Ein Lipom bei der Katze ist ein gutartiger Tumor, der Ihnen erstmal keine großen Sorgen bereiten sollte. Haben Sie bei Ihrer Katze einen Knubbel in oder unter der Haut festgestellt? Oder wurde bereits ein Lipom diagnostiziert? Dann können Sie sich im folgenden Artikel über Behandlungsmöglichkeiten, Untersuchung und Kosten informieren.


Inhaltsverzeichnis:


Was ist ein Lipom bei der Katze?

Lipome sind gutartige Fettgewebstumoren, die bei der Katze sehr selten vorkommen und in der Regel weich und verschieblich sind. Sie können unbehandelt bleiben, sofern die Katze dadurch nicht in ihrer Beweglichkeit oder ähnlichem gestört wird. Wenn Sie einen Gewebeknoten an Ihrem Liebling spüren, sollten Sie einen Termin beim Tierarzt machen. Er wird mit einer Nadel oder einem kleinen operativen Eingriff eine Gewebeprobe entnehmen, um festzustellen, ob es sich um einen Tumor handelt und wenn ja, um welchen Typ. Nur, wenn ein bösartiger Tumor sicher ausgeschlossen werden kann, können sie zunächst beobachten, wie sich der Knoten entwickelt.

Es gibt grundsätzlich drei unterschiedliche Arten von Fettgewebstumoren:

  • Lipome - sind gutartige Fettgewebstumore.
  • Infiltratives Lipome - sind ebenfalls gutartig, können jedoch in das umliegende Gewebe eindringen, sodass das Tier eventuell in seiner Bewegung eingeschränkt ist oder Lymph- und Blutgefäße sowie Nerven abgeklemmt werden.
  • Liposarkome - sind bösartige Fettgewebstumore. Um ausschließen zu können, dass der Tumor gestreut hat, müssen weitergehende Untersuchungen durchgeführt werden.

Bei den unterschiedlichen Formen müssen auch unterschiedliche Behandlungen angewendet werden, damit Ihr sich Ihr Liebling möglichst schnell besser fühlt und im Optimalfall wieder gesund wird.

Lipom bei der Katze: Symptome

Normalerweise treten Lipome symptomlos auf. Lediglich der Knubbel ist unter der Haut der Katze zu spüren. Dieser ist auch meist der Grund, warum die Besitzer ihren Vierbeiner beim Tierarzt vorstellen. Es kann sein, dass sich das Lipom vergrößert oder aber auch so bleibt. Sie als Besitzer sollten das Wachstum des Tumors beobachten und eventuelle Veränderungen notieren. Hierzu eignet sich zum Beispiel unser Tiergesundheitskalender. Befindet sich die Geschwulst an einer Stelle, wo sie die Bewegung der Katze einschränkt, wächst sie in die Tiefe oder leckt sich das Tier vermehrt an der betroffenen Stelle, kann es ratsam sein, ein Lipom bei der Katze zu entfernen. Es gibt zudem auch einige Fallberichte von Lipomen bei Katzen an anderen Körperstellen, wie zum Beispiel in der Blase oder in der Brusthöhle. Diese Fälle sind sehr selten, können aber durchaus vorkommen und lösen – je nach Lage des Tumors – entsprechende Symptome aus.

Lipom bei der Katze: Untersuchung

Wenn Sie Ihr Tier das erste Mal mit dem Knubbel beim Tierarzt vorstellen, kann es sein, dass dieser einige Dinge erfragen wird. Zum Beispiel:

  • Wann ist Ihnen der Knubbel bei der Katze aufgefallen?
  • Hat sich der Knubbel in der Zeit vergrößert?
  • Hat sich das Verhalten oder der Allgemeinzustand der Katze seitdem verändert?

Anschließend wird der Tierarzt Ihre Katze erstmal untersuchen und die Geschwulst abtasten. Außerdem wird er den Körper Ihres Lieblings genau befühlen, um eventuell vergrößerte Lymphknoten zu finden oder weitere Knubbel auszuschließen.

Auch wenn die weiche Konsistenz des Tumors auf ein Lipom bei der Katze hindeuten kann, lässt sich durch Tasten allein keine Diagnose stellen. Daher kann es sein, dass der Tierarzt eine Probe entnimmt. Das macht er, indem er mit einer sterilen Kanüle in die Geschwulst sticht. Mit einer solchen Feinnadelaspiration gewinnt  er Zellen, die unter dem Mikroskop untersucht werden können. Die Entnahme tut Ihrer Katze kaum weh und kann mit einer Impfung verglichen werden. Sollte sich der Tierarzt auch nach der mikroskopischen Untersuchung unsicher sein, ob es sich um ein Lipom bei der Katze  handelt, kann er die Probe an ein spezielles Labor weiterleiten. Bis das Ergebnis das ist, kann es allerdings eine Weile dauern.

