Ein Othämatom oder auch Blutohr ist eine Art Bluterguss, der sich meist an der Innenseite des Ohres eines Hundes befindet. Vorausgehend ist oft eine Grunderkrankung am Hundeohr, wie zum Beispiel eine Entzündung.

Ursachen für ein Blutohr

Auslöser für ein Othämatom können unter anderem sein:

  • Heftiges Kopfschütteln des Hundes
  • Blutgerinnungsstörung
  • Thrombozytenmangel
  • Hundebiss
  • Andere äußere Einwirkungen wie vermehrtes Kratzen des Hundes an der betroffenen Stelle

Wenn Blutgefäße infolgedessen platzen, kann es zur Einblutung kommen und das Othämatom entstehen. Dadurch entsteht eine Art Teufelskreis, denn der Hund neigt zu noch stärkerem Kopfschütteln und Kratzen, was die Einblutung weiter verschlimmern kann. Die betroffene Stelle schwillt an und ist bei größeren Blutansammlungen gut zu erfühlen und oft auch von außen gut sichtbar. Unbehandelte Othämatome können zu Vernarbungen führen und Verformungen am Ohr hinterlassen. Öfter betroffen sind Hunderassen mit herabhängenden Ohren, im Gegensatz zu Hunderassen mit stehenden Ohren.

Diagnostik und Therapie

Die Diagnose eines Othämatoms ist in der Regel unproblematisch und für einen Fachmann leicht auszumachen. Durch Sicht- und Tastuntersuchung kann das Krankheitsbild einfach von anderen Krankheitsbildern abgegrenzt werden. Selten ist die Ursache für ein Othämatom eine Störung in der Blutgerinnung oder eine verminderte Anzahl von Thrombozyten. Dies kann durch eine zusätzliche Blutuntersuchung ausgeschlossen bzw. diagnostiziert werden. Bei der Behandlung des Blutohres ist es wichtig, die Grunderkrankung am Ohr zu beseitigen, um weiteres Kopfschütteln bzw. Kratzen zu unterbinden. Häufig finden in diesem Fall Medikamente Anwendung, die ins Ohr geträufelt werden und gegebenenfalls mit anderen Medikamenten kombiniert werden. Sollte das Othämatom auf eine Bissverletzung zurückgehen, wird zusätzlich oft auf entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente zurückgegriffen.

Das Hämatom selbst wird, je nach Größe, entweder punktiert und das Blut anschließend abgezogen, oder, bei größeren Hämatomen, operativ entfernt. Bei einem operativen Eingriff wird eine spezielle Nahttechnik verwendet, um den Schnitt wieder zu schließen, damit die Hämatomflüssigkeit nicht nachlaufen kann und sich keine Folgeinfektionen einnisten. Rechtzeitig und gründlich behandelt ist ein Othämatom kein Grund zur größeren Sorge für Sie und Ihren Hund. Lediglich unbehandelt kann es zu Vernarbungen und Verformungen kommen. Auch diese sind allerdings auf lange Sicht nicht gesundheitsgefährdend.

Nichtsdestotrotz sollten Sie nicht auf einen Besuch beim Tierarzt verzichten. Durch regelmäßige Untersuchung der Ohren Ihres Hundes können Sie Grunderkrankungen des Ohres und/oder frühe Stadien eines Othämatoms erkennen und entsprechend reagieren.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

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