Vor einigen Monaten haben wir bereits über das Café Neko in Wien berichtet. Nun hat auch Deutschlands erstes Katzen-Café vor knapp zwei Wochen in München-Schwabing eröffnet. Hier kann ab sofort nicht nur geschmaust, sondern auch kräftig geschmust werden! Mehrere Katzen tummeln sich im Café Katzentempel zwischen den Gästen und können gestreichelt und bespaßt werden. Die Idee stammt ursprünlich aus Japan und wird nun immer häufiger auch in Europa aufgegriffen. Aber ist das wirklich eine gelungene Aktion, um Mensch und Tier zusammenzubringen oder ist es für die Katzen zu stressig und außerdem unhygienisch? Wir sind zu unterschiedlichen Meinungen gekommen.

Greta: Eine tolle Möglichkeit für Katzenliebhaber, die selbst keine Katzen halten können!

Als ich das erste Mal gehört habe, dass es ein Katzen-Café in Deutschland gibt, war ich ganz hin und weg. So eine tolle Idee, das muss ich unbedingt ausprobieren! Wie schön ist es denn, während man gemütlich seinen Kaffee trinkt und einen Plausch mit Freunden hält, noch eine kleine Katze neben sich zu haben. Gerade für Berufstätige, Studenten oder Menschen, die einfach generell zu wenig Zeit und Platz haben, um sich eine Katze zu halten, ist das eine wunderbare Alternative. Wegen der Hygiene muss man sich meiner Meinung nach auch keinen Kopf machen: Erstens ist die Küche extra abgetrennt, so dass keine Katzen hinein können und lediglich das Essen durchgereicht wird. Zweitens sind Katzen generell unheimlich reinlich und zu Hause finde ich es auch nicht schlimm, wenn mein Kater um den Essenstisch herumstreunt.

Wird den Katzen das Geschmuse und Gespiele zu viel, können sie sich in einen eigenen Raum zurückziehen. Gleichzeitig passt das Personal im Katzen-Café auf, dass niemand die Katzen bedrängt oder sich anderweitig nicht artgerecht verhält. Tierliebe wird dort großgeschrieben. Unter solchen Bedingungen kann ich nur hoffen, dass noch weitere Katzen-Cafés eröffnet werden!

Franziska: Die armen Katzen!

Natürlich ist so ein Katzen-Café schön für Menschen, die sich ansonsten keine Haustiere halten dürfen oder können. Aber ich finde, hier sollte ganz klar das Wohl der Katzen an oberster Stelle stehen und es kann nicht sein, dass die Samtpfoten an sechs Tagen die Woche durchgehend von wildfremden Menschen gestreichelt, bespielt und wahrscheinlich regelmäßig hochgehoben werden. Das ist doch purer Stress für die Tiere, auch wenn sie sich in "ihren" Raum zurückziehen können. Sie wissen, dass im Nebenraum die ganze Zeit Menschen sind, die unbedingt kuscheln wollen, die laut sind und wahrscheinlich auch oft nerven. Die Katzen können sich also nicht wirklich frei bewegen, sondern sind auf einen ruhigen Raum beschränkt, wenn sie ohne Menschen sein möchten.

Ob nun die Mitarbeiter aufpassen, dass den Tieren nichts passiert ist völlig egal. Ich finde es nicht okay, dass sich die süßen Samtpfoten jeden Tag mit neuen, wildfremden Menschen "rumschlagen" und sich immer wieder an die neue Situation gewöhnen müssen!

Foto: © nalinratphi/fotolia.com

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