Ein Blick der beeindruckt: Hat ein Hund oder eine Katze zwei verschiedene Augenfarben, kann man gar nicht mehr wegsehen. Meist ist ein Auge blau, das andere braun, grün oder gelb. Es ist in jedem Fall faszinierend anzusehen. Aber wie kommt dieses Phänomen eigentlich zustande? Wenn Hunde und Katzen verschiedene Augenfarben haben, spricht man umgangssprachlich von "Odd-eyed", was so viel wie "merkwürdige oder seltsame Augen" bedeutet. In der Medizin wird dieses Phänomen als Iris-Heterochromie bezeichnet. Dabei ist die Pigmentierung der Iris, auch Regenbogenhaut der Augen genannt, gestört. Pigmente sorgen für die Augenfarbe und es kommt zu einer Verfärbung - der Vierbeiner hat zwei verschiedenfarbige Augen.

Bei Menschen kommen verschiedene Augenfarben sehr selten vor, bei unseren vierbeinigen Lieblingen etwas häufiger. Insbesondere bei Katzen mit weißem oder weiß gechecktem Fell ist diese unterschiedliche Färbung der Augen zu finden, weil sie sich genetisch weiterverbreitet hat. Doch auch bei anderen Fellfarben und Tiere mit Schildpattmuster kann sich das Phänomen entwickeln.

Unterschiedliche Ausprägungen

Die extremste Form des Phänomens ist die oben genannte "Odd-Eyed"-Form, also die Iris-Heterochromie, bei der ein Auge immer blau, das andere braun, gelb oder grün ist. In jedem Fall ist eine deutliche und komplette Farbabweichung des einen Auges zu erkennen. Bei der sektoriellen Heterochromie ist dagegen zwar eine Abweichung zu erkennen, dabei ist aber nur ein Ausschnitt des einen Auges betroffen. Die am wenigsten ausgeprägte und am häufigsten vorkommende Form ist die zentrale Heterochromie. Dabei hat sich um die Irismitte ein andersfarbiger Ring gebildet.

Welches Auge ist das normalfarbige?

Dem blauen Auge fehlt durch eine Gen-Mutation in der Vererbung oder durch eine Erkrankung des Auges die entsprechende Pigmentierung. Also besitzt immer das andere Auge die ursprüngliche Augenfarbe der Hunde und Katzen. Wenn Sie selbst eine plötzliche Veränderung der Augenfarbe an Ihrem Liebling feststellen, sollten Sie dies von einem Tierarzt untersuchen lassen. Eine Tierkrankenversicherung übernimmt die anfallenden Kosten!

Der besondere Blick bringt einen immer wieder zum Staunen. Eine Fotogalerie der Fotografin Miyoko Ihara hat mich besonders beeindruckt. Es geht um die Beziehung ihrer Großmutter zu ihrer Odd-Eyed-Katze. Die teilweise wunderschönen Bilder finden Sie hier.

Foto: © CALLALLOO CANDCY/fotolia.com

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