Rolligkeit beschreibt im Volksmund die Paarungsbereitschaft von Katzen, die ihre Sexualreife erreicht haben. Der Begriff leitet sich aus dem charakteristischen Verhalten der Katzen während dieser Zeit ab. In der Regel werden junge Katzen zum ersten Mal im Alter zwischen 6 und 12 Monaten rollig – der genaue Zeitpunkt der sexuellen Reife hängt mitunter von der Rasse ab. Der Zyklus von freilebenden Katzen ist an die Menge an verfügbarem Tageslicht gekoppelt, wodurch sich die Paarungsbereitschaft meist auf die Frühjahrs- und Sommermonate beschränkt.

Bei Wohnungskatzen verhält es sich jedoch anders: Durch die ständige Innenbeleuchtung der Räume weitet sich die Rolligkeit auf das ganze Jahr aus und kann, sofern keine Deckung erfolgt, in immer kürzeren Abständen auftreten. Im Extremfall führt dies zur sogenannten Dauerrolligkeit, bei der Katzen in Abständen von nur wenigen Tagen erneut rollig werden. In der Regel erstreckt sich die Paarungsbereitschaft auf sechs bis zehn Tage.

Verhalten während der Rolligkeit

Die typischen Erkennungszeichen Katzen drücken ihre Paarungsbereitschaft ausgesprochen bereitwillig aus und können insbesondere während der Rolligkeit zu anstrengenden Lebensgefährten werden. Zu den unverkennbaren Merkmalen der Rolligkeit bei Katzen zählen die folgenden:

  • Lautstarkes Miauen und Jaulen. Nicht selten sind die mitunter gequält klingenden Schreie auch bis zum Nachbarsgrundstück zu vernehmen. Rollige Katzen sind außerdem besonders nachtaktiv.
  • Unruhe und vermehrter Körperkontakt. Rollige Katzen sind verstärkt schmusebedürftig, recken häufig ihr Hinterteil in die Höhe und reiben oder rollen sich an Einrichtungsgegenständen und am Boden.
  • Viele rollige Katzen fressen auffällig wenig während der Paarungszeit – Appetitverlust muss also nicht immer ein Zeichen von Krankheit sein.
  • Drang zum Markieren. Selbst wenn Ihre Katze für gewöhnlich völlig stubenrein ist, kann sie während der Rolligkeit auch dazu übergehen, auf der Suche nach einem potenziellen Partner ihr Gebiet zu markieren.

Was tun bei Rolligkeit?

Im Grunde gibt es bei Rolligkeit nur zwei verschiedene Vorgehensweisen, denen Sie sich anschließen können: Geduld oder der Gang zum Tierarzt. Haben Sie beispielsweise vor, Ihre Katze als Zuchttier einzusetzen, so werden Sie sich an die Rolligkeit Ihrer Katze gewöhnen müssen – dann helfen möglicherweise verstärkte Aufmerksamkeit und das Verabreichen beruhigender pflanzlicher Hilfsmittel wie z.B. Katzenminze, um den Stubentiger zu entspannen. Sollten Sie jedoch dazu bereit sein, auf Katzennachwuchs zu verzichten, dann ist die langfristig wirksamste Methode eine Sterilisation der Katze. Der Eingriff geschieht beim Tierarzt unter Vollnarkose und stellt sicher, dass Ihre Katze in Zukunft nicht mehr rollig werden kann. Besprechen Sie Vor- und Nachteile dieses Eingriffs vorab mit Ihrem Tierarzt!

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