Lässt sich die Katze nur in Narkose genau untersuchen oder ist das Ergebnis der Feinnadelaspiration nicht aussagekräftig, kann außerdem noch eine Biopsie durchgeführt werden. Dabei stanzt oder schneidet der Tierarzt eine Probe aus dem vermeintlichen Lipom heraus. Diese wird dann in die Pathologie geschickt und untersucht. Bei diesem Verfahren kann es ebenfalls etwas dauern, bis das Ergebnis da ist. Bei sehr ruhigen und umgänglichen Vierbeiner reicht manchmal auch eine lokale Betäubung der Hautstelle, damit die Katze nichts spürt und ruhig bleibt – ansonsten wird sie für diese Untersuchung kurz in Narkose gelegt.

Lipom bei der Katze: Behandlung

Ein gutartiges Lipom bei der Katze muss oft nur dann behandelt werden, wenn es die Katze im Alltag einschränkt. Sollte sich der Knubbel verändern und Ihren Vierbeiner irgendwann stören, kann auch später noch operativ entfernt werden. Eine Operation sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn es wirklich nötig ist.

Bei einem infiltrativen Lipom ist ein chirurgischer Eingriff oft sinnvoll. Diese können, anders als herkömmliche Lipome, in das Gewebe eindringen und dort verwachsen. Sie streuen zwar selten, können die Katze aber schneller in ihrer Beweglichkeit einschränken. Sie sind häufig rezidivierend und können auch nach einer vollständigen Entfernung wiederkehren. Bei einem chirurgischen Eingriff kann es daher sein, dass der Tierarzt weit um die Umfangsvermehrung herum schneidet, um eine Wiederkehr zu verhindern.

Nicht alle Fettgewebstumore sind ungefährlich. Die sogenannten Liposarkome sind eine bösartige Form. Sie wachsen in der unteren Hautschicht und vergrößern sich schnell. Bei einer Diagnose muss der Tumor schnellstmöglich operativ entfernt werden. Eine Strahlentherapie kann die Nachbehandlung unterstützen, ist aber zeit- und kostenintensiv und wird nicht von jeder Tierarztpraxis angeboten.

Lipom bei der Katze: Vorbeugung

Die Ursache für die Entstehung von Lipomen ist noch immer unklar. Ein diskutierter Risikofaktor ist Übergewicht. Ältere Katzen sind anfälliger für Lipome. Gerade bei älteren Katzen ist es daher empfehlenswert, sie regelmäßig beim Tierarzt vorzustellen und untersuchen zu lassen. Sie können Ihre Katze aber auch Zuhause abtasten und so mögliche Veränderungen feststellen. Sollten Sie einen Knubbel bemerken, machen Sie am besten gleich einen Termin beim Tierarzt und lassen Sie Ihre Samtpfote durchchecken. Denn eine frühe Diagnose führt zu einer früheren Therapie und einer besseren Prognose.

Lipom bei Katzen: Prognose

Die Prognose bei einem Lipom ist oftmals sehr gut. Es handelt sich in vielen Fällen um einen gutartigen Tumor, der, sofern Ihre Katze nicht eingeschränkt wird, nicht unbedingt behandelt werden muss. Bei einem operativen Eingriff sind die Chancen auf eine Heilung sehr hoch. Bei infiltrativ wachsenden Lipomen, kann die Operation aufwändiger und die Heilungsphase länger sein. Darüber hinaus kann es sein, dass an den operationsrändern Tumorzellen verbleiben, die wieder wachsen, sodass das Lipom bei der Katze erneut operiert werden muss. Beide Lipom-Arten streuen jedoch in der Regel nicht in andere Organe.

Lipom bei der Katze: Kosten

Um ein Lipom bei der Katze zu diagnostizieren, muss der Tierarzt Ihre Katze gründlich untersuchen. Bedarf es keiner weiteren Behandlungsmaßnahmen, wird der Tierarzt vorerst nur eine Allgemeinuntersuchung, die Probennahme und die Laborkosten abrechnen. Die Kosten für diese Leistungen sollten nicht sehr hoch ausfallen und werden gemäß der Gebührenordnung für Tierärzte abgerechnet. Muss Ihr Vierbeiner allerdings weiter untersucht, in Narkose gelegt oder operiert werden, wird die Tierarztrechnung wohlmöglich etwas höher sein. Handelt es sich um ein infiltrativ wachsendes Lipom, kann der Eingriff komplizierter sein und die Katze muss möglicherweise für ein paar Tage stationär aufgenommen werden. Hinzu können noch weitere Laborkosten und die Kosten für die Pathologie kommen.

 

Dieser Artikel wurde geprüft von Tierärztin Melanie Ahlers.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

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