Die vorherrschende Meinung auf diesem Gebiet besagt, dass Hunde bestimmte Reize miteinander verknüpfen, die es ihnen ermöglichen, sich Ereignisse, Personen und Benimmregeln zu merken. Diese Verknüpfung nennt man auch Assoziation. Die Vierbeiner besitzen also laut dieser Theorie keine richtige Erinnerungsfähigkeit wie wir Menschen, sondern verknüpfen einfach bestimmte zeitlich nah aufeinander folgende Ereignisse miteinander und formen daraus ihr Verhalten.
So lernen Hunde am besten
Nach der Theorie der Reizverknüpfung lernen Hunde ein bestimmtes Verhalten größtenteils durch Wiederholung von Reizen. Die Fellnase entwickelt daraus dann eine Gewohnheit. Allerdings ist hier immer Vorsicht geboten: Alle äußeren Einflüsse können die Verknüpfung, und somit das Lernen des Vierbeiners, beeinflussen. Ein Hund nimmt immer seine gesamte Umgebung wahr, und zwar häufig anders als wir Menschen. Sie trainieren beispielsweise mit Ihrem Vierbeiner die Leinenführigkeit auf einem Fußgänger- und Fahrradweg: Hier kann es passieren, dass Ihr Hund eine Bestrafung, z.B. das kurze Ziehen an der Leine bei Nichtbefolgen des Beifuß-Laufens, mit einem gerade vorbeikommenden Fahrradfahrer verbindet. So kann eine Reizverknüpfung von Bestrafung und Fahrradfahrer entstehen, was zu Angst oder Aggression gegenüber Fahrradfahrern führen kann. Sie haben die Situation dabei ganz anders wahrgenommen als Ihr Vierbeiner. Am besten trainiert man mit seiner Fellnase Kommandos, Befehle oder ein bestimmtes Verhalten daher in einer besonders ablenkungsfreien Umgebung, um unerwünschte Reizverknüpfungen zu vermeiden.
Lernen durch schnelle Reaktion
Hunde kennen keine Moral und wissen nicht von allein, was gut und was schlecht ist. Für sie ist alles gut, was ihnen schmeckt, gut riecht oder sich angenehm anfühlt. Schmeckt etwas hingegen schlecht, riecht unangenehm oder tut weh, vermeiden sie es nach Möglichkeit. Auch ein Schuldbewusstsein besitzen die Fellnasen nicht. Im Rahmen der Reizverknüpfung sollte der Vierbeiner direkt nach einem erwünschten Verhalten gelobt und nach einem unerwünschten Verhalten durch ein lautes "Nein!" oder eine andere Reaktion getadelt werden. Hunde können über längere Zeiträume keine Zusammenhänge mehr herstellen. Wenn Sie also beispielsweise Ihren Vierbeiner zwei Stunden nach dem er während Ihrer Abwesenheit etwas kaputt gemacht für dieses Verhalten tadeln, wird er keinen Zusammenhang herstellen können und somit den gleichen Fehler mit großer Wahrscheinlichkeit wieder begehen. Eine direkte Reaktion auf erwünschtes und unerwünschtes Verhalten ist daher in der Hundeerziehung sehr wichtig.
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Aus negativ mach positiv
Im Grunde genommen spielt es keine Rolle, ob Hunde nun ein Gedächtnis besitzen oder sich Dinge mittels einer Reizverknüpfung merken. Wichtig ist, dass sie Regeln lernen und diese gehorsam befolgen können. Reagiert Ihr Vierbeiner zum Beispiel ablehnend auf Besuch, versuchen Sie, aus seiner offensichtlich negativen Reizverknüpfung eine positive zu machen. Zeigen Sie ihm, dass die Gäste nichts Negatives sind. Geben Sie den Gästen beispielsweise ein Leckerli, welches diese dann dem Hund geben sollen. Ihr Vierbeiner lernt auf diese Weise (natürlich nach häufiger Wiederholung) etwas Positives mit Besuch zu verbinden.
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