Gerade Leiden im Mund bleiben häufig über einen langen Zeitraum unentdeckt, da sie nicht offensichtlich zu erkennen sind. Hat ein Hund Zahnschmerzen, überspielt er diese in vielen Fällen und versucht durch verschiedene Taktiken, die Schmerzen einfach zu umgehen. Doch mit ein paar Tricks können Sie die Symptome für Zahnprobleme frühzeitig bemerken und schnell behandeln.


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Typische Hinweise auf Zahnschmerzen

Hat ein Hund Zahnschmerzen, kann es gut sein, dass er dies nicht sofort zeigt. Unsere Vierbeiner sorgen bei Leiden in der Regel nicht durch lautes Jaulen für Aufmerksamkeit, sondern ertragen die Schmerzen im Stillen oder entwickeln bestimmte Taktiken, mit denen die verletzte Stelle weniger belastet wird. Eine übliche Veränderung ist im Fressverhalten zu beobachten, sodass Hunde zum Beispiel weniger oder gar nicht mehr fressen oder nur einseitig kauen (insbesondere bei Trockenfutter). Außerdem wird ein Hund mit Zahnschmerzen weniger Enthusiasmus zeigen, wenn es um das Spielen mit insbesondere harten Gegenständen geht. Ein sehr prägnantes Merkmal für Erkrankungen im Mundraum kann außerdem ein ungewöhnlich starker Mundgeruch sein. Dass die meisten Hunde für uns unangenehm aus dem Maul riechen (mal mehr, mal weniger), ist vollkommen natürlich. Sie als Halter sollten Ihren Vierbeiner allerdings so gut kennen, um Veränderungen wahrzunehmen. Und nicht zuletzt kann auch ein vermehrter Speichelfluss ein Hinweis auf Schmerzen in der Maulhöhle sein.

Hat ein Hund Zahnschmerzen? Untersuchung des Mundraums

Die oben beschriebenen Symptome treten meist erst bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf auf. Darum ist eine ordentliche Zahnpflege für Hunde besonders wichtig. Es gibt eine große Auswahl an Tipps für gesunde Zähne und die besten Zahnpflegemethoden für Hunde, über die Sie sich auf jeden Fall informieren sollten. Neben der allgemeinen Prophylaxe empfehlen wir Ihnen außerdem regelmäßige Untersuchungen – beim Tierarzt und zuhause. Wenn Sie das Prozedere regelmäßig mit Ihrem Vierbeiner üben, können Sie erste Anzeichen für Zahnerkrankungen früh erkennen und gleichzeitig für den Ernstfall in der Tierarztpraxis trainieren. Aber Vorsicht: Hat ein Hund Zahnschmerzen oder andere Probleme im Kiefer, so wird er sich möglicherweise nicht im Kopfbereich berühren lassen oder gar gegen Sie wehren.

Insgesamt sollten Sie bei der Untersuchung der Maulhöhle auf das Gesamtbild achten, also zum Beispiel die Symmetrie und Unversehrtheit der Zähne, des Zahnfleischs und der Lippen. Ist das Zahnfleisch gerötet oder geschwollen? Können Sie starken Zahnbelag oder gelbliche Auflagerungen erkennen? Außerdem können Sie in einigen Fällen Hinweise auf den Gesundheitszustand von der Hundezunge ablesen. Auch die Stellung des Kiefers, der bereits erwähnte Mundgeruch oder Ausfluss (wie beispielsweise blutige oder eitrige Beimengungen im Speichel oder vermehrte Essensreste) können auf Erkrankungen hinweisen.

