Hunderassen

Landseer

Diese Hunde gehören zu einer anerkannten Hunderasse, die den Ländern Deutschland und Schweiz zugerechnet wird. Ursprünglich stammt dieser Rassehund allerdings, ebenso wie der Neufundländer, aus Neufundland. Beide Rassen wurden ehemals als eine Rasse behandelt, später trennte man sie jedoch, weil sich die Begründer des Rassestandards nicht ganz einig waren, wie der Neufundländer auszusehen habe.

Der Lapinporokoira, auch Lappländischer Rentierhund genannt, gehört wie der Finnische Lapphund Lapinkoira und der Schwedischen Lapphund zur skandinavischen Lapphundrasse. Seit Jahrhunderten wurden die Lapinporokoira als Hütehunde zum Hüten riesiger, wildlebender Rentierherden oder als Begleithunde eingesetzt. Daher sind sie robuste, ausdauernde und witterungsunempfindliche Tiere. Aufgrund seiner geringen Verbreitung gehört der Lapphund zu den am wenigsten bekannten Hunderassen.

Finnland zählt heute eine Population von nur rund 500 bis 600 Hunden. Erst in den letzten Jahren ist der Lapinporokoira durch Reinzuchten vor dem Aussterben bewahrt worden. Auch wenn es der Rasse der nordischen Spitze angehört, erinnert das Tier vom Typ her eher an einen Belgischen Schäferhund: Er besitzt eine gut entwickelte, lange und kräftige Statur und wird im Durchschnitt 51 cm hoch. Sein dickes, drahtiges Fell, das vor Wind und Wetter schützt, ist von schwarzer, grauer oder brauner Farbe, akzentuiert mit hellen Zeichen. Das Gesicht des Lappländischen Rentierhundes ist neugierig, die Ohren meist aufmerksam hochgeklappt.

Viel Beschäftigung und lange Spaziergänge

Ähnlich wie andere Hütehunde brauchen auch Lapinporokoira in der Familie ihre Aufgabe und Beschäftigung, um ihrer Langeweile vorzubeugen. Stellen Sie sich also auf viel Bewegung und tägliche lange Spaziergänge ein. Auch Knobelaufgaben und Tricks löst der Lapphund gerne, denn Ausdauer, Lerneifer, Klugheit und Wachsamkeit zeichnen sein Wesen aus. Er lernt geduldig und zügig, doch bei zunehmender Wiederholung derselben Übungen wird er sich schnell langweilen. Als reiner Sofahund wird der Skandinavier nicht glücklich. Besondere Freude bereiten Sie Ihrem Lapinporokoira durch:

  • Schlittenhundrennen
  • Hunderennen
  • Obedience
  • Agility
  • Turnierhundesport
  • Fährtenarbeit

Bewegung und Neugier zeichnen den Lapinporokoira aus. Der Rentierhund genießt es, etwas außer Haus zu unternehmen. Daher ist er ein treuer und fröhlicher Gefährte beim Spazierengehen, Joggen und Pilze sammeln. Lange Wanderungen gehören bei der Anschaffung eines Lapphundes zum wöchentlichen Programm. Beachten Sie, dass er Wind und Kälte gewöhnt ist und deshalb seinen Auslauf auch bei ungemütlichem Wetter verlangt.

Pflegeleicht und gesund

Aufgrund seines Erbes ist der Lapinporokoira eine sehr ursprüngliche und gesunde Hunderasse mit hoher Lebenserwartung von bis zu 15 Jahren. Jedoch kann der Hund an erblichen Augenkrankheiten leiden oder Gelenkkrankheiten entwickeln, wenn er nicht seine körperliche Auslastung durch lange Spaziergänge oder Hundesport bekommt. Der Lapinporokoira verlangt zwar viel Aufmerksamkeit, seine Fellpflege ist dafür jedoch unkompliziert. Sein Fell ist schmutzabweisend und nach normalen Spaziergängen reicht das Abrubbeln Ihres Hundes mit einem Handtuch völlig aus. Außer im Fellwechsel ist das Bürsten des Fells nicht nötig. Auch die Fütterung des Rentierhundes unterscheidet sich nicht von der Fütterung anderer Hunde.

Leonberger

Leonberger sind die Löwen unter den deutschen Hunderassen. Ihre auffällige Mähne soll der Herkunftslegende nach Mitte des 17. Jahrhunderts bei Zuchtbemühungen des Leonberger Stadtrats Heinrich Essig entstanden sein. Ziel soll es damals gewesen sein, einen Wachhund zu züchten, der dem städtischen Wappentier, einem Löwen, möglichst ähnlich sehen sollte. Ob die Geschichte stimmt oder nicht, der heutige Familienhund hat in den letzten Jahrhunderten zweifellos zur Bekanntheit der kleinen Stadt beigetrage.

