Ursachen der Erkrankung

Schilddrüsenerkrankungen kommen bei Hunden relativ häufig vor. Die beiden häufigsten Arten sind die Schilddrüsenunterfunktion und -überfunktion. Bei der Hypothyreose handelt es sich um eine Schilddrüsenunterfunktion. Es gibt grundsätzlich zwei Ursachen für die Entwicklung einer Hypothyreose beim Hund:

  • chronisch-entzündliche Veränderung, die erst bemerkt wird, nachdem zerstörtes Gewebe durch vernarbtes Gewebe ersetzt wurde
  • autoimmune Thyreoiditis, bei der der Körper Ihres Hundes Antikörper gegen sein eigenes Schilddrüsengewebe bildet und es so zerstört

Am häufigsten treten Schilddrüsenunterfunktionen im mittleren Lebensalter auf. Es wird davon ausgegangen, dass bei vielen Hunden die Veränderung in der Schilddrüse bereits im dritten Lebensjahr beginnt, allerdings oft erst einige Jahre später bemerkt wird, wenn die Symptome offensichtlicher zutage treten. Alle Hunderassen können von Hypothyreose betroffen sein, wobei mittelgroße und große Hunde besonders häufig daran erkranken.

Symptome und Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion

Da die Symptome häufig nur sehr vereinzelt auftreten und auch von sehr unterschiedlicher Natur sein können, ist die Diagnose sehr schwierig, wenn kein Anfangsverdacht vorliegt. Mögliche Anzeichen sind Konditionsmangel, Abgeschlagenheit, Gewichtszunahme, gestörtes Haarwachstum, Ohrenentzündungen oder Unregelmäßigkeiten bei der Läufigkeit Ihres Hundes. Jedoch muss sich keines dieser Symptome ausbilden. Da sie sich meist schleichend einstellen, werden sie oft fälschlicherweise mit dem Altern des Tieres in Verbindung gebracht. Es können auch Verringerungen der Herzfrequenz oder Körpertemperatur auftreten.

Die Hypothyreose wird durch verschiedene Tests diagnostiziert. Da sich die Symptome schwer deuten lassen, werden meist mehrere Tests durchgeführt, um zu einer eindeutigen Diagnose zu gelangen. Die Krankengeschichte gibt dabei erste Indizien. Des Weiteren kann eine Blutuntersuchung weitere Aufschlüsse über den Zustand Ihres Haustieres liefern, wie Blutarmut, erhöhte Blutfettwerte und erhöhte Leberenzymwerte.

Therapie und Prognose

Wenn das Schilddrüsengewebe soweit zerstört ist, dass es keine oder nur in ungenügender Menge Hormone bilden kann, müssen diese Hormone lebenslang ersetzt werden. Dabei ist das Ziel, den Hormonspiegel über den Tag verteilt möglichst konstant zu halten. Nach circa einem Monat der Behandlung mit den Hormonen stellt sich in der Regel eine Besserung ein. Trotzdem sollten Sie vor allem in der Anfangszeit mit Ihrem Hund regelmäßig zur Blutuntersuchung gehen, um sicherzustellen, dass die Medikation richtig eingestellt wurde. Nebenwirkungen treten meist als Folge einer Überdosierung auf und äußern sich durch Hyperaktivität, Gewichtsverlust und eine erhöhte Herzfrequenz. Auch eine erhöhte Schreckhaftigkeit ist symptomatisch für eine Überdosierung. Die Prognose ist grundsätzlich günstig. Eine richtig eingestellte Medikation muss zwar ein Leben lang erfolgen, ermöglicht Ihrem Hund aber, wieder ein ganz normales, gesundes Leben zu führen.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

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