Hat ein Hund Zahnschmerzen? Um das herauszufinden, können Sie sich den Mundraum Ihres Vierbeiners einmal selbst anschauen. Die Untersuchung können Sie folgendermaßen durchführen:

  • Suchen Sie sich eine ruhige Umgebung, in der Ihr Hund sich entspannen und sicher fühlen kann
  • Schauen Sie sich zunächst den Kopf von außen an: Sehen Sie Schwellungen im Gesicht? Hat Ihr Vierbeiner Nasenausfluss?
  • Ziehen Sie dann zunächst vorsichtig die Lefzen von den Zähnen zurück und betrachten Sie Zähne und Zahnfleisch von außen.
  • Um Zähne und Zahnfleisch von innen sowie die Zunge beurteilen zu können, umgreifen Sie mit einer Hand von oben kommend den Nasenrücken, sodass Sie von beiden Seiten hinter die Eckzähne greifen können. Mit leichtem Druck auf den Gaumen sollte der Fang leicht geöffnet werden.
  • Mit der anderen Hand (dem Mittel- und Ringfinger) greifen Sie dann von unten um den Unterkiefer und öffnen den Mund weiter.
  • Vergessen Sie nicht, wie unangenehm die Prozedur für Ihren Hund ist und gehen Sie möglichst behutsam vor.

Was kann dahinterstecken?

Ein schmerzender Mund bei Hunden kann seinen Ursprung in einer Vielzahl von Erkrankungen haben, die erst ein Tierarzt präzise bestimmen kann. Hat ein Hund Zahnschmerzen, können Entzündungen und Verletzungen der Zähne (wie zum Beispiel die bekannte Karies), des Zahnhalteapparates und des Kiefers sowie Krankheiten der Mundschleimhäute, Speicheldrüsen und Kaumuskeln der Grund dafür sein. Bei jungen Hunden sorgen häufig Entwicklungsstörungen der Zähne oder des Kiefers für Probleme.  Beim älteren Hund können auch Mundhöhlentumore vorkommen vor und sollten schnellstmöglich behandelt werden.

Der Besuch beim Tier(zahn)arzt

Insgesamt empfiehlt sich eine regelmäßige Routinekontrolle beim Tierarzt. Dass Sie zum Beispiel, wenn Sie Eiter in der Maulhöhle bemerken, schnellstmöglich in die Praxis fahren, um so eine Streuung der Bakterien zu vermeiden, sollte selbstverständlich sein. Insgesamt gilt: Stellen Sie einen ungewöhnlich starken Mundgeruch fest oder sind Zahnstein, Zahnplaque oder ein abgebrochener Zahn sichtbar, ist ein Tierarztbesuch unvermeidbar. Das gleiche gilt bei Rötungen oder Blutungen am Zahnfleisch und einem veränderten Fress- und Kauverhalten. Dabei empfiehlt es sich, ihre Beobachtungen zu notieren, um die Diagnose zu erleichtern. Eine gute Hilfe, um nicht den Überblick zu verlieren, ist dabei ein eigener Tiergesundheitskalender.

Hat ein Hund Zahnschmerzen oder andere Leiden?

Die Symptome, die auf ein Zahnleiden hindeuten, können auch auf andere Erkrankungen zurückzuführen sein. Hat ein Hund Zahnschmerzen, so frisst er häufig weniger oder gar nicht, um die Zähne zu schonen. Gleichzeitig kann es sich jedoch auch um eine Appetitlosigkeit mit anderen Auslösern handeln. Damit einher geht häufig ein Gewichtsverlust und im schlimmsten Fall eine Kachexie (krankhafte Abmagerung). In jedem Fall ist ein Tierarztbesuch sinnvoll, um eine adäquate Fütterung zu gewährleisten und sicherzustellen, dass der Körper in der Lage ist, das Futter zu verwerten. Außerdem kann eine sogenannte Dysphagie, also Schluckstörungen, Grund für die Schwierigkeiten bei der Futteraufnahme sein. Hypersalivation ist der Fachbegriff für vermehrtes Speicheln, welches häufig mit Zahnschmerzen einhergeht, allerdings auch noch andere Ursachen wie zum Beispiel eine Vergiftung oder Erkrankungen der Speicheldrüse haben kann. Offensichtlich können viele Leiden auf Zahnschmerzen zurückzuführen sein – oder auch nicht. Fest steht: Bei derartigen Auffälligkeiten ist ein Tierarztbesuch unumgänglich, um das Wohl Ihres Hundes zu gewährleisten. Und damit es gar nicht erst zu offensichtlichen Leiden kommt, empfehlen wir Ihnen, die Gesundheit Ihres Lieblings aufmerksam zu beobachten.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

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