Ein gutes Aussehen übersieht niemand - aber ein gutes Herz viele! Dass auch bei der Wahl des tierischen Begleiters das Äußere eine wichtige Rolle spielt, zeigt sich immer wieder. Oft sitzen beispielsweise schwarze große Hunde oder auch schwarze Katzen länger im Tierheim als ihre Artgenossen. Seit einigen Jahren gibt es einen Trend in der Katzenzucht, der unsere Hauskatzen äußerlich (noch) interessanter machen soll: Hybridkatzen.

Hybridkatzen – zahme Schönheiten im „Wild-Look“

Bei Hybridkatzen handelt es sich um Stubentiger aus Verpaarungen zwischen Haus- und Wildkatzen. Bevorzugt werden Kleinkatzen aus Afrika wie der Serval, der Karakal oder die Rohrkatze eingesetzt. Die Kreuzungen nennen sich dann jeweils Savannah, Caracat und Chausie. Weitere Hybridkatzen-Rassen sind die Bengalkatze (Verpaarung mit Asiatischer Leopardenkatze) und Kanaani (Verpaarung mit Falbkatze). All diese Hybridkatzen haben etwas gemeinsam: Sie sehen wild und einfach tierisch gut aus! Eben anders als die gewöhnliche schwarz-weiße oder braungetigerte Katze von nebenan. Bei Zucht und Haltung der Tiere gibt es allerdings auch schwerwiegende Nachteile.

Probleme bei der Zucht und Haltung von Hybridkatzen

Die Verpaarung von Wild- und Haustieren ist in vielerlei Hinsicht problematisch. Durch Domestizierung und Zucht haben sich unsere zahmen Vierbeiner verändert und unterscheiden sich vor allem in Größe und Verhalten von ihren wilden Verwandten. Verpaarungen können häufig nur zwischen Wildkater und Hauskatze stattfinden, weil sich weibliche Wildkatzen nicht mit männlichen Hauskatzen paaren. Hauskatzen haben eine im Durschnitt elf Tage kürzere Tragezeit und wiegen ein Viertel des Gewichts ihrer wilden Artgenossen. Das führt besonders in den ersten Generationen zu Fehl- und Todgeburten der Kitten. Der Stress und die extremen körperlichen Belastungen können aber auch bei der tragenden Samtpfote zum Tod führen. Bis zur vierten Generation unterliegen Hybridkatzen den Bestimmungen des Artenschutzrechtes. Besitzer von diesen Vierbeinern müssen deshalb eine Erlaubnis zur Haltung beantragen und hierfür ein berechtigtes Interesse nachweisen. Eine reine Wohnungshaltung ist auf keinen Fall artgerecht. Auch charakterlich unterscheiden sich die Hybridkatzen wesentlich von unseren Samtpfoten. Besonders Vierbeiner der ersten Zuchtgeneration, aber auch Katzen, die während der Prägephase schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, verhalten sich bei fremden Personen sehr scheu bis aggressiv, was zu Problemen bei der gesundheitlichen Versorgung führt.

Wenn Sie Interesse an einer der oben genannten Rassen haben, sollten Sie sich deshalb unbedingt über die Haltungsbedingungen informieren. Wichtig ist dabei abzuklären, in welcher Generation die wilde Schönheit geboren wurde, die Sie im Auge haben. Darüber hinaus sollte jeder (potenzielle) Halter die Hintergründe und Folgen der Zucht im Hinterkopf haben und abwägen, ob Sie diesen besonderen Samtpfoten ein artgerechtes Zuhause schenken können und ob das Aussehen als Argument für die extremen Bedingungen der eingesetzten Zuchttiere ausreicht.

Foto: © Nadine Haase/fotolia.com

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