Beim Levesque handelt es sich um eine aus Frankreich stammende Jagdhunderasse, die ehemals von der FCI anerkannt war. Auf Antrag des französischen Dachverbands wurde der Levesque wieder von der FCI-Liste gestrichen. Der Levesque soll ein für französische Hunde typisches Aussehen gehabt haben. Sein Körperbau war schlank, gut gebaut und er verfügte über einen kräftigen Knochenbau. Diese Hunderasse galt als hervorragender Laufhund mit ausgeprägtem Geruchsinn. Bereits in den 1980er Jahren galt diese Hunderasse als selten. Mittlerweile geht man davon aus, dass der Levesque ausgestorben ist. Hunde dieser Rasse konnten eine Widerristhöhe von bis zu 72 cm erreichen. Der Name dieser Hunderasse geht auf ihren Erstzüchter Rogatien Levesque zurück. Er kreuzte diverse Hunderassen wie den English Foxhound, den Grand Bleu de Gascogne und den Grand Gascon Saintongeois miteinander, um einen schnellen, kräftigen Laufhund zu entwickeln.

Lhasa Apso

Bei diesem Rassehund handelt es sich um eine anerkannte Hunderasse, die sich ursprünglich in Tibet entwickelt hat. Das Zuchtbuch wird heute allerdings in Großbritannien geführt. Gezüchtet wurde dieser Rassehund von Mönchen in tibetischen Klöstern. Die kleinen Hunde wurden auch als "Botschafter des Friedens und des Glücks" bezeichnet. Bekannt sind die Lhasa Apso mit dem auffällig langen Fell auch als "Löwenhunde".

Löwchen

Löwchen oder Petit Chien Lion wird ein kleiner Gesellschaftshund genannt, der bereits im frühen Mittelalter in Frankreich bekannt war. In der Kathedrale von Amiens, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde, finden sich zwei Darstellungen von Hunden, die dem heutigen Löwchen zum Verwechseln ähnlich sehen. Vermutlich ist der Petit Chien Lion aber bereits wesentlich älter. Wo er ursprünglich entstand, ist bis heute nicht geklärt. Als sehr wahrscheinlich gilt jedoch, dass das Löwchen mit den Bichon-Rassen eng verwandt ist.

Einzigartiges Aussehen

Löwchen werden in der traditionellen Löwenschur frisiert. Das Löwchen ist ein kleiner, bis 32 cm großer Gesellschaftshund mit langem, seidigem, gewelltem Fell ohne Unterwolle. Zu seinem ungewöhnlichen Namen kam der Petit Chien Lion durch seine charakteristische Löwenschur. An Beinen und Hinterleib wird das Fell komplett geschoren, so dass das Langhaar des Löwchen am vorderen Teil des Körpers besonders betont wird - und an eine Löwenmähne erinnert. Schon auf mittelalterlichen Gemälden wird dieser kleine Hund mit der traditionellen Löwenschur gezeigt. Weder an seiner Schur noch an dem gesamten Erscheinungsbild des Löwchen hat sich seitdem viel geändert. Der kleine Gesellschaftshund ist damit trotz seines extravaganten Erscheinungsbildes keine Erfindung der Moderne, sondern eine alte und ursprüngliche Rasse. Wie das Löwchen zu seiner typischen Schur kam, ist allerdings nicht vollständig geklärt. Einer Theorie zufolge diente die Schur in erster Linie der Hygiene.

Als erwiesen gilt, dass das Löwchen ein beliebter Schoßhund des französischen Adels war. Die vornehmen Damen nahmen ihr Luxushündchen gerne mit ins Bett, um sich an ihm zu wärmen. Eine andere Theorie geht davon aus, dass der Petit Chien Lion früher nicht nur Gesellschaftshund war, sondern auch bei der Entenjagd zum Einsatz kam. Die Löwenschur, wie sie beim Petit Chien Lion durchgeführt wird, hat sich bei vielen Hunden durchgesetzt, die zum Apportieren von Wasservögeln gezüchtet wurden. Sie hält die Organe im Brustkorb warm, ermöglicht aber den Hinterbeinen beim Schwimmen optimale Bewegungsfreiheit. Eine ähnliche Schur trägt heute auch noch der portugiesische Wasserhund oder der Pudel.

Gutmütiger Gesellschaftshund, hervorragender Familienhund

Während das Löwchen im späten Mittelalter in ganz Europa verbreitet war, erlosch das Interesse an diesem Hund im 19. und 20. Jahrhundert fast vollständig. Die Rasse starb beinahe aus. Im Jahr 1965 gab es weltweit nur noch etwa 40 Exemplare. Erst seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts nimmt die Zahl wieder stetig zu. Zwar ist der langhaarige Gesellschaftshund heute immer noch nicht so verbreitet wie manch anderer Kleinhund, doch seine Beliebtheit wächst zunehmend. Kein Wunder, denn Löwchen sind sehr unkomplizierte, anpassungsfähige Familienhunde. Ihr fröhliches, verspieltes Wesen nimmt jeden im Handumdrehen ein. Auch für Kinder, ältere Menschen oder Hundeanfänger ist dieser robuste, gutmütige Kleinhund sehr gut geeignet. Der Petit Chien Lion liebt lange Wanderungen und läuft sogar mit Begeisterung neben dem Fahrrad oder dem Pferd, doch er kommt auch mit wenig Bewegung aus. Aufgrund seiner geringen Größe ist er auch in der Stadt ein idealer Begleithund. Das seidige Langhaar sollte regelmäßig gebürstet und geschoren werden.

