Geburten können ganz unterschiedlich verlaufen. Oft macht Ihre Katze fast alles alleine, sodass Sie nur unterstützend zur Seite stehen brauchen. Gelegentlich ist aber auch das Eingreifen des Menschen zwingend erforderlich, sodass Sie (insbesondere bei Ihrem ersten Einsatz als Geburtshelfer) immer bei Ihrem Tierarzt und eventuell auch bei Ihrem Züchter Rat und Hilfe einholen sollten.

So kündigen sich Babykatzen an

Die Trächtigkeit der Katze dauert etwa neun Wochen. Schon in der dritten Woche schläft die Katze deutlich öfter, die Zitzen laufen rot an und der Bauch wächst merklich. Auf dem Endspurt der Trächtigkeit schwellen die Milchleisten spürbar an, auf leichten Druck kommen Milchtropfen hervor. Die Katze wird vermehrt versuchen, ein Geburtsnest zu finden. Sie sollten diese deshalb liebevoll, aber konsequent an eine vorbereitete Geburtsbox gewöhnen. In den letzten Stunden vor der Geburt zeigen viele Katzen Zeichen der Unruhe und nehmen kein Essen mehr auf. Da die Katze einen erhöhten Druck im Beckenbereich spürt, neigt sie oft dazu die Katzentoilette immer wieder ergebnislos aufzusuchen. An Intensität stetig zunehmende Eröffnungswehen setzen ein bis zwei Stunden vor der Geburt des ersten Kittens ein.

Die Geburt begleiten

Wenn die Eröffnungswehen in die nochmals deutlich stärkeren Presswehen übergehen, hat die Entbindung begonnen. Das Kitten wird durch den Geburtskanal gepresst. Es erscheint aus dem Geburtstrakt entweder noch in seine Fruchtblase gehüllt oder von deren Resten bedeckt. Normalerweise leckt die Katze das Neugeborene selbst frei und durchtrennt die Nabelschnur. Nur wenn die Katze das nicht selbstständig tut, sollten Sie helfend eingreifen. Unmittelbar mit dem Kitten oder einige Minuten später tritt auch die Plazenta (Nachgeburt) hervor, die die Frucht in der Gebärmutter versorgte. Sie sollten unbedingt darauf achten, dass genauso viele Nachgeburten wie Babykatzen erscheinen. Zwischen der Geburt zweier Kitten kann dann auch bis zu einer Stunde vergehen. Reichlich (lauwarmes) Wasser kann der gebärenden Katze ungemein helfen, sich zwischen den Presswehen zu erholen. Bei diesen Anzeichen sollten Sie unbedingt den Tierarzt rufen

  • Die Eröffnungswehen ziehen sich über sechs bis acht Stunden hin, die erste Babykatze ist aber immer noch nicht zur Welt gekommen.
  • Starke Presswehen dauern über eine halbe Stunde an, ohne dass sich die Babykatze zeigt.
  • Zwischen der Geburt zweier Kitten vergehen mehr als drei bis vier Stunden. „Unterbrochene“ Geburten mit einer längeren Pause sind durchaus natürlich, ein Tierarzt sollte allerdings immer eingeschaltet werden.
  • Die Plazenta tritt auch nach der Geburt des nächsten Kittens nicht aus. Hier besteht Infektionsgefahr!

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.