Wenn der Tierarzt Ihrem Hund eine Therapie mit Cortison (auch Kortison) verschreibt, ist das kein Grund zur Beunruhigung. Hinter dem Namen Cortison verbirgt sich in der Regel die biologisch inaktive Form des Steroidhormons Cortisol. Letzteres wird bei gesunden Menschen und Säugetieren von allein in der Nierennebenrinde zusammen mit anderen, ähnlichen Steroiden gebildet. In der Anwendung werden unter dem Begriff Cortisone alle diese Hormone zusammengefasst, über deren genaue Verwendung der Veterinär entscheidet. Im Körper nehmen Cortisone zahlreiche Funktionen wahr. Sie regulieren den Zuckerstoffwechsel, die Immunabwehr sowie den Wasserhaushalt und kontrollieren die Reaktion auf Stress durch Beeinflussung des Blutdrucks und Herzschlags. Eine normale Funktion des Körpers ist daher ohne Cortisone nicht möglich.

Über- und Unterproduktion bedingt durch Erbkrankheiten zeigen sich beispielsweise im Cushing-Syndrom oder in der Addison-Krankheit. Die Produktion des Hormons wird in der sogenannten Hirnanhangsdrüse überwacht, die bei zu hohem oder zu niedrigem Cortisonspiegel entsprechend die Bildung veranlasst oder reduziert.

Einsatz von Cortison bei Hunden

Am häufigsten werden Cortisone bei der Behandlung von akuten oder chronischen Entzündungen verschrieben. Darunter fallen Entzündungen von Gelenken oder Organen, aber auch einige Virusinfektionen oder Allergien. Bei vielen dieser Erkrankungen ist eine kurz oder mittellang dauernde Therapie ausreichend, bei manchen Allergien oder anderen chronischen Erkrankungen ist aber oft auch eine Gabe von Langzeitwirkstoffen erforderlich. Die heute eingesetzten Cortisone werden synthetisch hergestellt und nicht mehr aus Schlachtabfällen gewonnen. Je nach Zusammensetzung der Wirkstoffe sind vier Wirkdauern und Anwendungsgebiete zu unterscheiden:

  • Ultrakurzzeitcortisone: bis 8 Stunden Wirkdauer, werden bei Unfällen und Allergischen Schocks eingesetzt
  • Kurzzeitcortisone: 24 bis 36 Stunden Wirkdauer
  • Mittellang wirkende Cortisone: bis 10 Tage Wirkdauer
  • Langzeitcortisone: Wirkdauer von bis zu 3 Monaten

Gegeben werden können gerade bei chronischen Erkrankungen nicht nur Langzeitpräparate, sondern auch Kurzzeitcortisone, die entsprechend häufig eingesetzt werden.

Was gilt es zu beachten?

Bei der Anwendung von Cortisonen fällt vor allem der veränderte Zucker- und Wasserhaushalt auf. Die Tiere haben einen größeren Fress- und Trinkdrang und müssen entsprechend öfter ausscheiden. Besondere Vorsicht ist bei an Diabetes erkrankten Hunden geboten. Weisen Sie den Tierarzt in diesem Fall unbedingt auf die Diabeteserkrankung hin. Bei einer Langzeitanwendung können auch Veränderungen am Fell oder der Haut Ihres Tieres auftreten, eine Gewichtszunahme durch Wasser- und Fetteinlagerung ist häufig. Auch ist die Behinderung des Immunsystems nicht zu missachten. Zwar ist diese im Falle von Allergien erwünscht, der Hund ist aber trotzdem anfälliger für Infektionen. Bei zu hoher Dosierung kann es auch vorkommen, dass die Nebenniere die Produktion eigener Cortisone einstellt. Deshalb sollte immer die kleinstmögliche, wirksame Menge gegeben werden und bei Beenden der Therapie muss eine Entwöhnung langsam erfolgen.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

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