Von einer Autoimmunerkrankung spricht man, wenn der Körper eigene Organe oder eigenes Gewebe abwehrt. Dies kann dann dazu führen, dass Organe und bestimmte Funktionen komplett zerstört werden. Das Immunsystem des Hundes geht irrtümlich davon aus, dass Teile des Körpers schädlich sind. Eine Autoimmunerkrankung ist nicht ansteckend.

Ursachen einer Autoimmunerkrankung beim Hund

Zu Anfang ist es wichtig, herauszufinden, wo die Ursache der Erkrankung liegt. Zu unterscheiden sind Autoimmunerkrankungen organspezifischer Art und nicht-organspezifischer Art. Organspezifisch bedeutet, dass gezielt ein Organ geschädigt und zerstört wird. Nicht-organspezifisch bedeutet den Angriff von eigenem Körpergewebe. Bei beiden Formen werden Antikörper gegen den eigenen Körper gebildet. Zu einer solchen Schädigung kann es auch durch Medikamente, Bakterien, Viren oder chemische Substanzen kommen.

Die wichtigsten Autoimmunerkrankungen bei Hunden

Es gibt vier Autoimmunerkrankungen, die bei Hunden besonders häufig auftreten:

  • Pemphigus-Komplex
  • Glomerulonephritis
  • Rheumatoide Arthritis
  • Polyarthritis

Haben Sie von Ihrem Tierarzt die Diagnose Pemphigus-Komplex erhalten, leidet Ihr Hund unter einer Autoimmunerkrankung der Haut. Hier werden nach und nach die oberen Hautschichten zerstört und es kommt zur Bläschenbildung. Dadurch können auch Krusten entstehen und die Haut verändert sich. Mithilfe einer Biopsie und einem Blutbild kann der Tierarzt die Krankheit diagnostizieren. Betroffene Hunderassen sind vor allem Collies, Border Collies und Australian Shepherds.

Sollte Ihr Hund die Diagnose Glomerulonephritis bekommen haben, handelt es sich um eine Erkrankung der Nieren. Diese werden zerstört und arbeiten nicht mehr richtig. Häufig entsteht diese Autoimmunerkrankung nach einer Borreliose. Gerade Berner Sennenhunde sind häufig betroffen.

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Gelenksentzündung. Der Körper verursacht eine Entzündung woraufhin die Gelenke angegriffen werden. Dies kann bei älteren Hunden passieren, wird aber auch durch vorherige Entzündungen hervorgerufen, die noch nicht vollständig abgeklungen sind. Wenn Ihr Hund öfter und stark lahmt, sollte dies näher untersucht werden. Bei der Polyarthritis handelt es sich ebenso um eine chronische Entzündung der Gelenke, jedoch sind hier mehrere Gelenke gleichzeitig betroffen. Im Laufe der Zeit wird die Entzündung immer stärker. Die Entzündungsherde können wechseln, sodass immer wieder andere Gelenke betroffen sind. Viele Arthrosen in den Gelenken führen dazu, dass Ihr Hund Schmerzen beim Laufen hat und lahmt. Gerade ältere Hunde sind auch hier betroffen.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

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