Sie bellen, kratzen, jaulen - und retten Leben. Diabetikerwarnhunde sind dazu ausgebildet bei einer Unterzuckerung eines Diabetes-Kranken Alarm zu schlagen. Immer mehr Menschen leiden unter der Zuckerkrankheit, die tödlich enden kann, wenn nicht die richtigen Maßnahmen ergriffen werden.

Was ist Diabetes?

Die Zuckerkrankheit Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung und wird in der Regel in zwei Typen unterschieden: Typ 1 ist eine sogenannte Autoimmunkrankheit, das heißt, dass sich das Immunsystem aus bisher noch unerklärten Gründen gegen die Insulin produzierenden Zellen richtet. Der Körper kann dadurch kein eigenes Insulin mehr herstellen. Das ist jedoch notwendig, um den Blutzuckerspiegel abzusenken. Beim häufiger vorkommenden Typ 2 wirkt das Insulin nicht mehr so gut und kann den Blutzucker nur schlecht aus dem Blut in die Zellen transportieren. Ursachen sind meistens Übergewicht und wenig Bewegung im Alter. In beiden Fällen müssen sich die Betroffenen also selbst Insulin spritzen, um den Blutzuckerspiegel im Körper zu senken. Man geht inzwischen davon aus, dass fast zehn Prozent der Deutschen an Diabetes leiden. 90 Prozent davon leiden unter dem Typ 2, die anderen unter dem Typ 1, dem schlimmsten. Die an Typ-1-Erkrankten merken nämlich nicht, dass sie unterzuckert sind. Das kann unter anderem nachts passieren und niemand bekommt es mit — außer Diabetikerwarnhunde. Diabetiker müssen aber permanent ihren Blutzuckerspiegel im Blick haben.

Wie können Diabetikerwarnhunde helfen?

Hunde haben eine unglaublich gute Nase. Schon früher wurde diese Fähigkeit erkannt und die Vierbeiner zu Spür-, Drogen- und Jagdhunden ausgebildet. Dass sie mit ihrem Geruchssinn sogar Leben retten können, ist fantastisch. Der Geruch von Menschen ändert sich bei einer Unterzuckerung, was Hunde im Atem oder am Schweiß riechen können. Diabetikerwarnhunde werden deshalb zum Beispiel mit Kleidungsstücken, die während einer Unterzuckerung getragen wurden, auf diesen abweichenden Körpergeruch trainiert. In der Ausbildung bekommt der Vierbeiner beispielsweise mehrere Kleidungsstücke zur Auswahl und wenn er das richtige berührt, bekommt er eine Belohnung. Es gibt inzwischen einige Hundetrainer, wie zum Beispiel Uschi Loth vom Hundezentrum Siegerland, die darauf spezialisiert sind.Sind Diabetikerwarnhunde auf den Geruch eines unterzuckerten Diabetikers trainiert, machen sie durch Anstupsen, Bellen, Kratzen oder Scharren entweder die Person selbst auf die Unterzuckerung aufmerksam oder andere Familienangehörige und Freunde, was zum Beispiel besonders bei Kindern wichtig ist. Denn wenn nicht rechtzeitig der Zuckerspiegel reguliert wird, können die Betroffenen bewusstlos werden und Schlaganfälle, Blutdruckkrisen oder Herzrhythmusstörungen bis hin zu einem plötzlichen Herzstillstand auftreten.

Bitte beachten Sie: Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass ausgebildete Diabetikerwarnhunde erfolgreich eine Unterzuckerung riechen und darauf aufmerksam machen können. Zahlreiche Hundetrainer, die die Ausbildung zum Diabeteswarnhund anbieten, und Diabetiker, die einen solchen Hund besitzen, können dies aber wohl bestätigen.

Dieser Artikel spiegelt die persönliche Meinung unserer Autorin wider.

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