Ein Hund mit Maulkorb? Das ist für viele so, als ob sie einem Mensch mit gestreiftem Anzug und Fußfessel begegnen würden. Denn so was tragen schließlich nur Hunde, die zubeißen, oder? Und genau das stimmt so eben nicht. Im Grunde sollte jeder Hund frühzeitig an das Tragen eines Maulkorbes gewöhnt werden. Warum das sinnvoll ist und wie Sie Ihrem Vierbeiner das Training schmackhaft machen, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Warum einen Maulkorb anlegen?

Hunde, die mit Bus, Bahn oder Zug fahren und nicht in einer Transportbox untergebracht sind, müssen einen Maulkorb tragen. Auch für kleine und große „Allesfresser“ kann er als Schutz vor Krankheiten oder Verletzungen dienen. Einige Hundebesitzer möchten ihrem Liebling diese „Tortur“ trotzdem nicht antun. Das Problem ist aber, dass der Hund viel Zeit und Ruhe braucht, um sich an so eine ungewohnte Einschränkung zu gewöhnen. Genau die hat man aber nicht, wenn es doch plötzlich sein muss. Daneben gibt es natürlich auch Vierbeiner, die den Maulkorb aus Sicherheitsgründen für das Umfeld tragen. Hundebesitzer sollten sich immer auch mit einer guten Haftpflichtversicherung absichern, die im Fall der Fälle für Entschädigungen aufkommt.

Welcher Maulkorb ist der Richtige?

Es gibt zwei Arten von Maulkörben. Der eine liegt eng an und umschließt den Großteil der Schnauze. Da der Vierbeiner so nicht hecheln kann, sollte dieser nur für kurze Dauer getragen werden. Die zweite Art besteht aus einem Leder-, Plastik- oder Metallgitter. Dieses bietet  mehr Platz und so kann der Hund im Idealfall nicht nur hecheln, sondern auch Leckerchen annehmen. Für welches Material man sich entscheidet, sollte vom Gebrauch abhängig machen. Metall kühlt beispielsweise bei kalten Temperaturen mit ab, was im Winter beim Spaziergang problematisch ist, bei einer Bahnfahrt aber in der Regel kein Problem darstellt.

Das Training

Zuerst sollten Hunde den Maulkorb „neutral“ kennenlernen. Das heißt, er darf beschnuppert werden, liegt zunächst nur auf dem Tisch oder wird von Ihnen durch die Wohnung getragen. Dann kann das eigentliche Training beginnen. Machen Sie Ihrem Vierbeiner den Maulkorb schmackhaft, indem Sie ihn Leckerlis daraus fressen lassen. Diese sollten zunächst weit vorne und mit der Zeit immer weiter nach hinten platziert werden. Die Zeit, die Ihr Vierbeiner im noch nicht verschlossenen Maulkorb verbringt, sollte sich immer weiter verlängern. Hierfür eignet sich auch gut Leberwurst, die der Hund vom Gitter lecken kann. Das Herauslecken dauert automatisch länger als nur ein Leckerli herauszuholen. Zum Schluss wird nun das Verschließen und Tragen des Maulkorbs geübt. Bei sehr sensiblen Fellnasen sollte man das Verschließen vorab ohne den Vierbeiner üben, dann verläuft es beim Training reibungslos, leise und schnell und man belastet so den Vierbeiner nicht noch zusätzlich. Ein Tipp: Zum Maulkorbtraining findet man auch hilfreiche Videos im Internet.

Foto: © stormy/fotolia.com

(0)