Gelähmt, blind oder taub - auch unsere lieben Hunde und Katzen kann das Schicksal schwer treffen. Behinderungen können von Geburt an existieren oder rassebedingt auftreten, aber auch durch Unfälle herrühren oder sich im Alter entwickeln. Egal welche körperlichen Einschränkungen auftreten: Der richtige Umgang mit den Tieren ist entscheidend.

So hart es klingt: Mitleid ist leider fehl am Platz. Hunde und Katzen wissen die Stimmung ihres Frauchens oder Herrchens nicht einzuordnen, was es ihnen nur schwerer macht. Behandeln Sie sie also weitgehend normal, nur mit einigen Unterstützungen:

Lähmungen

Es ist ein Geburtsfehler, eine Folge der Züchtung oder eines Unfalls: Lähmungen an einem oder mehreren Beinen. Ein gelähmtes Bein läuft zum Teil auf eine Amputation hinaus und die Hunde und Katzen können die meiste Zeit ohne Hilfe laufen. Bei mehreren gelähmten Beinen brauchen sie natürlich Unterstützung, meistens durch spezielle Radkonstruktionen. Dennoch schaffen es die Hunde zum Beispiel nicht mehr in höhere Stockwerke zu laufen. Entweder man trägt sie oder benutzt Hilfsgeschirre. Für Katzen helfen als Unterstützung bis zum Boden abgestufte Kratzbäume, die es auch für ältere Katzen gibt. 

Erblindung 

Eine Erblindung kann schleichend oder blitzschnell passieren. Hunde und Katzen laufen unkoordinierter und erwischen auch mal den einen oder anderen Gegenstand. Um das zu vermeiden und ihnen das Leben zu erleichtern sollten Sie die Umgebung möglichst so lassen wie sie ist und nichts im Weg herumstehen lassen. Völlig hilflos sind die Tiere aber nicht: Mit ihren ausgezeichneten Sinnen, wie zum Beispiel ihrem Gehör, können sie sich noch ganz gut orientieren. Allerdings werden Hunde und Katzen ruhiger und bewegen sich am liebsten in ihrem gewohnten Bereich.

Taubheit

Die Hunde und Katzen machen, was sie wollen - auf Frauchen und Herrchen hören jedenfalls nicht. Dann beim Tierarzt der Schock: Sie können es gar nicht. Taubheit ist manchmal angeboren, kommt aber oft mit dem Alter. Sie bedeutet eine Umstellung, weil mit Rufen und den üblichen Stichworten wie Sitz und Platz kommt man nicht mehr weit. Stattdessen müssen Sie Ihren Hunde und Katzen mit Körpersprache vermitteln, was sie machen sollen bzw. was sie dürfen und was nicht. Bei Hunden hilft manchmal auch eine spezielle Tröte aus einem Jagdgeschäft, weil sie teilweise immer noch Geräusche wahrnehmen. Ein zweiter Hund oder eine zweite Katze kann ebenfalls helfen. Die Vierbeiner orientieren sich dann an deren Verhalten.

Unterstützung für die Besitzer

Denken Sie immer daran: Auch dreibeinige Hunde und Katzen sind oft noch voller Lebensfreude! Sie mögen das Gleiche wie gesunde Vierbeiner auch, wälzen sich im Gras oder flitzen mit Ihnen um die Wette. Hunde und Katzen fassen ihre Behinderung nämlich in der Regel gut auf, weil sie nicht wie Menschen darüber nachdenken. Sie leben damit - und machen das Beste daraus. Im Netzwerk für Hunde mit Handicap können sich Hundebesitzer von Hunden mit Behinderungen austauschen. Das Netzwerk steht für Toleranz und man hilft einander. Auch sie erzählen viel über die Lebensfreude ihrer Tiere.

Foto: © fiore56/fotolia.com

(1)