Straßenhunde kommen in Deutschland sehr selten bis gar nicht vor, in anderen Ländern sind sie gang und gäbe. Besonders in Ungarn, Rumänien, Indien, in der Ukraine und in Russland ist die Anzahl der streunenden Hunde hoch. Das sorgt dort oft für gewaltige Probleme, sowohl bei den Vierbeinern als auch bei der Bevölkerung. Versuche, diese Probleme zu lösen, sehen sehr unterschiedlich aus. Heute möchte ich Ihnen ein positives Beispiel aus Indien vorstellen.

 

Die Lage in Indien

Im Gegensatz zu Russland und Rumänien, von wo in den letzten Jahren besonders schlimme Nachrichten und Bilder über den Umgang mit herrenlosen Vierbeinern öffentlich wurden, ist es in Indien seit 2001 verboten Straßenhunde zu töten. Indien gehört zu den Ländern, in denen die Tollwut am weitesten verbreitet ist. Dieser Krankheitsvirus wird vor allem über Hundebisse übertragen und führt in den meisten Fällen bei Mensch und Tier zum Tod. Das Auswärtige Amt empfiehlt deshalb vor einer Reise nach Indien die Impfung gegen den Tollwutvirus. Auch Ihr vierbeiniger Liebling sollte diese Impfung unbedingt haben. Sie ist bereits bei der Einreise in europäische Länder Pflicht. Eine Krankenversicherung übernimmt die anfallenden Kosten solcher Vorsorgebehandlungen.

Was tun?

Der Lösungsansatz der indischen RegierungAuch mit Hilfe einiger Tierschutzvereine hat sich die Regierung für das ABC/AR (Animal Birth Control / Anti Rabies [Tollwut]) Programm entschieden. Im Rahmen dessen werden die Streuner eingefangen, sterilisiert und geimpft. Danach werden diese Hunde gekennzeichnet und wieder frei gelassen. So wird auch den Menschen gezeigt, dass sie sich vor diesen Vierbeinern nicht fürchten müssen. Auch private Hundebesitzer erhalten im Zuge dessen die Möglichkeit, ihren Vierbeiner kostenlos behandeln zu lassen. Damit wird einerseits die Tollwut bekämpft und andererseits auf lange Sicht auch die Zahl der herrenlosen Hunde verringert. Zusätzlich hat man in Indien nun begonnen, die streunenden Vierbeiner als Diensthunde auszubilden. Ziel ist es, die Hunde kontrollierbar zu machen und zum Schutz der Menschen auf öffentlichen Plätzen einzusetzen.

Ein positives Vorbild für alle

Nachdem man in Indien bemerkt hat, dass das Töten von Straßenhunden keine Lösung ist, sondern die Hunde bei weniger „Konkurrenz“ sich sogar stärker vermehren und die Anzahl daher wieder steigt, hat man umgedacht und das mit Erfolg. Laut Tierschutzvereinen ist die Zahl der Hunde bereits zurückgegangen. Außerdem sorgt die Methode auch für ein besseres Verhältnis zwischen der Bevölkerung und den Vierbeinern. Meiner Meinung nach wäre es wünschenswert, dass auch andere Länder statt in sogenannte Tötungsstationen in derartige Projekte investieren.

Übrigens: In Deutschland gab es noch vor 15 Jahren rund 5000 Tollwutfälle pro Jahr. Nur durch die konsequente Impfung von Hunden, Katzen und Füchsen, die vorwiegend für die Übertragung und Verbreitung verantwortlich sind, war es möglich, dass Deutschland seit 2008 als tollwutfrei gilt. Damit es so bleibt, sollten wir auch weiterhin Impfungen zur Vorsorge durchführen. Bitte beachten Sie, dass dies die persönliche Meinung der Autorin ist.

Foto: © OlegD/fotolia.com

(0)