzte Impfungen oder reizende Medikamente

 

Felines Sarkomvirus (FeSV) assoziierte Fibrosarkome

Entstehen bei Katzen die das Feline Leukosevirus in sich tragen

 

Intraokuläre postraumatische Fibrosarkome

Können als Spätfolge eines Unfalls auftreten in der Augengegend entwickeln

Fibrosarkome unbekannter Ursache

Können auch ohne ersichtliche Ursache auftreten

 


Fibrosarkom bei der Katze: Symptome

Meistens entwickelt sich ein fester, gummiartiger Knoten unter der Haut. Dieser wird oft von den Besitzern beim täglichen Umgang mit der Katze bemerkt und ist auch meist der Grund für eine Vorstellung beim Tierarzt. Der Knoten entwickelt sich in der Unterhaut und kann, obwohl er sich sehr kompakt anfühlt, feine Tumorstränge bilden, die tief ins tiefere Gewebe ziehen. Zum Teil brechen sie auch nach außen durch die Haut durch, sodass offene Stellen entstehen. Diese können sich leicht entzünden und sehr schmerzhaft für die Katze sein. Teilweise können die Tumore auch an Stellen gelegen sein, wo sie die Bewegungen der Katze einschränken, sodass sie humpelt.

Fibrosarkom bei Katzen: Untersuchung

Sollten Sie einen Knoten bei Ihrer Katze bemerken, sollten Sie schnellstmöglich einen Termin beim Tierarzt vereinbaren, denn eine schnelle Diagnose führt meistens auch zu einer besseren Prognose. Im Vordergrund der Untersuchungen stehen zunächst eine ausführliche Allgemeinuntersuchung die Entnahme einer Gewebeprobe des Tumors. Es ist leider nicht möglich, nur durch Tasten festzustellen, um welche Tumorart es sich handelt und – gerade bei dieser Tumorart – wie groß er wirklich ist. Diese Angaben sind jedoch wichtig, um eine Entscheidung bezüglich möglicher Behandlungen zu treffen und liefern wichtige Informationen zur Prognose.

Bei einer ausführlichen Untersuchung prüft der Tierarzt den Allgemeinzustand des Tieres. Ist beispielsweise die Atmung normal oder sind Lymphknoten in der Umgebung des Tumors vergrößert? Darüber hinaus tastet er den Tumor genau ab oder misst sogar seine Größe. Anschließend kann der Tierarzt den Hautknoten mit einer Nadel punktieren und dabei Zellen gewinnen, die er unter dem Mikroskop untersuchen (lassen) kann. Diese sogenannte Feinnadelaspiration ist nicht schmerzhafter als eine normale Spritze und kann bei den meisten Tieren im Wachzustand vorgenommen werden. Anhand der Zellen kann der Tierarzt in vielen Fällen feststellen, um welchen Tumor es sich handelt. Um zu prüfen, ob der Tumor auch bereits die Lymphknoten befallen hat, kann der Tierarzt auch diese punktieren.

Bestätigt sich der Verdacht auf ein Fibrosarkom bei der Katze, sind weitere Untersuchungen ratsam: Eine Blutuntersuchung liefert Hinweise auf weitere Veränderungen im Körper der Katze. Bestimmte Organwerte können aufgrund von Metastasen verändert sein. Zudem können gerade ältere Katzen zusätzliche Krankheiten wie beispielsweise eine chronische Niereninsuffizienz haben, die gegebenenfalls zusätzlich behandelt werden müssen oder manche Therapieoptionen erschweren.