 

Magyar Agar

Bei diesen Rassehunden handelt es sich um eine von der FCI offiziell anerkannte Hunderasse, die ursprünglich aus Ungarn stammt. Der Magyar Agár wird den Windhundrassen zugeordnet. Ursprünglich wurden diese Hunde vor allem für die Jagd eingesetzt. Sie begleiteten ungarische Reitervölker bei ihren Streifzügen durch das Land. Um den Magyar Agár etwas schneller zu machen, wurden andere Windhundrassen eingekreuzt.

Magyar Viszla

Magyar Viszla – so nennen die Ungarn ihr Allround-Talent unter den heimischen Hunderassen. Beinahe hätte der ungarische Jagdhund allerdings das Rennen gegen eine Reihe eingeführter Rassen verloren. Am Ende besann man sich aber auf die ausgeprägten Fähigkeiten des Magyar Viszla und entdeckte auch seine uneingeschränkte Eignung als Familienhund.

Der Malinois gehört zur Hunderasse Belgischer Schäferhund. Den Belgischen Schäferhund gibt es in verschiedenen Varianten und beim Malinois handelt es sich um die Kurzhaar-Variante dieser Hunderasse. Bereits im Mittelalter erfreuten sich Hunde der Rasse Belgischer Schäferhund großer Beliebtheit und wurden als Wach- und Hütehund genutzt. Sogar an den diversen Adelshöfen wurde der Malinois als Arbeitshund gehalten.

Das Wichtigste auf einen Blick

Wie der Name schon sagt, stammt diese Hunderasse von der Baleareninsel Mallorca in Spanien. Hierher wurden vor langer Zeit Herdenhunde importiert, aus denen sich im Laufe der Zeit der Mallorquin herausbildete. Der Mallorquin, früher auch Ca de Bestiar oder perro de pastor, ist ein klassischer Hütehund. Sein robuster, kräftiger Körperbau lässt vermuten, dass er in seiner Bewegung etwas schwerfällig sei, was er jedoch keinesfalls ist. Der mittelgroße Hund wird bis zu 73 cm hoch und etwa 40 kg schwer. Er ist vollkommen schwarz oder hat vereinzelt weiße Abzeichen auf der Brust und meist kurzes Fell – vereinzelt findet man auch Langhaarexemplare. Der Mallorquin ist ein Liebhaberhund, kommt er außerhalb Mallorcas doch eher selten vor. Trotz seines recht dichten, schwarzen Fells ist er gut an das mallorquinische Klima angepasst, sodass er Temperaturen von bis zu 40 °C problemlos aushält.

Ein temperamentvoller Begleiter

Der Mallorquin hat einen ausgeprägten Wach- und Schutztrieb. Er verteidigt Haus und Hof mit einem hohen Maß an Selbstvertrauen und zeigt eine gewisse territoriale Aggressivität. Aufgrund dieser Eigenschaft eignet sich der Mallorquin keinesfalls als Anfängerhund. Wer jedoch Erfahrung mit Gebrauchshunden hat, das Wesen dieser Hunde verstanden hat und in seiner Erziehung konsequent ist, hat mit dieser Rasse einen loyalen Freund und lebenslangen Begleiter. Fremde sowie gleichgeschlechtliche Artgenossen sieht der Mallorquin nur ungern und bringt ihnen ein großes Maß an Misstrauen entgegen, will er doch instinktiv seine Familie vor allem schützen, was ihnen etwas anhaben könnte. Innerhalb der Familie zeigt er sich hingegen treu ergeben, liebevoll und anhänglich, ohne dabei seine Rassemerkmale wie Selbstbewusstsein, Eigeninitiative und Selbstständigkeit zu verlieren. Wenn es ein Mallorquin werden soll Die Entscheidung für einen Mallorquin sollte wohl überlegt sein.

Stellen Sie sich neben den üblichen Anschaffungsfragen auch die Folgenden:

  • Habe ich die nötige Erfahrung um einen Mallorquin zu halten?Diese Rasse hat einen ausgeprägten Charakter, der unbedingt Hundeerfahrung und konsequente Erziehung benötigt.
  • Kann ich dem Hund genügend Auslauf bieten?Mallorquins sind äußerst bewegungsfreudig und haben viel Ausdauer und Energie und benötigen dementsprechend viel Auslauf, am besten eignet sich ein weitläufiges Grundstück. Er ist, nicht zuletzt wegen seines Charakters, keinesfalls ein Stadthund! Er beweist sich als ausdauernder Läufer und liebt das Wasser.
  • Habe ich die Zeit und Energie meinen Hund artgerecht und ausgiebig zu beschäftigen?Die Rasse gilt als verspielt und lernfreudig und braucht unbedingt eine Aufgabe, um ausgelastet zu sein. Die Hunde suchen ständigen Kontakt zu ihrem Menschen.

Wer all das beachtet findet in dieser Rasse einen treuen Begleiter fürs Leben.