Permanente Angst im Alltag: Hunde, die ständig unter Strom stehen, tun sich selbst nicht gut und erfordern von ihrem Besitzer viel Feingefühl und Geduld. Gründe können schlechte Erfahrungen, aber auch fehlende Sozialisation mit anderen Menschen und Hunden sein. Nur was kann man tun, um Ihnen die Angst zu nehmen?

Angst vor Menschen, Hunden und Geräuschen

Angst ist ein natürlicher Instinkt und wichtig, um sich auf drohende Auseinandersetzungen vorbereiten zu können. Erst wenn sie zu häufig und zu stark ausgeprägt ist, müssen Sie etwas unternehmen. Ein ängstlicher Hund legt oft die Ohren an, klemmt den Schwanz zwischen die Hinterläufe, macht sich klein oder versucht mit übertriebenem Bellen zu imponieren. Dann gilt es herauszufinden, wann und wovor der Hund Angst hat. Sind Regelmäßigkeiten zu erkennen? Passiert es in bestimmten Situationen wie Autofahren oder in einer fremden Umgebung? Viele Hunde haben vorher schlechte Erfahrungen mit dem Vorbesitzer gemacht - reagiert der Hund bei bestimmten Merkmalen oder Kleidungsstücken von Menschen? Erst, wenn Sie wissen was die Angst verursacht, können Sie daran arbeiten. Die Basis für die Behandlung der Angst ist dabei seine Beziehung zu Ihnen. Es muss ein starkes Vertrauen vorhanden sein oder aufgebaut werden. Anschließend müssen Sie ihn langsam und unter kontrollierten Bedingungen mit der Angstsituation konfrontieren. Dabei muss er wissen, dass er von Ihnen vollen Rückhalt bekommt, seien Sie also immer präsent, aber streicheln und trösten Sie ihn nicht. Er fasst das Streicheln als Loben auf und wird dieses Verhalten wiederholen. Bei Angst vor lauten Geräuschen können Sie einmal ausprobieren, ihn mit leiser, sich steigernder Musik daran zu gewöhnen. Die Angst vor Menschen und Tieren wird ebenfalls gemindert, indem Sie den Hund in die Nähe solcher Situationen bringen. Zwingen Sie ihn aber auf keinen Fall von selbst näher zu kommen. Es hilft, wenn Sie selbst offen, vielleicht sogar lachend auf die „Gefahr“ zugehen. Zeigen Sie ihm, dass alles in Ordnung ist. Bei einem starken Vertrauen fällt es ihm dann leichter, seine Angst zu überwinden. Wenn Sie einen Welpen haben, sind Sie selbst in der Situation für die Sozialisierung und das Verhindern von späteren Angst-Problemen zu sorgen. Wenn ein Hund im Welpenalter nur wenig Erfahrungen macht, weiß er oft im Erwachsenenalter nicht mit neuen Eindrücken umzugehen und sie einzuordnen. Bringen Sie ihn unter Menschen und mit anderen Hunden in Kontakt.

Wie kann man das Vertrauen aufbauen?

Manchmal haben Hunde aufgrund ihrer Vorerfahrung auch Angst vor ihrem neuen Besitzer. Eine Möglichkeit Vertrauen aufzubauen ist, den Hund einen Teil seines Futters aus der Hand fressen zu lassen. Viele dieser Hunde mögen es auch noch nicht gestreichelt zu werden und ziehen sich in ihr Körbchen zurück. Setzen Sie sich am Anfang ein paar Mal einige Minuten dazu und versuchen ihn zu streicheln. Sie werden es merken, ob er es möchte oder nicht. Steigern Sie schließlich diese Zuwendung von Tag zu Tag, so dass er sich immer mehr an Sie gewöhnt. Versuchen Sie außerdem mit dem Hund zum Beispiel mit Zerr- und Beißspielzeugen zu rangeln und ihn gewinnen zu lassen. Das baut das Selbstbewusstsein des Hundes auf. Auch ein zweiter Hund kann Wunder wirken. Im Zweifel sollten Sie sich aber immer an einen Hundetrainer wenden. Er analysiert die konkrete Situation und kann Ihnen individuelle Ratschläge geben. Ein Hund mit einer Angststörung erfordert viel Geduld und Nerven, umso schöner ist es aber doch, wenn Sie und Ihr Hund gemeinsam diese Hürde gemeistert haben!

Foto: © Magnus Pomm/fotolia.com

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