Um auszuschließen, dass der Hauttumor bereits in die Lunge oder in Bauchorgane wie Leber oder Milz gestreut hat, werden Röntgenbilder angefertigt. Sollten Veränderungen festgestellt werden, können diese nicht immer einem bestimmten Organ zugeordnet werden, sodass meist anschließend ein Ultraschall von den entsprechenden Regionen durchgeführt wird. Mit einer Ultraschalluntersuchung kann der Tierarzt die Bauchorgane detaillierter untersuchen sowie zusätzliche Krankheiten, die eine Therapie erschweren können, ausschließen.  Die Röntgenaufnahmen der Lunge sollten allerdings in verschiedenen Positionen aufgenommen werden, da insbesondere kleine Metastasen leicht von anderen Geweben verdeckt werden können. Außerdem werden gegebenenfalls auch Hinweise auf anderen Lungen- und Herzerkrankungen sichtbar, die das Narkoserisiko der Katze beeinflussen können.

Gerade bei großen Fibrosarkomen kann eine Computertomografie sinnvoll sein. Anhand der Bilder, die so erstellt werden, können feine Gewebestränge besser erkannt werden. Sie können außerdem helfen, eine Operation oder eine Bestrahlung besser zu planen. Für eine Computertomografie muss Ihre Katze in Narkose gelegt werden – meistens können Sie sie aber nach ein paar Stunden wieder mit nach Hause nehmen. Dieses Vorgehen kann sich von Tierarzt zu Tierarzt unterscheiden und nicht in jedem Fall muss jede Untersuchung durchgeführt werden. Am besten besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, welche Voruntersuchungen für Ihrer Samtpfote sinnvoll sind. Lassen Sie sich im Anschluss die gesammelten Befunde erklären und entscheiden Sie gemeinsam mit ihm, welche Behandlung für Ihre Katze infrage kommt und wie hoch die Heilungschancen sind.

Fibrosarkom bei der Katze: Behandlung

Wird ein Fibrosarkom bei der Katze diagnostiziert, sollte dieses schnellstmöglich behandelt werden. Die wirksamste Behandlungsmöglichkeit ist die Operation. Der Tierarzt wird versuchen, den Tumor komplett zu entfernen und dafür wenn möglich bis zu fünf Zentimeter optisch gesunden Gewebes in alle Richtungen mit wegschneiden. Das kann je nach Größe und Position des Fibrosarkoms sehr aufwendig sein und manch eine Katze muss danach noch längere Zeit in der Klinik bleiben, damit die Wunde gut versorgt werden kann. Es ist jedoch für die Prognose entscheidend, dass der Tierarzt auch die umliegenden mikroskopisch kleinen Tumorzellen entfernt. Verbleiben Tumorreste, ist das Risiko, dass der Tumor nachwächst sehr hoch. Das kann dann schon innerhalb weniger Wochen beginnen. Eine radikale Operation ist daher oftmals besser als viele vorsichtige und verspricht die größten Heilungschancen.

Um unter dem Mikroskop beurteilen zu lassen, ob wirklich alles entfernt wurde, ist es ratsam, dass der Tierarzt das entfernte Fibrosarkom noch in ein spezielles Labor schickt. Bis das Ergebnis dann bei Ihnen ankommt, kann es ein paar Tage bis Wochen dauern.

Neben der chirurgischen Behandlung des Fibrosarkoms bei der Katze, gibt es noch die Möglichkeit einer Chemo- oder Strahlentherapie – insbesondere, wenn nicht alle Tumorzellen entfernt werden konnten. Das kann passieren, wenn der Tumor sich an einer Stelle befindet, wo der Tierarzt nicht viel umliegendes Gewebe mit entfernen kann, weil er der Katze dabei zu sehr schaden würde. Bei der Chemotherapie bekommt das Tier ein Medikament in die Venen injiziert, dass sich dann im ganzen Körper verteilt und die Tumorzellen abtöten soll. Das Mittel wird in mehreren Sitzungen verabreicht und kann, meist leichte, Nebenwirkungen, wie Übelkeit, herbeirufen. Die Strahlentherapie findet ebenfalls in mehreren Sitzungen statt und verläuft meistens ohne Nebenwirkungen. Sie muss jedoch auf jeden Fall in Narkose durchgeführt werden. Beide Möglichkeiten sollten allerdings nur ergänzend zu einer Operation erfolgen, denn als alleinige Therapie haben sich diese Methoden in der Vergangenheit nicht bewährt. Informieren Sie sich daher genau und besprechen Sie die Möglichkeiten mit Ihrem Tierarzt.

