Was ist eine Niereninsuffizienz? Vielen erfahrenen Tierhaltern sollte bekannt sein, dass Katzen – insbesondere ältere Tiere – unter einer Funktionsstörung der Nieren leiden können. Doch auch bei Hunden kann diese Schwächung der Nieren auftreten. Dabei wird dann von einer Niereninsuffizienz gesprochen, wenn die Funktion der Niere nachlässt und sie nicht mehr in der Lage ist, Giftstoffe aus dem Blut des Tieres zu filtern. Als Folge dieser nachlassenden Funktion der Niere, entwickelt der Hund langsam eine Harnvergiftung. Der Körper verliert zusätzlich zu viel Wasser und trocknet dadurch aus.

Welche Ursachen gibt es?

Das Auftreten einer Niereninsuffizienz kann durch die unterschiedlichsten Ursachen hervorgerufen werden. Zunächst ist eine Unterscheidung der chronischen von der akuten Niereninsuffizienz vorzunehmen. Eine chronische Niereninsuffizienz entwickelt sich unter anderem durch folgende Ursachen:

  • Tumore und Nierensteine
  • Entzündungen
  • Erkrankungen des Immunsystems
  • Idiopathisch, durch eine unbekannte Ursache; dies trifft besonders häufig zu, insbesondere bei älteren Tieren

Wenn eine akute Niereninsuffizienz nicht rechtzeitig behandelt wird, kann sich daraus eine chronische Niereninsuffizienz entwickeln. Potenzielle Auslöser einer akuten Niereninsuffizienz sind außerdem:

  • eine Verstopfung der Harnleiter
  • Störungen im Herz-Kreislauf-System
  • schwere Entzündungen und Blutvergiftungen (Sepsis)
  • Aufnahme von Giften oder Medikamenten, die der Niere schaden, wie Schwermetalle, Frostschutzmittel oder Pestizide
  • Fieber, zu hohe Außentemperaturen oder Unterkühlung

Woran erkennen Sie, dass Ihr Hund an einer Niereninsuffizienz leidet?

Da sich die Entwicklung einer Nierenschwäche typischerweise über einen langen Zeitraum erstreckt, sind lange Zeit gar keine oder nur sehr geringe Anzeichen sichtbar. Meist treten erste Symptome erst auf, wenn nur noch etwa ein Drittel der Niere gut funktioniert. Bei einer chronischen Niereninsuffizienz nimmt Ihr Hund ab, wird ruhiger, hat einen höheren Bedarf an Flüssigkeit und muss aufgrund der Nierenschwächung häufiger urinieren. Zum Teil kann es vorkommen, dass der Hund durch das häufige Urinieren nicht mehr stubenrein ist. Außerdem muss sich das Tier womöglich erbrechen. Oft nimmt der Hund wenig Nahrung auf und es kann zu Blutungen im Magen-Darm-Bereich kommen, für Sie erkennbar an einer dunklen Färbung des Kots. Eine besonders schwere Erkrankung bringt unter Umständen Krampfanfälle mit sich. Im Endstadium führt eine Niereninsuffizienz zum Tod des Tieres. Plötzlich auftretende Symptome stehen bei einer akuten Niereninsuffizienz im Vordergrund. Sie zeigt sich häufig in Form von Durchfall und Erbrechen. Das Tier frisst auf einmal nichts mehr, zeigt Verhaltensauffälligkeiten und muss wenig bis gar nicht urinieren.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Tieres in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen. Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

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