Sabine Ruthenfranz beschäftigt sich seit vielen Jahren professionell mit den Bedürfnissen von Katzen. Das neuste Projekt der mehrfachen Buchautorin  ist ihr „Miau Katzen-Podcast“. Nun gibt die Katzenexpertin auch im AGILA Magazin regelmäßig Infos und Tipps für ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Katze.

Der beste Umgang mit Vergiftungen ist sicherlich, diese zu vermeiden. Trotz aller Vorsicht kann es allerdings trotzdem dazu kommen, dann gilt es Ruhe zu bewahren. Die Recherche nach geeigneten Ansprechpartnern in der Umgebung kann im Notfall sehr viel Zeit kosten. Zudem können lange Wartezeiten oder eine Behandlung mit Hausmitteln die Katze das Leben kosten. Es lohnt sich daher immer die Rufnummer des Tierarztes und der nächstgelegenen Tierklinik mit Adresse griffbereit zu haben, um für den Notfall vorbereitet zu sein.

Ab wann ist etwas giftig?

Das Zitat des Arztes und Alchemisten Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus sagt es kurz und knapp: „Dosis sola facit venenum.“ Zu Deutsch „Die Dosis macht das Gift.“ Das leuchtet ein, wo doch auch Medikamente nur in der richtigen Dosis wirken oder aber bei falscher Dosierung Schaden anrichten können. Mit der Giftigkeit, oder der „Toxizität“ wie der Fachmann sagt, ist es deshalb so eine Sache. In Bezug auf die Frage nach „giftig oder nicht“ gilt es verschiedene Faktoren einzubeziehen. Neben der Giftmenge sind auch die Giftigkeit nach Individuum und die Begleitumstände einer Giftaufnahme zu berücksichtigen. Denn bestehende Vorerkrankungen, das Gewicht und das Alter beeinflussen den Verlauf einer Giftaufnahme.

Das ist im Vergiftungsfall zu tun:

  1. Tierarzt anrufen und den Fall schildern
  2. Gegebenenfalls verdächtige Pflanzenteile einpacken
  3. Die Katze auf dem schnellsten Weg zum Tierarzt oder in die Tierklinik bringen

Woran erkennt man eine Vergiftung bei der Katze?

Je nach Schweregrad kann es bei Vergiftungen zu folgenden, sichtbaren Symptomen kommen, die einzeln oder auch in Kombination auftreten können:

  • Speicheln
  • Erbrechen
  • Spucken
  • Durchfall
  • Zittern
  • Torkeln
  • Apathie
  • Orientierungslosigkeit

An dieser Stelle sei erwähnt, dass es auch Vergiftungen gibt, welche lange Zeit ohne offensichtliche Symptome bleiben und sich erst später durch die Schädigung von Organen zeigen. Einmaliger Durchfall oder Erbrechen müssen nicht zwingend gleich die Folge einer Vergiftung sein. Der Verdachtsmoment bestätigt sich, wenn es beispielsweise parallel dazu sichtbare Knabberschäden an Pflanzen gibt oder man die Katze dabei beobachtet hat, wie sie eine unbekannte oder bekannte, giftige Substanz aufgenommen hat.

Der sicherste Weg um eine Genesung der Katze zu ermöglichen, besteht in schnellem Handeln. Für die meisten Vergiftungen durch Pflanzen gibt es leider kein Antidot (Gegenmittel). Möglichkeiten der Therapie bestehen daher vorwiegend in der Entgiftung, einer medikamentösen Verhinderung der weiteren Giftaufnahme oder einer Beschleunigung der Giftausscheidung sowie der symptomatischen Therapie. Auf keinen Fall sollten Sie zu Hausmitteln greifen. Milch, Fett und Öl sind nicht zur Neutralisierung von Giftstoffen geeignet. Im Vergiftungsfall kann nur der Tierarzt helfen!

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