Geburten bei unseren Samtpfoten können ganz unterschiedlich verlaufen. Oft macht Ihre Katze fast alles alleine, sodass Sie nur unterstützend zur Seite stehen brauchen. Gelegentlich ist aber auch das Eingreifen des Menschen zwingend erforderlich, sodass Sie (insbesondere bei Ihrem ersten Einsatz als Geburtshelfer) immer bei Ihrem Tierarzt und eventuell auch bei Ihrem Züchter Rat und Hilfe einholen sollten. Wir haben zusammengefasst, wie Sie die Anzeichen der Geburt bei Katzen erkennen und richtig handeln können.

Inhaltsverzeichnis:


Anzeichen der Geburt bei Katzen

Die Trächtigkeit bei Katzen dauert etwa neun Wochen. Schon in der vierten Woche schläft die Katze deutlich öfter, nimmt an Gewicht zu und ihre Zitzen wachsen und laufen rot an. Auf dem Endspurt der Trächtigkeit verändern sich Form und Größe des Bauches und die Milchleisten schwellen spürbar an, auf leichten Druck kommen Milchtropfen hervor. Die Katze wird vermehrt versuchen, ein Geburtsnest zu finden. Sie sollten diese deshalb liebevoll, aber konsequent an einen vorbereiteten Geburtsplatz, auch Wurfkiste genannt, gewöhnen. Diese sollte mit einem abnehmbaren Deckel verschlossen und mit glatten Tüchern ausgelegt sein sowie einen erhöhten Einstieg haben. In den letzten Stunden vor der Geburt zeigen viele Katzen Zeichen der Unruhe und nehmen kein Essen mehr auf. Da die Katze einen erhöhten Druck im Beckenbereich spürt, neigt sie oft dazu die Katzentoilette immer wieder ergebnislos aufzusuchen. An Intensität stetig zunehmende Eröffnungswehen setzen ein bis zwei Stunden vor der Geburt bei Katzen ein.

Die Geburt bei Katzen begleiten

Während der Geburt bei Katzen ist es wichtig, eine ruhige Umgebung zu bieten, da sich zusätzliche Stresssituationen negativ auf die Kontraktionsintensität bei der Mutter auswirken, wodurch die Wehenpausen und damit die Geburt verlängert werden. Insgesamt ist bei einer Geburt in der Regel mit ungefähr sechs Stunden zu rechnen. Wenn die Eröffnungswehen in die nochmals deutlich stärkeren Presswehen übergehen, hat die Entbindung begonnen. Das Kitten wird durch den Geburtskanal gepresst. Es erscheint aus dem Geburtstrakt entweder noch in seine Fruchtblase gehüllt oder von deren Resten bedeckt.

Normalerweise leckt die Katze das Neugeborene selbst frei und durchtrennt die Nabelschnur. Nur wenn die Katze das nicht selbstständig tut, sollten Sie helfend eingreifen. Unmittelbar mit dem Kitten oder einige Minuten später tritt auch die Nachgeburt (Plazenta) hervor, die die Frucht in der Gebärmutter versorgte. Sie sollten unbedingt darauf achten, dass genauso viele Nachgeburten wie Babykatzen erscheinen. Zwischen zwei Geburten vergehen normalerweise 15 bis 60 Minuten, häufig kommen Geschwister auch erst nach 100 Minuten. Wirklich kritisch wird es ab zwei Stunden, die zwischen der Geburt bei Katzen vergehen. Reichlich (lauwarmes) Wasser kann der gebärenden Katze ungemein helfen, sich zwischen den Presswehen zu erholen.

 

Die Geburt bei Katzen verläuft in drei Phasen:

Phase 1 (Öffnungsstadium): Diese erste Phase der Geburt bei Katzen kann ca. 12 bis 30 Stunden dauern. In dieser Zeit ändert sich die Hormonlage und bei vielen Katzen wird eine leichte Absenkung der Körpertemperatur festgestellt. Der Geburtsweg weitet sich, der Gebärmutterhals wird geöffnet und erste Wehen drücken die Kitten in den Geburtskanal. Äußerlich kann man diese Phase daran erkennen, dass die Katze häufig unruhig wird und schneller atmet.

Phase 2 (Austreibungsstadium): Der Übergang von der ersten Phase in die zweite ist fließend. Im Austreibungsstadium sind die Kontraktionen der Bauchmuskeln deutlich zu erkennen, mit denen das Ungeborene durch den Geburtsweg transportiert wird. Die Wehen erfolgen schnell hintereinander und mit maximaler Schubkraft. Das Katzenbaby wird geboren, wobei ebenfalls das Fruchtwasser und ein vaginales Sekret, das wie ein Gleitmittel wirkt, ausgeschieden werden.

