Wenn Freigänger-Katzen immer weniger nach Hause kommen und sich ein neues Heim bei anderen Menschen suchen, ist das für ihre Besitzer schwer nachzuvollziehen und noch schwieriger zu akzeptieren. Das Abwandern ist aber keineswegs eine spontane Entscheidung der Samtpfote, sondern vielmehr ein langer Prozess, dem man durchaus entgegenwirken kann.

Gründe für das Abwandern von Katzen

Um herauszufinden, welche Gründe Ihre Katze eventuell von Zuhause vertreiben, beobachten Sie das Verhalten Ihrer Samtpfote genau. Vielleicht ist sie eifersüchtig oder hat Angst vor einem neuen Familienmitglied (Partner/in, Baby, Hund). Oftmals sind in solchen Fällen Katzen betroffen, die nicht gut sozialisiert wurden. Auch die fehlende Bindung zwischen Zwei- und Vierbeiner kann ein Grund sein, der die Katze zum Abwandern bewegt. Wenn Katzen in der Prägephase nicht viel Kontakt zu Menschen haben, wirkt sich das bis ins späte Alter aus. Bestärkt wird dieses Problem, wenn die Samtpfoten auch danach nur wenig Kontakt zu ihren Menschen haben oder keine Spiele zwischen Zwei- und Vierbeiner stattfinden. Aber auch Schutz und Sicherheit können entscheidende Faktoren für ein Abwandern sein. Wenn die Katze in Gefahrensituationen keine Zuflucht  in ihrem Zuhause findet oder sie sich im Revier aufgrund von Streitigkeiten mit Artgenossen unsicher fühlt, wird sie beides meiden.

Was kann man gegen das Abwandern tun?

Im Fall von Revierkämpfen gilt es, die Katze zu unterstützen indem Sie vor dem Freigang nach anderen Katzen schauen und diese verscheuchen. Außerdem sollten Sie darüber nachdenken, eine Katzenklappe anzuschaffen, durch die nur die eigene Samtpfote Zutritt zum Haus erhält. Bei Veränderungen in der Familie oder einer fehlenden Bindung sind sehr viel persönliches Engagement, Verständnis und Geduld gefragt. Zuerst gilt es  herausfinden, wo sich Ihre Katze Streicheleinheiten und Futter abholt und diese Menschen um Mithilfe zu bitten. Denn oft steckt keine böse Absicht dahinter und Tierfreunde denken, sie können dem vermeintlichen Streuner so weiterhelfen. Ein Peilsender kann dabei eine große Hilfe sein, oft reicht aber das Verteilen von Flyern aus. Eine weitere Möglichkeit ist das Befestigen eines Zettels am Halsband der Samtpfote. Danach heißt es: Hausarrest. Was zunächst sehr hart klingt und von Ihrem Stubentiger womöglich mit lautstarkem Protest oder Unsauberkeit kommentiert wird, ist leider notwendig. Sie sollten die Zeit nutzen, um sich ausführlich mit der Katze und den Problemen auseinanderzusetzen. Ganz viel Aufmerksamkeit, spannende Spielchen und intensive Streicheleinheiten müssen an der Tagesordnung ganz oben stehen. Ängstlichen Katzen hilft es einen Raum zur Verfügung zu stellen, der nur für sie zugänglich ist und so Sicherheit bietet. Auch wenn die Samtpfote am Anfang nicht die gewünschten Reaktionen zeigt, mit der Zeit wird sich der Aufwand für beide Seiten lohnen.

Foto: © DragoNika/fotolia.com

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