Auch in der Tierwelt kommt es vor, dass ein Lebewesen mit einer Behinderung geboren wird oder beispielsweise durch einen Unfall ein Handicap hat. Wir haben Hundetrainerin Andrea Winter gefragt, welche Sportmöglichkeiten es für Hunde mit Behinderung gibt und ob ein Hund mit Handicap zwangsläufig weniger Spaß am Leben hat als andere Artgenossen.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Hilfsmittel für Hunde mit Behinderung, die es ihnen ermöglichen, sich trotz körperlicher Einschränkungen fortzubewegen. Dazu zählen z.B. spezielle Rollstühle für Fellnasen, die an Lähmungserscheinungen der hinteren Gliedmaßen leiden. Eine Behinderung bedeutet also keinesfalls, dass die Vierbeiner keine Lebensfreude mehr haben können. Beim Training in „normalen“ Hundeschulen kann es jedoch sein, dass Hunde mit Behinderung einfach nicht mithalten können. Im Folgenden haben wir für Sie daher einige Sportmöglichkeiten für Hunde mit körperlichen Einschränkungen zusammengefasst.

Obedience / Ralley Obedience

Bei Obedience geht es nicht um sportliches Geschick und Geschwindigkeit, sondern um Gehorsam und darum, wie gut Hund und Halter zusammenarbeiten. Viele Halter von Hunden mit Behinderung haben diese Sportart bereits für sich und ihren Liebling entdeckt. So gibt es immer mehr Obedience-Wettbewerbe, die speziell an Hunde mit Handicap angepasst sind und auch nur von diesen ausgetragen werden.

Mantrailing

Beim Mantrailing muss der Hund sich auf Personensuche begeben. Hierzu ist eine gute Nasenarbeit erforderlich, die praktischerweise in der Natur eines jeden Hundes tief verankert ist. Mantrailing kann von jedem Hund in seiner eigenen Geschwindigkeit durchgeführt werden und ist dadurch besonders für Hunde mit Behinderung oder auch ältere Fellnasen gut zu bewältigen.

Degility

Beim Degility-Training handelt es sich um Gerätearbeit, die langsam und ohne Sprünge oder viele „Stop and Goes“ ausgeführt werden muss. Typische Degility-Geräte sind Wippen, Balance-Boards und Hängebrücken. Der Gleichgewichtssinn, die Konzentrationsfähigkeit und der Muskelaufbau können hierbei besonders gefördert werden.

Letztendlich gibt es zahlreiche Möglichkeiten, mit denen Ihr Hund trotz Behinderung Spaß an der Bewegung haben kann. Hundetrainerin Andrea Winter empfiehlt , den eigenen Hund dabei stets gut zu beobachten und ggf. einen Tierarzt zu Rate zu ziehen, um schmerzvolle Folgen von falschen Bewegungen zu vermeiden. Vor allem Sportarten, die viele „Stop and goes“ beinhalten, wie z.B. Ballspiele, sollten von Hunden mit Behinderung möglichst vermieden werden.

Foto: © Carola Schubbel/fotolia.com

(2)