Hundeballen werden bei fast jeder Bewegung belastet. Steine, Dornen, Scherben und Co. sind eine allgegenwärtige Gefahrenquelle für die Pfotenpolster. Bei tiefen Ballenverletzungen kann der Hund sehr viel Blut verlieren. Die größte Gefahr ist jedoch eine Infektion durch den Schmutz, der beim Laufen des Tieres zwangsläufig in die Wunde gelangt. Durch die dauerhafte Belastung sind Ballenverletzungen beim Hund oft besonders schmerzhaft. Um eine Infektion und zu starke Schmerzen zu vermeiden, haben wir einige Erste-Hilfe-Tipps für Sie zusammengefasst.

Hintergrundinformationen

Hundeballen entsprechen unseren Fingerballen und bestehen aus dicker, schützender Ballenhornhaut. In den Polstern befinden sich Nerven, die auf Vibration, Druck, Schmerz und Wärme reagieren. Auch ein großer Teil der Schweißdrüsen ist in den Hundeballen zu finden.

Vor der Untersuchung

Versuchen Sie Ihren Vierbeiner bei einer Verletzung zu beruhigen – eine zweite Person kann hierbei sehr hilfreich sein. Zur eigenen Sicherheit sollte der Vierbeiner vor Untersuchung der Verletzung angeleint oder von der zweiten Person kraulend festgehalten werden. Während der Untersuchung ist es ratsam als festhaltende Person den Kopf des Hundes zu fixieren. Bei großen Schmerzen kann jeder noch so liebe Hund unberechenbar werden.  

Untersuchung der Hundeballen

Um sich die Verletzung des Vierbeiners anzusehen, heben Sie vorsichtig die Pfote an und suchen Sie nach abgeschundener Haut, offenen Rissen, Zysten und anderen Verletzungen. Auch zwischen den Hundeballen entstehen oft Risse, die schmerzhaft sein können. Wunden, die offen und blutig sind, sollten vorsichtig gesäubert werden. Dazu die Wunde mit klarem, sauberem und lauwarmen Wasser ausspülen. Falls vorhanden kann auch ein schmerzfreies Desinfektionsspray genutzt werden.  

Fremdkörper im Hundeballen

Generell gilt: Fremdkörper im Hundeballen nur dann selbst mit einer Pinzette entfernen, wenn dies leicht möglich ist und der Fremdkörper durch weiteres Auftreten noch weiter ins Fleisch gedrückt werden würde. In der Regel sollten Fremdkörper jedoch von einem Tierarzt entfernt werden. Ist kein Fremdkörper zu sehen, obwohl die Fellnase Schmerzen zu haben scheint, kann auch ein Insektenstich oder ähnliches die Ursache sein. Auch dann sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen, der die Ballen genau untersucht und Ihrem Vierbeiner dann helfen kann.

Pfotenverband anlegen

Um offene Wunden für den Transport zum Tierarzt zu schützen, legen Sie am besten sterile Wundauflagen oder Kompressen auf. Befindet sich ein Fremdkörper im Hundeballen, sollte dieser sehr gut umpolstert werden. Dann wird die komplette Pfote verbunden. Der Verband darf dabei jedoch nicht zu fest sein. Fixieren Sie ihn mit einer Verbandklammer oder ähnlichem. Falls vorhanden kann zusätzlich eine größere Socke oder ein Pfotenschuh angezogen werden. Einen durchaus nützlichen Schutz vor ausufernden Tierarztkosten kann eine Krankenversicherung bieten.

Foto: © Fiedels/fotolia.com

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