Phase 3 (Nachgeburtsstadium): Zu jedem neugeborenen Katzenbaby gehört eine Plazenta , die mit ihm ausgeschieden und häufig von der Katzenmutter gefressen wird. Dieses Verhalten ist evolutionär bedingt und sollte bei Hauskatzen etwas reguliert werden, da zu große Mengen zu Verdauungsstörungen führen können. Außerdem befreit die Kätzin ihre Kinder von der Fruchthülle, durchtrennt die Nabelschnur und säubert die Kitten. Nur kurze Zeit später suchen die Kinder die Zitzen ihrer Mutter für Muttermilch. Das ist für die Gesundheit der Kleinen entscheidend, da sie damit alle wichtige Abwehrkörper und Schutzstoffe aufnehmen.

 

Achten Sie während der Geburt bei Katzen unbedingt auf folgende Anzeichen, bei denen Sie den Tierarzt rufen sollten:

  • Die Eröffnungswehen ziehen sich über sechs bis acht Stunden hin, die erste Babykatze ist aber immer noch nicht zur Welt gekommen. Die Katze wird bei Eintritt erster Wehen häufig sehr anhänglich und beginnt, laut zu schnaufen und zu schnurren.
  • Starke Presswehen, also deutlich sichtbare Kontraktionen der Bauchmuskulatur, dauern über eine zehn Minuten an, ohne dass sich die Babykatze zeigt.
  • Zwischen der Geburt zweier Kitten vergehen mehr als eineinhalb Stunden. „Unterbrochene“ Geburten mit einer längeren Pause sind durchaus natürlich, ein Tierarzt sollte allerdings immer eingeschaltet werden.
  • Die Plazenta tritt auch nach der Geburt des nächsten Kittens nicht aus. Hier besteht Infektionsgefahr!
  • Eine verlängerte Trächtigkeit (die letzte Paarung ist also länger als 69 Tage her) kann ein Hinweis auf Komplikationen sein
  • Die Katze hat Ausfluss, der übermäßig schlecht riecht und blutig ist
  • Das Fruchtwasser tritt aus, ohne dass die Bauchpresse einsetzt
  • Das Kitten ist bereits erkennbar, wird aber nicht innerhalb von Minuten vollkommen geboren

Störungen während der Geburt bei Katzen

Eine Dystokie beschreibt einen gestörten Verlauf der Geburt bei Katzen. Das ist immer dann der Fall, wenn das Katzenbaby nicht normal über den Geburtskanal ausgetrieben werden kann oder die oben beschriebenen Probleme auftreten. Konkrete Ursachen sind schwer zuzuordnen. Am häufigsten wird jedoch eine Wehenschwäche festgestellt. Weitere Ursachen einer Dystokie sind Verengungen des Geburtsweges oder eine seltene Drehung der Gebärmutter, durch die die Blutzufuhr abgeschnürt wird. Weitere Probleme können durch den Zustand der Feten ausgelöst werden, beispielsweise wenn sie zu groß oder bereits im Mutterbauch verstorben sind, querliegen oder durch ihre übermäßig große Anzahl die Gebärmutter so sehr überladen, dass die Kontraktionen geschwächt werden. In derartigen Fällen kann ein Tierarzt durch Untersuchungen das konkretere Problem ermitteln und helfen, indem er Geburtshilfe leistet. Die Korrektur eines Haltungs- oder Stellungsfehlers sollte frühzeitig durchgeführt werden. In manchen Fällen kann der Tierarzt die Geburt unterstützen, indem er das Katzenbaby während der Bauchpresse herauszieht. Entsprechende Medikamente oder gleitfähiger Fruchtwasserersatz können hier zusätzlich indiziert sein. Manchmal kommen Tier und Halter nicht um einen Kaiserschnitt herum, um das Leben der Welpen oder der Katzenmutter zu retten.

Insgesamt sollten Sie die Geburt bei Katzen immer aufmerksam begleiten. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie vorschnell eingreifen und damit den Geburtsverlauf stören, zum Beispiel wenn die Katzenmutter sich gerade nur zwischen den einzelnen Geburten erholt. Lassen Sie sich im Vorfeld von Ihrem Tierarzt beraten und holen Sie ihn während er Geburt zu Hilfe, sobald Sie Auffälligkeiten feststellen. So sollte die Geburt der süßen Kätzchen erfolgreich verlaufen.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

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