Fibrosarkom bei der Katze: Vorbeugung

Ein Großteil der Fibrosarkome bei der Katze sind Injektionsstellen-assoziiert, das heißt, dass sie durch eine Impfung oder ein (reizendes) Medikament hervorgerufen werden. Auch wenn Fibrosarkome zu den häufigsten Hauttumoren bei der Katze gehören, ist die Zahl der betroffenen Katzen so gering, dass das Auslassen der Impfungen nicht empfohlen ist. Das Risiko, dass sich die Katze dann mit einer mitunter gefährlichen Krankheit infiziert ist höher, als dass sich ein Fibrosarkom entwickelt. Nach einer Injektion sollten Sie die Stelle ein paar Tage beobachten. Sollte diese anschwellen und nicht wieder abschwellen oder sich entzünden, lassen Sie die Stelle nochmal vom Tierarzt untersuchen. Fibrosarkome können sich schnell entwickeln, eine schnelle Diagnose ist daher besonders wichtig.

3-2-1-Regel

Experten empfehlen, Entzündungsreaktionen an Stellen, an denen ein Medikament gespritzt wurde, nach folgendem Schema zu beurteilen: Wenn sie

·        länger als drei Monate vorhanden sind

·        größer als zwei Zentimeter sind

·        oder nach einem Monat immer noch wachsen sollten sie einem Tierarzt gezeigt werden.

 

Eine weitere Möglichkeit, um Fibrosarkomen bei der Katze vorzubeugen beziehungsweise sie zumindest besser behandeln zu können, ist die korrekte Wahl der Injektionsstelle. Katzen sollten, wenn möglich, an der seitlichen Bauchwand oder an den Hintergliedmaßen gespritzt werden. Sollte dort ein Fibrosarkom auftreten, sind die Stellen meist leichter zu operieren als beispielsweise zwischen den Schulterblättern.

Fibrosarkom bei der Katze: Prognose

Die Prognose ist immer davon abhängig, wie gut sich der Tumor entfernen lässt. Fibrosarkome bei der Katze können schnell wiederkehren und wachsen. Die durchschnittliche Überlebenszeit nach einer Operation liegt bei circa ein bis zwei Jahren. Wenn die operative Behandlung anschließend noch mit einer Strahlentherapie ergänzt wird, kann sich die Überlebenszeit auf circa dreieinhalb Jahre belaufen. Hierbei handelt es sich allerdings um Durchschnittswerte, Ausnahmen kann es immer geben. Sollte das Fibrosarkom unbehandelt bleiben, ist das Risiko hoch, dass die Katze innerhalb kürzester Zeit verstirbt oder erlöst werden muss. Auch wenn sie nicht so häufig streuen – die Tumoren werden riesig groß und brechen auf. Dies entzieht der Katze Energie, hindert sie in ihren Bewegungen und ist für betroffene Tiere sehr störend oder gar hochschmerzhaft.

Fibrosarkom bei der Katze: Kosten

Die Kosten bei einem Fibrosarkom bei der Katze hängen von der jeweiligen Therapie ab. Eine ausgedehnte Operation mit eventueller stationärer Nachbehandlung, sowie eine Chemo- oder Strahlentherapie sind sehr kostenintensiv, aber meistens notwendig. Nicht selten müssen Sie, egal für welche Art der Behandlung Sie sich entscheiden, mit mehr als tausend Euro rechnen. Die Kosten werden gemäß der Gebührenordnung für Tierärzte abgerechnet, zuzüglich der Kosten für das Speziallabor.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

Foto: © AGILA Haustierversicherung